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Festnahme eines Ägypters und zweier Westdeutscher wegen Fluchthilfe

14. Juli 1964
Einzelinformation Nr. 568/64 über die Festnahme des Bürgers der VAR [Name 1, Vorname] sowie der westdeutschen Bürger [Name 2, Vorname] und [Name 3, Vorname] wegen versuchter Schleusung von Bürgern der DDR nach Westberlin

Dem MfS wurde bekannt, dass durch die Westberliner Schleusergruppen Jensch-Schütz1 und Wagner2 mittels eines Pkw Lloyd 600 und eines Lloyd-Kombiwagens Schleusungen von Bürgern der DDR nach Westberlin durchgeführt werden sollten. Aufgrund der eingeleiteten Maßnahmen konnten nachfolgende Schleusungen verhindert und die beteiligten Personen festgenommen werden: Am 12.7.1964, gegen 23.40 Uhr, fuhr der Bürger der VAR [Name 1, Vorname], geboren [Tag, Monat] 1941, wohnhaft Berlin 21, [Straße, Nr.], Geologie-Student an der Freien Universität, Pass-Nr. 245/62/VAR, mit dem Pkw Lloyd 600, polizeiliches Kennzeichen B [Nr.], zur Ausreise nach Westberlin in den KPP Friedrich-/Zimmerstraße ein.

Bei der Kontrolle des Pkw wurde im hinteren Wagenteil ein Schleusungsversteck festgestellt, in dem sich die [Name 4, Vorname], geboren [Tag, Monat] 1939, wohnhaft Berlin-Karlshorst, [Straße, Nr.], Sekretärin bei der Deutschen Bauakademie, befand.

In der bisherigen Untersuchung führte [Name 1] an, dass er keine Kenntnis von der im Wagen versteckten Person hätte. Er will lediglich von dem Wagner, Fritz, wohnhaft Westberlin, [Straße, Nr.], beauftragt worden sein, den ihm zur Verfügung gestellten Pkw Lloyd 600 zur Reparatur ins demokratische Berlin zu fahren, wo er auf dem Parkplatz am Kaffee Warschau bereits erwartet würde. Auf diesem Parkplatz sei der Wagen durch eine ihm unbekannte männliche Person empfangen und nach ca. 1½ Stunde zurückgebracht worden. Anschließend habe [Name 1] die Rückfahrt nach Westberlin angetreten, wo am KPP Friedrich-/Zimmerstraße die Festnahme erfolgte.

3Ebenfalls wegen versuchter Schleusung eines Bürgers der DDR nach Westberlin wurden am 11.7.1964, 22.40 Uhr, die westdeutschen Bürger [Name 2, Vorname], geboren [Tag, Monat] 1941, wohnhaft Stetten/Waiblingen, [Straße, Nr.], vorbestraft wegen Urkundenfälschung, Hehlerei und unberechtigtem Führen von Kfz, und [Name 3, Vorname], geboren [Tag, Monat] 1941, wohnhaft Stuttgart, [Straße, Nr.] und Esslingen/Neckar, [Straße, Nr.], vorbestraft wegen Betrug und Zuhälterei, am KPP Heinrich-Heine-Straße festgenommen.

Die Genannten versuchten unter Anwendung einer ähnlichen Methode in einem mit Schleusungsversteck versehenen Pkw Lloyd 600, polizeiliches Kennzeichen B [Nr.], den Bürger der DDR [Name 5, Vorname], geboren [Tag, Monat] 1904, wohnhaft Hohen Neuendorf, [Straße, Nr.], Heizer in der Tbc-Beratungsstelle Hohen Neuendorf, über den KPP Heinrich-Heine-Straße nach Westberlin auszuschleusen.

Nach Angaben der [Name 2] und [Name 3] wollen beide ebenfalls keine Kenntnis von der Personenschleusung haben. Sie wären lediglich von einer ihnen namentlich nicht bekannten Person beauftragt worden, den ihnen zur Verfügung gestellten Wagen gegen 17.00 Uhr in Berlin-Mitte, Brückenstraße 10, abzustellen und um 22.05 Uhr wieder zu übernehmen und nach Westberlin zurückzukehren. Für diese Fahrt wurden ihnen 500 DM/ BdL versprochen.

Die Untersuchungen werden fortgesetzt.

  1. Zum nächsten Dokument Mängel in der Kaderarbeit in einem Fernmeldesonderamt der Post
    15. Juli 1964
    Einzelinformation Nr. 569/64 über einige Mängel in der Kaderarbeit, Leitungstätigkeit und auf dem Gebiet der inneren Sicherheit und Wachsamkeit im Zentralamt für Fernleitungsanlagen (ZAF), die spionage- und verbrechensbegünstigende Umstände darstellen
  2. Zum vorherigen Dokument Tödlicher Unfall der österreichischen Sportlerin Reinitzer
    14. Juli 1964
    Einzelinformation Nr. 566/64 über den Unfall mit tödlichem Ausgang der österreichischen Sportlerin Reinitzer, Holle beim Fallschirmspringen in der Flugsportschule Schönhagen, Kreis Luckenwalde