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Hirtenwort der katholischen Bischöfe zu Ostern

26. Februar 1981
Information Nr. 108/81 über ein »Gemeinsames Hirtenwort der katholischen Bischöfe in der DDR zur österlichen Bußzeit 1981«

Dem MfS wurde intern bekannt, dass in allen Gottesdiensten der katholischen Kirche am 8.3.1981 ein »Gemeinsames Hirtenwort der katholischen Bischöfe in der DDR zur österlichen Bußzeit 1981« verlesen werden soll.1

(Es entspricht katholischen Traditionen, jeweils zu Beginn der »Fastenzeit« ein »Hirtenwort« des jeweiligen Bischofs bzw. ein gemeinsames »Hirtenwort« aller Bischöfe zu verlesen.)2

Im diesjährigen gemeinsamen »Hirtenwort« wird auf solche »Fragen« wie

  • Haben wir Christen noch eine Chance in unserem Lande?

  • Was wird aus dem christlichen Glauben unserer Kinder?

  • Finden wir in unserer Diaspora-Kirche die Gemeinschaft, die wir brauchen?

eingegangen. Damit solle seitens der Bischöfe mitgeholfen werden, »richtige Grundentscheidungen« zu finden.

Alle katholischen Bischöfe in der DDR sind im Besitz des »Hirtenwortes« und werden es internen Hinweisen zufolge in der Woche vom 2. bis 8.3.1981 den Geistlichen ihres jeweiligen Kirchengebietes übergeben.

Im Mittelpunkt des »Hirtenwortes« stehen »Antworten« für ein christliches Verhalten in der sozialistischen Gesellschaft, insbesondere in Bezug auf die kommunistischen Erziehungsziele und der Jugendweihe.

Dabei handelt es sich um die bereits bekannten Standpunkte der katholischen Kirche zu einigen Fragen der kommunistischen Bildung und Erziehung in der DDR, die erneut in konzentrierter Form dargelegt werden.

Intern wurde in diesem Zusammenhang weiter bekannt, dass der Vorsitzende der »Berliner Bischofskonferenz«, Bischof Schaffran,3 gegenüber katholischen Bischöfen der DDR Zweifel zum Ausdruck brachte, ob die Verlesung dieses »Hirtenwortes« zum gegenwärtigen Zeitpunkt richtig sei. Er habe in diesem Zusammenhang geäußert, er als Vorsitzender der »Berliner Bischofskonferenz« und damit die gesamte katholische Kirche in der DDR könnten durch den Inhalt des »Hirtenwortes« möglicherweise unglaubwürdig erscheinen, da er anlässlich des Antrittsbesuches beim Vorsitzenden des Staatsrates der DDR mit keinem Wort auf die im »Hirtenwort« aufgeworfenen Fragen eingegangen sei.4

Es wird vorgeschlagen, dass der Staatssekretär für Kirchenfragen, Genosse Gysi,5 noch in dieser Woche in einem Gespräch mit dem Vorsitzenden der »Berliner Bischofskonferenz«, Bischof Schaffran, auf das »Gemeinsame Hirtenwort der katholischen Bischöfe in der DDR zur österlichen Bußzeit 1981« zu sprechen kommt und anregt, die beabsichtigte Verlesung dieses »Hirtenwortes« am 8.3.1981 im Interesse der Fortführung der kontinuierlichen Entwicklung eines loyalen Verhältnisses zwischen Staat und katholischer Kirche noch einmal zu überdenken. Bischof Schaffran könnte dabei vorgeschlagen werden, entsprechende Fragen und Probleme in geeigneter, evtl. auch schriftlicher Form dem Staatssekretär für Kirchenfragen zur Prüfung zu übergeben und das vorliegende »Hirtenwort« nicht zur Verlesung zu bringen.

