Direkt zum Seiteninhalt springen

Zur Beurteilung der Situation in der DDR

28. Dezember 1954
Informationsdienst Nr. 2402 zur Beurteilung der Situation in der DDR

Die Lage in Industrie, Verkehr, Handel und Landwirtschaft

Industrie und Verkehr

Die Diskussionen über den Kampf gegen die Ratifizierung der Pariser Verträge stehen im Mittelpunkt der Gespräche über politische Tagesfragen.1 Von den Werktätigen wurde die Ablehnung der Wiederbewaffnung Westdeutschlands durch die französische Nationalversammlung mit Freude und Genugtuung aufgenommen.2 Teilweise bringt man hierbei zum Ausdruck, dass das deutsche Volk vom französischen Volk lernen kann und dass es jetzt in Westdeutschland darauf ankommt, außerparlamentarische Aktionen in Westdeutschland durchzuführen. Verschiedentlich äußert man, dass das Weltfriedenslager immer größer wird und wir mit allen Kräften versuchen müssen, den Frieden zu erhalten.

Zwei Ingenieure vom VEB Stahlwerk Silbitz, [Bezirk] Gera: »Wir begrüßen die Ablehnung der Londoner und Pariser Beschlüsse durch die französische Nationalversammlung und wünschen, dass auch in Westdeutschland diese Kriegsverträge abgelehnt werden.«

Ein leitender Angestellter vom VEB Schamottewerk Eisenberg, [Bezirk] Gera: »In der Ablehnung des 1. Punktes der Pariser Verträge in der französischen Nationalversammlung zeigt sich die Widerspiegelung der sowjetischen Friedenspolitik, wie sie Außenminister Molotow3 vertreten hat. Das ist ein großer Sieg des französischen Volkes, der uns verpflichtet, dass wir mit allen Kräften für die Erhaltung des Friedens in der Welt einstehen. Ein solcher Sieg im Frieden ist besser als ein gewonnener Krieg.«

Ein Arbeiter aus Leipzig: »Wir hoffen stark, dass die SPD einmal schlau wird und merkt, dass es mit Reden im Bundestag allein nicht getan ist. Da geben uns die Franzosen andere Beispiele, wie es gemacht werden muss. Jetzt sind außerparlamentarische Maßnahmen erforderlich.«

Ein parteiloser Arbeiter aus Rathenow, [Bezirk] Potsdam: »Jetzt müssten die Arbeiter in Westdeutschland und Frankreich zugleich einen Generalstreik durchführen bis alle Faschisten und Militaristen aus ihren Stellungen sind.«

Eine parteilose Arbeiterin aus Karl-Marx-Stadt: »Über die Abstimmung im französischen Parlament freue ich mich umso mehr, da man dadurch den Kriegsbrandstiftern, ganz besonders den Amerikanern, einen unmittelbaren Schlag ins Gesicht versetzt hat.«

Einige Kumpel vom VEB Braunkohlenwerk Osternienburg, [Bezirk] Halle: »Alle friedliebenden Menschen und aufrichtigen Deutschen begrüßen aus vollen Herzen den Beschluss der französischen Nationalversammlung, die durch ihre Haltung den imperialistischen Kriegsbrandstiftern und den deutschen Revanchemilitaristen die gebührende Abfuhr erteilt haben. Somit zeigt sich, dass das Lager des Friedens immer mehr erstarkt. Dieser Anlass soll gleichzeitig eine Mahnung und Verpflichtung für alle Deutschen sein, sich in noch größerem Maße für die Einheit Deutschlands und die Erhaltung des Friedens einzusetzen.«

Neben diesen Diskussionen werden Gespräche geführt über die Aufstellung Nationaler Streitkräfte bei Nichtverhinderung der Kriegsverträge.4 Dabei werden teilweise pazifistische Meinungen, besonders von Jugendlichen bekannt, wie z. B.: »Wir nehmen kein Gewehr mehr in die Hand.«

Vereinzelt diskutiert man über die Asylgewährung des ehemaligen Chefs des Amtes Blank, Kolb,5 von Westberlin. Die angeführten Beispiele sind nur Einzeldiskussionen. Einige Bauarbeiter aus Frankfurt/Oder äußerten: »Wir müssen bei diesen Menschen vorsichtig sein. Drüben in Westdeutschland bzw. Westberlin haben sie in Saus und Braus gelebt und jetzt wurde ihnen der Boden zu heiß. Es besteht die Gefahr, dass sie uns eventuell im Verborgenen Schaden zufügen können.«

