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Verbreitung selbstgefertigter Flugblätter in Leipzig

13. Mai 1964
Einzelinformation Nr. 384/64 über die Verbreitung selbstangefertigter Hetzflugblätter

Am 11. und 12.5.1964 wurden im Stadtgebiet Leipzig insgesamt 50 selbstangefertigte Hetzflugblätter sichergestellt, die in der Hauptsache in Postbriefkästen eingeworfen worden waren. Es handelt sich um gleichartige, unter Benutzung handelsüblicher Postkarten hergestellte Hetzzettel. Mit Kinderdruckkasten war folgender Text aufgedruckt: »An alle Friedenskämpfer! | Wegen der kommunistischen Kriegshetze, Ausbeutung und Unterdrückung stürmen 10 000 Deutsche beim Berliner Jugendtreffen1 die Ostberliner Schandmauer. | Wir bitten alle Bürger daran teilzunehmen.«

Mit dem gleichen aufgedruckten Text wurden Hetzzettel in der Größe 20–12 cm in handelsübliche Briefumschläge eingelegt und am 10.5.1964 mit Aufgabeort Leipzig an verschiedene Firmen in andere Städte der DDR auf dem Postwege versandt. Als Anschriften wurden Annoncen aus einem Messeführer ausgeschnitten und auf die Briefumschläge aufgeklebt. Derartige Hetzzettel erhielten bisher:

  • Firma Zigarrenfabrik Bruns Treffurt/Erfurt,

  • VEB Baumwollspinnerei Adorf/Karl-Marx-Stadt,

  • DEFA-Kopierwerk Berlin-Johannisthal und

  • VEB Bero-Kaffee Berlin.

Alle notwendigen Maßnahmen zur Aufklärung der Hetzflugblattverbreitung wurden durch das MfS sofort eingeleitet.

  1. Zum nächsten Dokument Materialien gegen das Deutschlandtreffen
    15. Mai 1964
    Einzelinformation Nr. 390/64 über Hetzmaterialien gegen das Deutschlandtreffen
  2. Zum vorherigen Dokument Ausführungen eines Mitarbeiters des SPD-Ostbüros
    13. Mai 1964
    Einzelinformation Nr. 383/64 über Ausführungen des Mitarbeiters des SPD-Ostbüros, Rudolf Maerker, vor Westberliner SPD-Funktionären zum Deutschlandtreffen und zur Lage in der FDJ