Im Interesse der unbedingten Wahrung des internen Charakters der vorliegenden Information über das »Hirtenwort« ist es erforderlich, dieses Gespräch mit Bischof Schaffran unter einem bestimmten Vorwand herbeizuführen. (Dies könnte u. a. ein Besuch des Staatssekretärs für Kirchenfragen, Genossen Gysi, beim Vorsitzenden des Rates des Bezirkes Dresden zur Beratung grundsätzlicher Fragen hinsichtlich der eingereichten Anträge für den befristeten Aufenthalt polnischer Seelsorger in der DDR sein.)

Das Gespräch zum »Hirtenwort« sollte insbesondere die Aussagen enthalten, dass

  • ein »Hirtenwort« zu den angesprochenen Fragen kurz nach dem Gespräch zwischen dem Staatsratsvorsitzenden und Bischof Schaffran und unmittelbar vor dem X. Parteitag der SED6 nicht im Sinne des Antrittsbesuches Bischof Schaffrans beim Staatsratsvorsitzenden liegen könne, zumal zu dieser Problematik – entgegen der bekannten Absicht – kein einziges Wort gesagt wurde,

  • vorhandene Fragen, Fakten und Beispiele – die den Ausgangspunkt und die Grundlage für das »Hirtenwort« bildeten, d. h. zum Beispiel das evtl. Fehlverhalten staatlicher Leiter und anderer Personen gegenüber katholischen Bürgern – dem Staatssekretär für Kirchenfragen in geeigneter Form, evtl. auch schriftlich, zur Prüfung übergeben werden können,

  • nach der Prüfung, Klärung und Beantwortung der aufgeworfenen Fragen durch den Staatssekretär für Kirchenfragen seitens der katholischen Kirche über die Erfordernisse der Verlesung eines »Hirtenwortes« evtl. zu einem späteren Zeitpunkt beraten werden könnte.7

(Der Wortlaut des »Hirtenwortes« wird in der Anlage beigefügt.)

Der Umgang mit dieser Information darf nur in abgedeckter Form erfolgen. Dabei darf die Herkunft im Interesse der Sicherheit der Quelle unter keinen Umständen ersichtlich werden.

Anlage zur Information Nr. 108/81

Gemeinsames Hirtenwort zur österlichen Bußzeit 1981

Liebe Brüder und Schwestern!

Wenn wir Bischöfe uns in einem gemeinsamen Hirtenwort an Euch wenden, möchten wir Euch helfen, richtige Grundentscheidungen für Euer Leben zu finden. Denn für Euch, »für die Menschen«, sind wir als Bischöfe »bestellt«. Eure Sorgen sind auch unsere Sorgen. Aber in einem Hirtenbrief können wir nicht auf alle Probleme eingehen, die Euch bedrängen. Darum wollen wir uns auf drei brennende Fragen beschränken:

  • Haben wir als Christen noch eine Chance in unserem Land?

  • Was wird aus dem christlichen Glauben unserer Kinder und Jugendlichen?

  • Finden wir in unserer Diasporakirche die Gemeinschaft, die wir brauchen?

I. Zur ersten Frage: Haben wir als Christen noch eine Chance in unserem Land?

Immer wieder wird in den Medien und Schulungen gesagt, dass wir auf dem Weg zum Kommunismus sind. Bis dahin wird Religion sich zwangsläufig abgebaut haben. Sie wird keinen Lebensraum mehr haben. Begleitet wird diese atheistische Prognose von einem praktischen Materialismus. Geld, Arbeit, Wohlstand sind zwar schon schwankende Götzen, aber sie beherrschen weiterhin das Leben. Hat christlicher Glaube in diesem geistigen Klima noch eine Chance? Ist der Christ in einem solchen gesellschaftlichen Gefüge nicht an den Rand gedrückt? Wie finden wir heute und hier den Mut, Christ zu sein und den Mut zur Hoffnung auf Zukunft?

