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Fehlende Unterkünfte für neu immatrikulierte Studenten

30. August 1968
Einzelinformation Nr. 955/68 über fehlende Unterkünfte für neu immatrikulierte Studenten

Mit Beginn des Studienjahres 1968/69 nimmt eine hohe Anzahl von Studenten an den verschiedenen Bildungsstätten das Studium auf.

In Anbetracht dessen, dass in verschiedenen Studieneinrichtungen bereits im vergangenen Studienjahr durch fehlende bzw. überbelegte Quartiere die wohnungsmäßige Unterbringung und durch zu geringe Kapazität der Versorgungseinrichtungen die Versorgung der Studenten erschwert war, was zu Unzufriedenheit und negativen politisch-ideologischen Auswirkungen geführt hatte, möchten wir auf einige neue derartige Probleme hinweisen.

Während an den meisten Studieneinrichtungen die Unterbringung und Versorgung der neu immatrikulierten Studenten gewährleistet ist, ist dieses Problem bei über 1 000 Studenten an sieben Hochschuleinrichtungen noch nicht geklärt. Im Wesentlichen wird das damit begründet, dass zwar einerseits die Zahl der Studenten an diesen Bildungsstätten ständig wächst, damit aber nicht gleichzeitig die Kapazität der Unterkünfte und Versorgungseinrichtungen.

Das führte dazu, dass Klub- und Kulturräume sowie Arbeitszimmer und andere Räumlichkeiten zweckentfremdet als Schlafzimmer eingerichtet werden mussten.

Nach unseren Informationen ergeben sich aus der Neuimmatrikulation von Studenten an den nachgenannten Studieneinrichtungen folgende Probleme:

Humboldt-Universität Berlin

Von den ca. 1 000 neu immatrikulierten Studenten werden

  • 600 Studenten durch Überbelegung des Studentenheimes Biesdorf (Aufstellen von Campingbetten, Einrichtung von Massenunterkünften und Gemeinschaftsräumen),

  • 50 Studenten in zweckentfremdeten Räumlichkeiten der Sportanlage der Humboldt-Universität am Marx-Engels-Platz und

  • 116 Studenten in möblierten Zimmern

untergebracht.

Für 220 Studenten fehlen Unterbringungsmöglichkeiten, für die der Magistrat zwar Notlösungen schaffen will, aber noch keine konkreten Festlegungen getroffen hat.

Karl-Marx-Universität Leipzig

Während ca. 700 neu immatrikulierte Studenten z. T. provisorisch untergebracht sind, fehlen noch für 535 Studenten Unterkünfte. Der Karl-Marx-Universität waren im Herbst 1967 vom Rat der Stadt Leipzig 800 Quartiere für andere Zwecke entzogen worden.

Universität Rostock

Für 50 neu immatrikulierte Studenten sind keine Quartiere vorhanden. 320 neu immatrikulierte Studenten können nur befristet bis 2.1.1969 bzw. bis Saisonbeginn in FDGB-Ferienheimen Unterkunft finden. Das Studenteninternat ist überbelegt.

Hochschule für Ökonomie Berlin

Wegen Terminverzögerung beim Bau neuer Wohnobjekte können 138 neu immatrikulierte Studenten und 100 Teilnehmer eines Intensivlehrganges nicht untergebracht werden.

Technische Universität Dresden

Während 63 neu immatrikulierte Studenten wegen nicht termingerechter Instandsetzung eines Wohnheimes keine Unterkunft erhalten können, müssen 571 Studenten in sogenannten Notunterkünften untergebracht werden.

Hochschule für Verkehrswesen Dresden

20 neu immatrikulierte Studenten müssen bis zur Beendigung baulicher Veränderungen an den Wohnobjekten im Gang des Studenteninternats provisorisch einquartiert werden. 80 weitere Studenten werden in anderen provisorischen Unterkünften wohnen müssen.

Medizinische Akademie Erfurt

Da die Akademie ab September 1968 keine Studenten neu aufnimmt, ist für 15 neu immatrikulierende Studenten, die in Erfurt ihr Studium beginnen sollten, die Ausbildung und Unterbringung nicht geklärt. Eine Übernahme durch die Karl-Marx-Universität Leipzig würde ebenfalls Schwierigkeiten bei der Quartierbeschaffung ergeben.

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