Ein Angestellter vom Hauptpostamt Saalfeld, [Bezirk] Gera: »Ich kann mich nicht damit einverstanden erklären, dass man solchen Menschen wie Kolb, welcher so viel Leid unter die Menschen gebracht hat, bei uns Asyl gewährt, er müsste vielmehr für seine Handlungen betraft werden.«

Erkrankungen: Im Lehrlingsheim des EKB Bitterfeld, [Bezirk] Halle, erkrankten 15 Lehrlinge (durch den Genuss von rohem gehacktem Fleisch).

Im VEB Vieh- und Schlachthof Dresden müssen durch den neuen Arbeitskräfte- und Finanzplan 1955 ca. 180 Arbeiter und 18 Angestellte entlassen werden. Mit den Entlassungen soll bereits ab 3. Januar [1955] begonnen werden, da vom Ministerium für Lebensmittel Berlin die Lohnsumme bereits ab Januar gekürzt wurde.

In der Spinnhütte Plauen, [Bezirk] Karl-Marx-Stadt, lagern zzt. Tausende Meter Seide, welche nicht abgesetzt werden können, da diese Seide II. Qualität ist. Dadurch stagnieren hohe Summen von Geldmitteln, was einen großen Verlust für unsere Volkswirtschaft bedeutet.

Produktionsstörungen

Am 23.12.1954 brach am Ofen I im EKS,6 [Bezirk] Frankfurt, unterhalb der 9. Blasform das Gestell durch. Dadurch flossen ca. 60 bis 70 Tonnen Roheisen aus dem Ofen auf das Schlackengleis, was bewirkte, dass zwei Schlackenpfannen, die unter den Ofenbühnen standen, bis in Achshöhe eingesült [sic!] wurden und einfroren. Schadenssumme: ca. 85 000 DM.

Am 24.12.1954 in der Nachtschicht wurden zwei Arbeiter der […]7 im VEB Kaliwerk »Karl Marx« Sollstedt, [Bezirk] Erfurt, in der B-Strecke von einem Löser verschüttet. Die Verunglückten wurden sofort geborgen und ins Krankenhaus überführt, wo der eine Arbeiter seinen Verletzungen erlag.

Im BKW »Franz Mehring«, [Bezirk] Cottbus, entgleiste am 25.12.1954 ein Waggon. Schaden: ca. 55 t Brikett.

Handel und Versorgung

Die VEAB Großenhain, [Bezirk] Dresden, hat vor Weihnachten einen Waggon Eier von Dresden erhalten, wovon über 2 000 Stück schlecht waren.

Mängel in der Kohlenversorgung bestehen im Kreis Wittstock, [Bezirk] Potsdam, wo ein Drittel der Bevölkerung noch mit Kohle beliefert werden muss. Seit 18 Tagen ist in Wittstock kein Waggon mit Kohlen eingetroffen.

Der Kreiskonsum Hagenow, [Bezirk] Schwerin, führte am 21.12.1954 einen Solidaritätseinsatz durch, dem der größte Teil der Kollegen fernblieb. Als Begründung wurde von den meisten erklärt, dass »die Arbeiter und Angestellten nicht zusammenarbeiten dürften, da dieses eine Gleichmacherei« bedeute. Dieses Argument wurde von einem Angestellten unter den Kollegen verbreitet.

Landwirtschaft

Die Diskussionen der Landbevölkerung zu den aktuellen politischen Fragen sind gering. Man befasst sich hierbei weiterhin mit dem Kampf gegen die Remilitarisierung Westdeutschlands. Inhaltlich haben sich gegenüber den Vortagen keine Änderungen ergeben. Der erfolgreiche Kampf gegen die Remilitarisierung in der französischen Nationalversammlung am 24.12.[1954] hat vereinzelt Freude und Zustimmung ausgelöst.