Liebe Brüder und Schwestern, eine Antwort auf diese Frage kann nur aus der Mitte unseres Glaubens kommen, aus der Zusage des Herrn: »Ich bin bei Euch alle Tage bis ans Ende der Welt.«1)

Wir sind eine kleine Herde, eine Minderheit in der Diaspora, aber ihr Reichtum ist es, dass trotz ihrer Unvollkommenheit Christus in ihrer Mitte lebt. Deshalb ist unsere Diasporakirche eine Keimzelle der Hoffnung und des Heiles. Diaspora kann aber auch eine Gefährdung des Glaubens sein und manchem Christen zum Verhängnis werden. Nach dem Willen Gottes ist Diaspora jedoch eine Chance des Glaubens. Das griechische Wort »Diaspora« enthält als Stamm das Wort »spora« und heißt Aussaat. Der Wortsinn von Diaspora ist: über das ganze Ackerland ausgestreute Saat. Gott traut uns Diasporachristen zu, ausgestreute Saat zu sein, die in sich die Kraft birgt, reiche Frucht zu bringen. Er streut uns aus als Samenkörner seiner Menschenfreundlichkeit und Liebe. Durch uns ist Gott da in dieser atheistischen Gesellschaft, die ihn nicht will. Durch uns macht sich Gott zum Nachbar der Atheisten.

Freilich, was Gott uns zutraut, erfahren wir auch als Last und Kreuz, als Ausgeliefertsein und Ohnmacht. Doch wie der Herr sich am Kreuz stellvertretend für die Menschen hingab und in seiner Auferstehung Befreiung für alle erwirkte, so haben auch wir Christen in der Nachfolge des Gekreuzigten die Vollmacht zur Stellvertretung. Wir sind dazu berufen, stellvertretend für die Menschen in unserem Land, die Nein zu Gott sagen, Sühne, Fürbitte und Dank vor Gott zu bringen. Wir können ihnen Licht auf dem Weg zu Gott sein.

Haben wir Christen noch eine Chance in unserem Land? Als Christen haben wir immer und überall eine Chance, wenn wir uns auf den Weg Christi einlassen. Er ist bei uns, lebt in unserer Mitte und ist durch uns hier gegenwärtig. Darum haben wir nicht nur eine Chance, darum sind wir Christen eine Chance für unser Land. Das müssen wir zuerst selbst begreifen! Wir alle, Brüder und Schwestern, sind als Christen für die Menschen bestellt, weil wir die Macht empfangen haben, als Kinder Gottes zu wirken. Mögen andere ihre Chancen berechnen nach der Macht, die ihnen zur Verfügung steht. Unsere Chance ist die Macht der Kinder Gottes. Das hat der Heilige Vater gerade uns Diasporachristen ans Herz gelegt, als er in Osnabrück sagte: »Die Bewährung Eures Glaubens – das ist Eure Chance!«2)

II. Nun zur zweiten Frage: Was wird aus dem christlichen Glauben unserer Kinder und Jugendlichen?

Besorgt fragen uns christliche Eltern: Was nützt es, wenn Glaubens- und Gewissensfreiheit in der Verfassung garantiert und durch Gesetzeskraft rechtlich gesichert sind, unsere Kinder aber trotzdem schutzlos der Zugluft atheistischer Erziehung ausgesetzt bleiben? Ist die Zielsetzung der neuen Schulordnung vom 29.11.1979 nicht die kommunistische Erziehung der Jugend?3) – Bleibt bei dem Erziehungsmonopol des Staates noch Raum für unser Elternrecht? Liebe Brüder und Schwestern! Die Kirche hat im Konzil den Eltern erneut die Pflicht und das erste Recht zur Erziehung ihrer Kinder vor Augen gestellt. Eltern dürfen ihr Erst-Erziehungsrecht nicht aus der Hand geben und keiner darf es ihnen aus der Hand nehmen. Auch der Staat muss bei seinen Erziehungszielen den Willen der Eltern beachten.4)

