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Versorgungslage in Penkun, Kreis Pasewalk

6. Oktober 1956
Information Nr. 235/56 – Betrifft: Versorgungslage in Penkun, [Kreis] Pasewalk, [Bezirk] Neubrandenburg

Im Bezirk Neubrandenburg bildet die Versorgung der Stadt Penkun einen besonderen Schwerpunkt. Bereits 1954 wurde eine Überprüfung durch eine Kommission des Ministeriums für Handel und Versorgung vorgenommen. Diese stellte fest, dass die Zuteilung von Fleisch und Fett zu gering war. Nach dieser Überprüfung führte der Minister Wach1 eine Aussprache mit den Einwohnern durch, wonach sich die Versorgungslage wesentlich verbesserte. Jedoch nach kurzer Zeit gab es die gleichen Versorgungsschwierigkeiten wieder.

Am 3.8.1956 fand eine öffentliche Gemeindevertretersitzung statt, wo wiederum zu diesem Problem Stellung genommen wurde. Daraufhin wurden 3 t Fleisch und Fleischwaren geliefert, damit die größten Versorgungslücken beseitigt werden konnten. Im Allgemeinen kann gesagt werden, dass die Versorgung auf Lebensmittelkarten sichergestellt ist.2 Die HO-Waren sind aus folgenden Gründen schnell wieder ausverkauft: Ein Teil der Produkte wird durch Bauern, die ihre Milch in der Stadt abliefern, aufgekauft. In Penkun sind zzt. sehr viele Bauarbeiter beschäftigt. Die Molkerei gibt nur einmal wöchentlich an die Bauern Butter ab, sodass viele ihre Butter in der HO kaufen.

Weiterhin ist zu bemerken, dass die Bevölkerung über die Aussprache mit dem Minister Wach verärgert ist, weil nur zum Zeitpunkt der Aussprache Waren verkauft wurden, die vor und nach der Aussprache nie wieder vorhanden waren. Z. B. wurden am Tage der Aussprache noch am Abend bei Lampenlicht Fischwaren angeboten.

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    6. Oktober 1956
    Information Nr. 236/56 – Betrifft: Ratenzahlung
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    6. Oktober 1956
    Informationsdienst Nr. 19 zur Beurteilung der Situation in der DDR