Bei den Wahlen der VdgB-(BHG)-Vorstände treten im Kreis Jüterbog, [Bezirk] Potsdam, Schwierigkeiten auf, da einige Kandidaten, meist Genossen, ihre Kandidatur ablehnen. So äußerte z. B. ein Bauer aus Schlenzer: »Ich will nicht gewählt werden, um nicht eines Tages die Jacke voll zu bekommen, wie es den anderen gehen wird.«

Vom Rat des Kreises Klötze, [Bezirk] Cottbus,8 wurde festgestellt, dass sollrückständige Bauern zu 90 Prozent Großbauern sind. Bei einem Teil stehen die Produkte zur Verfügung, werden jedoch mittels anderer Bauern als freie Spitzen verkauft.9

In Driewitz, Kreis Hoyerswerda, [Bezirk] Cottbus, hetzte ein ehemaliger Ortsbauernführer10 gegen die Ablieferung und forderte in einer Bauernversammlung auf, weniger abzuliefern als das Soll vorsieht.

Im Zusammenhang mit der Sollablieferung wird von feindlichen Elementen, besonders von Großbauern, die »freie Wirtschaft« gefordert. Ein Schwerpunkt hierfür ist der Kreis Jessen, [Bezirk] Cottbus. So erklärte z. B. ein Großbauer aus Kleindröben (Schwerpunkt am 17.6.1953): »Die Erfasser sollen machen, dass sie fortkommen und uns lieber alleine wirtschaften lassen. Wir wollen wieder eine freie Wirtschaft haben.« Ein anderer Großbauer der Gemeinde: »Ich warte schon mit Schmerzen auf den Amerikaner, damit er uns von dem heutigen Joch erlösen soll.«

Eine feindliche Beeinflussung der Kollegen gegen die LPG nahm der Betriebsleiter des ÖLB Plate, [Kreis] Schwerin, vor, als am 15.12.1954 aus diesem ÖLB eine LPG geschaffen werden sollte.11 In der Gründungsversammlung erklärte er u. a.: »In die LPG trete ich nicht ein und bin der Meinung, dass ihr Euch ebenfalls nicht der LPG anschließt.«

Im ÖLB Neubrandenburg bestehen verschiedene Missstände. So sind ca. 500 dz Kartoffeln und 159 dz Futterrüben durch mangelhaftes Abdecken der Mieten erfroren; ca. ½ ha Kartoffeln und Zuckerrüben befinden sich noch in der Erde. Außerdem brach die Schweinepest aus.

Im VEG Gohlis, Kreis Riesa, lagern zzt. noch 7 000 dz Zuckerrüben, da sie von der Zuckerfabrik Brottewitz, Kreis Liebenwerda, nicht abgenommen werden. Bisher ist ein Verlust von 8 bis 10 Prozent eingetreten.

Wegen Ersatzteilmangel können im Bezirk Magdeburg ca. 170 Raupenschlepper vom Typ KS 62 nicht eingesetzt werden. Die benötigten Teile sollen vor dem 15.2.1955 nicht ausgeliefert werden.

Die Schweinepest ist ausgebrochen: Im ÖLB Hinterste Mühle, Kreis Neubrandenburg (40 Schweine verendet), in Lentschow, [Kreis] Anklam (elf), in Ohorn, [Kreis] Bischofswerda (zwölf), und in Gnevsdorf, Pogez, Kleekamp, [Bezirk] Schwerin (60).

Übrige Bevölkerung

In den politischen Gesprächen befasst man sich vorwiegend mit den Pariser Verträgen. In der Mehrzahl werden diese abgelehnt und man bringt zum Ausdruck, dass es den Kriegstreibern nicht gelingen darf, die Remilitarisierung in Westdeutschland durchzuführen. In den Stellungnahmen zur ersten Lesung der Pariser Verträge in der französischen Nationalversammlung, die aus den verschiedensten Bevölkerungskreisen kommen und ausschließlich positiv sind, wird übereinstimmend erklärt, dass der positive Ausgang der ersten Lesung nur zu begrüßen sei und breite Zustimmung gefunden habe. Zum Beispiel sagte ein Einwohner aus Sehma, Kreis Annaberg: »Die Entscheidung der französischen Nationalversammlung in der Frage der Pariser Verträge ist von größter Wichtigkeit. Die meisten Menschen verstehen gar nicht den Sinn bzw. die Gefahr, die diese Verträge für uns bedeuten. Ich habe die halbe Nacht am Radio gesessen, nur um das Ergebnis der Abstimmung in der französischen Nationalversammlung zu hören und das Ergebnis war das schönste Weihnachtsgeschenk für mich.«