Diese Lehre der Kirche steht im Einklang auch mit der Charta der Vereinten Nationen, der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte und der Schlussakte von Helsinki.5) Alle diese Erklärungen haben in der DDR Rechtskraft. Entspricht es dem Erziehungsrecht christlicher Eltern und der von diesen Dokumenten geforderten Toleranz gegenüber Andersdenkenden, wenn christliche Kinder in der Schule belehrt werden: Der Glaube an Gott sei überholter, primitiver Aberglaube und wissenschaftlich widerlegt? Entspricht es dem Elternrecht und der verfassungsmäßig garantierten Freiheit der Religionsausübung, wenn christliche Kinder, deren ethische Lebensnorm die Liebe ist, zum Hass erzogen werden?

Wir können als Christen niemals Ja sagen zum Hass. Gott ist keines Menschen Gegner. Er erwartet auch von uns, den Kindern Gottes, dass wir selbst die Menschen lieben, die uns feindlich gesinnt sind. Hass schafft Feindschaft und Erziehung zum Hass zerstört den Friedenswillen und den Frieden selbst.

Noch schwerwiegender greift in das Recht der freien Religionsausübung ein die von Tausenden katholischen Eltern und Kindern leidvoll erfahrene Praxis in der Frage der Jugendweihe. Immer wieder wird erklärt: Die Teilnahme an der Jugendweihe ist freiwillig.6) Nehmen aber katholische Eltern und Kinder diese Freiwilligkeit in Anspruch, sind sie meist seitens der Schule, der Betriebe, in denen die Eltern arbeiten, oder seitens anderer gesellschaftlicher Institutionen einem solchen moralischen Druck ausgesetzt, dass von Freiwilligkeit nicht mehr die Rede sein kann. Atheistische Eltern und ihre atheistisch erzogenen Kinder haben ihr selbstverständliches Recht, sich durch das feierliche Gelöbnis der Jugendweihe zu einer atheistischen Lebensführung zu verpflichten. Aber Christen, die mit Gott leben wollen, können nicht gleichzeitig ein feierliches Ja-Wort sagen zu der unbestritten atheistischen Zielsetzung der Jugendweihe. Dies darf man Christen nicht zumuten! Es ist ein Unrecht, sie durch moralischen Druck dazu zwingen zu wollen. Ganz gleich, von wem dieser moralische Druck ausgeht, er verstößt gegen die Glaubens- und Gewissensfreiheit, auf die jeder Bürger der DDR, ob Atheist oder Christ, gemäß der Verfassung ein Recht hat.7)

Liebe katholische Eltern und Jugendliche! Wir kennen die Gewissensnöte, die vielen von Euch bei der Werbung zur Jugendweihe aufgelastet werden. Wir wollen sie mit Euch tragen und Euch auch durch dieses Hirtenwort helfen. Doch abnehmen können wir Euch die eigene Gewissensentscheidung nicht. Das kann keiner! Allen aber, die sich in der Frage der Jugendweihe entsprechend den Grundsätzen des katholischen Glaubens entscheiden, sagen wir Bischöfe unseren Dank. Wir danken ihnen im Namen der Kirche und im Namen der Menschen, denen sie durch ihr Beispiel helfen. Wir wissen auch um die Not derer, die ihre Kinder an der Jugendweihe teilnehmen ließen. Wir bitten sie, durch ein treues Leben im Glauben ihr Nachgeben wiedergutzu machen. Gott will durch uns Christen gegenwärtig sein in diesem Land. Darum wollen und müssen wir uns auch zu Ihm bekennen. Ja, nach einem Wort des Papstes »müssen wir den Mut haben, uns von unserer Umgebung – wenn es nötig ist – zu unterscheiden.«8) Wenn wir uns vor den Menschen zu Christus bekennen, wird auch Christus uns vor dem Vater im Himmel bekennen. Habt den Mut, ganze Christen zu sein! Lasst Euch nicht irre machen! Die Bewährung Eures Glaubens – das ist Eure und Eurer Kinder Chance!

