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Ermittlungsverfahren der BV Neubrandenburg (1975–1977)

21. Juli 1977
Übersicht über die Entwicklung der von der BV Neubrandenburg bearbeiteten Ermittlungsverfahren [Bericht K 2/13]

Im Zeitraum vom 1.1.1975 bis 30.6.1977 wurden von der BV Neubrandenburg gegen insgesamt 75 Personen Ermittlungsverfahren in Bearbeitung genommen. Davon 1975 gegen 25 Personen, 1976 gegen 24 Personen, 1.1. bis 30.6.1977 gegen 26 Personen.

Die Einleitung der Ermittlungsverfahren erfolgte wegen:

Delikt

1975

1976

1.1. bis 30.6.77

Spionage durch Auslieferung von Informationen nach beabsichtigtem oder erfolgtem Verlassen der DDR

2

1

Staatsfeindliche Verbindungen

2

Terror – Staatsgrenze

4

Staatsfeindlichen Menschenhandels

2

Ungesetzliche Grenzübertritte

7

11

15

Illegalen Eindringens aus sozialistischen Staaten

3

2

5

Staatsfeindliche Hetze

2

2

Missachtung staatlicher und gesellschaftlicher Symbole

2

Öffentliche Herabwürdigung

1

Unbefugter Offenbarung wirtschaftlicher Geheimnisse

1

Vorsätzlicher Brandstiftung

4

Vorsätzlicher Tötung

1

Sonstiger Straftaten gegen die Persönlichkeit

1

Unbefugten Waffen- und Sprengmittelbesitzes

3

Militärstraftaten

1

2

1

Die Statistik spiegelt wider, dass die politisch-operative Arbeit noch zielstrebiger auf die im Bezirk Neubrandenburg vorhandenen Schwerpunktbereiche und personellen Schwerpunkte ausgerichtet werden müsste.

Zum Beispiel:

  • Große Anzahl bedeutender militärischer Objekte; im Verlaufe der letzten zweieinhalb Jahre – bis auf eine bedeutende Festnahme – keine operativen Vorgänge im Zusammenhang mit der Entlarvung von Spionen abgeschlossen.

  • Vorbeugende politisch-operative Arbeit zur Aufklärung und Bekämpfung des ungesetzlichen Verlassens und des staatsfeindlichen Menschenhandels muss auf der Grundlage der entsprechenden Befehle und Weisungen des Ministers noch zielstrebiger organisiert und durchgesetzt werden.

Übersicht zum ungesetzlichen Verlassen:

In der Zeit vom 1.1.1975 bis 30.6.1977 haben insgesamt 42 Personen die DDR ungesetzlich verlassen. Unter den 42 Personen befanden sich elf, die ausgeschleust wurden. Sie waren überwiegend im medizinischen Bereich (Ärzte) tätig. Bei 184 Personen, überwiegend im Alter von 14 bis unter 25 Jahren, deren Motive fast ausschließlich in persönlichen Konfliktsituationen angesiedelt waren, konnten Absichten des ungesetzlichen Verlassens der DDR rechtzeitig erkannt und verhindert werden.

  1. Zum nächsten Dokument Sitzung der KKL am 9./10.7.1977 in Berlin
    25. Juli 1977
    Information Nr. 484/77 über die Sitzung der Konferenz der evangelischen Kirchenleitungen der DDR am 9./10.7.1977 in Berlin
  2. Zum vorherigen Dokument Übersiedlungsersuchen von Armin Mueller-Stahl
    21. Juli 1977
    Information Nr. 483/77 über Hinweise im Zusammenhang mit dem beabsichtigten Ersuchen auf Übersiedlung des Schauspielers Armin Mueller-Stahl in die BRD