Ein Rentner aus Ilmenau, [Bezirk] Suhl: »In Paris ist damals der EVG-Vertrag abgelehnt worden12 und jetzt ist die erste Lesung der Pariser Verträge positiv für uns verlaufen. Das französische Volk hat kein Interesse daran, dass wieder eine deutsche Wehrmacht aufgebaut wird, denn das bedeutet für sie und darüber hinaus für die ganze Menschheit eine große Gefahr.«

Ein Fuhrunternehmer (parteilos) aus Brotterode, [Bezirk] Suhl: »Ich habe in meinem Leben noch niemals so gut gelebt wie jetzt und da ich daran interessiert bin, dass der Frieden erhalten bleibt, begrüße ich die Entscheidung durch das französische Parlament. Ich hoffe, dass unsere Brüder und Schwestern in Westdeutschland den Kriegstreibern die gleiche Abfuhr erteilen. Wir können nur im Frieden leben, wenn sich alle Völker der Erde einig sind.«

Weiterhin werden zwar nur im geringen Maße Diskussionen über die eventuelle Aufstellung Nationaler Streitkräfte geführt. Aufgrund der noch immer bestehenden Unklarheiten sind die Äußerungen in der Mehrzahl negativ. Das zeigte sich u. a. unter einem Teil der Schüler der Oberschule Neustrelitz und unter einem Teil der Studenten der Universitätsklinik in Jena. Dort herrscht die Meinung vor: »Nie ein Gewehr in die Hand zu nehmen.«

Bei den Diskussionen über die gegenwärtige politische Lage werden nur im geringen Maße direkt feindlichen Meinungen zum Ausdruck gebracht. Zum Beispiel erklärte ein Rentner aus Doberlug-Kirchhain, [Bezirk] Cottbus, in einer Unterhaltung: »Mein Schwager aus Westdeutschland teilte mir mit, dass wir Umsiedler im Mai in unsere Heimat zurückkönnten.« Als er darauf aufmerksam gemacht wurde, dass dies einen neuen Krieg bedeuten würde, äußerte er: »Was denken sie, wenn ich nur einen Stock hätte, ich würde mitschlagen, wir hatten ja schon einmal einen 17. Juni. Denken sie an meine Worte, am 15. Januar [1955] ist der 2. da. Ich weiß Bescheid, wir verlieren doch nichts bei der kleinen Rente. Ich ginge dann sofort nach Ostpreußen zurück.«

Ein Arbeiter aus Neugersdorf, Kreis Bischofswerda,13 [Bezirk] Dresden: »Die Freundschaft mit der ČSR ist nicht real, sonst würde man die Grenze nicht mit Stacheldraht abschließen. Bei einem eventuellen Einmarsch wird der Stacheldraht trotz allem aber nicht hinderlich sein.«

Ein Geschäftsmann aus Luckau, [Bezirk] Cottbus: »Ich bin davon überzeugt, dass im Falle eines Krieges nur die von Partei und Würde mit Begeisterung dabei sein werden. Entscheidend wird dann sein, dass keiner zum Iwan steht. Was mich betrifft, ich fasse kein Gewehr wieder an, das sollen andere besorgen.«

Bei den Diskussionen über die Mängel im Handel taucht immer wieder auf, dass man darüber ungehalten ist, dass es nicht genügend Einschlagpapier in den Geschäften gibt. Dazu äußerte eine Hausfrau in Oschersleben, [Bezirk] Magdeburg: »Ich kann nicht verstehen, dass es nicht einmal Butterbrotpapier gibt. Ich habe mir bisher immer von meiner Schwester aus Westdeutschland welches schicken lassen. Es ist mir jedes Mal unangenehm, ob es denn in der DDR noch immer kein Papier gibt und alles noch so schlecht ist.«

Organisierte Feindtätigkeit

Hetzschriftenverbreitung

SPD-Ostbüro:14 Schwerin, Kreis Perleberg, 600 (Inhalt: »Bürgerkriegsarmee gegen Einheit«).

NTS:15 Suhl, Kreis Hildburghausen, ca. 2 000.

KgU:16 Schwerin, Kreis Sternberg, 5 000 (Hetze gegen SfS).

In Halle wurden 234 Exemplare »Die Wahrheit von A bis Z« Nr. 9, Dez[ember] 1954 vom Ostbüro des DGB,17 die an die BGL der VEG und VEB gerichtet waren, sichergestellt.

In der Gemeinde Bismark, [Bezirk] Neubrandenburg, wurde ein Paket mit Hetzschriften aufgefunden (Inhalt: Elf Postkarten, deren Inhalt auf einen Treff hinwiesen. 30 »Tarantel«18 mit dem Bildnis des Genossen Wilhelm Pieck,19 Ausgabe, Dezember 1954 und 150 Exemplare mit der Überschrift »Berliner Montagsecho«,20 Jahrgang 8 Nr. 5).

Im Bezirk Karl-Marx-Stadt wurden in den Kreisen Hainichen und Karl-Marx-Stadt 21 Stück »Der Freiheitsrat ruft euch, Arbeiter der Sowjetzone«, 17 Stück »Gebt uns die Namen der Häscher« und vier Stück »Ulbrichts Wahlbetrug gescheitert«,21 aufgefunden.

Am 24.12.1954 wurde in der Papierfabrik Technitz, [Kreis] Döbeln, [Bezirk] Leipzig, ein Plakat über die Moskauer Deklaration von unbekannten Tätern mit folgenden Worten beschmiert: »Alles Lüge, alles Schwindel«.

In der Nacht zum 24.12.[1954] wurde im VEB Schwefelsäure- und Superphosphatwerk Salzwedel, [Bezirk] Magdeburg, festgestellt, dass der Motor, welcher die Schwefelbahn befördert, gewaltsam beschädigt wurde. Schaden 4 000 DM.

Am 27.12.[1954] fiel gegen 7.00 Uhr der Panzer auf dem Abbau 71/32 im »Martin Hoop«-[Steinkohle-]Werk 4 in Zwickau aus. Von einer unbekannten Person waren in der Nachtschicht vier Kantholzabfälle unter die Kette gelegt worden, was das Zerreißen der Kette und das Festfahren des Panzers bewirkte.

In der Nacht zum 24.12.[1954], gegen 2.00 Uhr wurde von einem unbekannten Täter eine Fensterscheibe in der Wohnung des 1. Sekretärs der SED-Kreisleitung Wittstock eingeworfen.

Am 25.12.[1954], gegen 19.00 [Uhr] wurden von bisher unbekannten Tätern in Kyritz, [Bezirk] Potsdam, auf einer Straße zwei Autofallen errichtet. Die Täter sägten zwei Bäume ab und legten sie in unübersichtlichen Kurven quer über die Straße.

Vermutliche Feindtätigkeit

Am 24.12.1954 brannte in der Gemeinde Wamckow, [Bezirk] Schwerin, eine Scheune von zehn werktätigen Bauern ab. Gesamtschaden: ca. 50 000 DM. Am gleichen Tag brannten in der Gemeinde Laage, Kreis Güstrow, [Bezirk] Schwerin, drei Scheunen ab. Die Geschädigten waren [in] dem ÖLB und zwei werktätige Bauern. Schaden: insgesamt 25 000 DM.

Am 26.12.[1954], gegen 1.30 Uhr brach bei einem Mittelbauern im Trieb, Kreis Auerbach ([Bezirk] Karl-Marx-Stadt), ebenfalls ein Brand aus. Außer dem Wohnhaus sind alle übrigen Gebäude abgebrannt. Das Vieh konnte gerettet werden. Schaden: ca. 50 000 DM. (In der Gemeinde war dies innerhalb kurzer Zeit der 3. Brand.)

  1. Zum nächsten Dokument Zur Beurteilung der Situation in der DDR

    29. Dezember 1954
    Informationsdienst Nr. 2403 zur Beurteilung der Situation in der DDR

  2. Zum vorherigen Dokument Zur Beurteilung der Situation in der DDR

    27. Dezember 1954
    Informationsdienst Nr. 2401 zur Beurteilung der Situation in der DDR