III. Zur dritten und letzten Frage: Finden wir in unserer Diasporakirche die Gemeinschaft, die wir brauchen?

Keiner kann Christ sein für sich allein. Nur als Glied der Kirche bin ich Christ. Christ ist, wer mit Christus lebt – mit Christus, der in seiner Kirche gegenwärtig ist. Darum brauchen wir die Gemeinschaft der Kirche. Aber gibt uns die Gemeinschaft der Kirche, das was wir brauchen? Ist unsere Diasporakirche, unsere Pfarrgemeinde, so, dass sie uns Brüderlichkeit und Glaubensstärkung erfahren lässt? Spürt man in ihr das Wirken des Geistes Christi, oder ist sie verkrustete, erstarrte Gemeinschaft? Ist sie klein und enggewordene Ghetto-Kirche, an der wir leiden, oder ist sie die Kirche, die wir lieben und in der zu leben unsere Freude ist?

Liebe Brüder und Schwestern! Die Kirche ist die Gemeinschaft der Erwählten Gottes und zugleich auch die Kirche der Sünder. Wir alle versagen immer wieder, und so gibt es auch das Allzumenschliche und das Ungenügen in der Kirche. Darum gilt auch das alte Wort: Ecclesia semper reformanda – Die Kirche bedarf ständiger Erneuerung. Das geht uns alle an! Denn wir Brüder und Schwestern – wir sind die Kirche. Wir sind füreinander und miteinander verantwortlich, dass unsere Kirche hier und heute so lebt, dass in ihrer Gemeinschaft das liebenswerte Antlitz Christi erkennbar wird.

Dafür hat Christus sein Leben hingegeben, – sagt das Johannes-Evangelium – »um die zerstreuten Kinder Gottes zur Einheit zu sammeln.«9) Der Herr streut uns nicht nur aus. Er ist es auch, der uns zusammenführt zu einer neuen Gemeinschaft. Er sammelt uns nicht zu einer Gesellschaft des Wohlstandes, wie die Welt sie sucht, sondern zu einer Gemeinschaft des Lebens, des Friedens, der Gerechtigkeit und brüderlichen Liebe. Nach einer solchen Gesellschaft hungern heute die Menschen.

In der Diaspora dieser Welt versammeln wir Christen uns gemäß dem Auftrag des Herrn immer wieder zur gemeinsamen Feier der Eucharistie.

Das Kreuz der Diaspora, das Aushalten als Christ auf einsamem Posten, erfahren wir Tag für Tag. Der christliche Sonntag aber schenkt uns gleichsam die Auferstehung aus dieser Kreuzessituation in der eucharistischen Gemeinschaft mit dem Herrn. Hier hören wir die Worte seiner guten Botschaft; Worte, die wir im Alltag nicht hören; Worte, die von der Würde und dem Recht des Menschen sprechen. Mit Christus treten wir vor den Vater, als stellvertretende Fürbitter. Wir geben uns mit dem gekreuzigten Erlöser hin als Opfergabe für das Leid der Menschen, ihre Not und die Erfüllung ihres Hungers nach Gerechtigkeit und Frieden. Beim Versöhnungs- und Friedensgruß begraben wir den kleinlichen Ärger und engherzigen Streit, der uns trennte, im großherzigen Frieden Christi. Im heiligen Mahl verteilt sich Christus an uns als das Brot des Lebens und eint alle, die davon essen, zur Bruderschaft der Liebe, zu dem »gott-menschlichen Wir« seiner Kirche.

Wenn wir im Leben tun, was wir in der Eucharistie feiern, finden wir mit Sicherheit auch in unserer Diasporakirche die Gemeinschaft, die wir brauchen: Das Zusammenkommen, die brüderliche Verbundenheit, das Füreinander-Einstehen, die Befreiung von Schuld, die Freude am Glauben, die Bereitschaft zum Dienst, das Suchen des anderen, den Mut zum Zeugnis und die Kraft zum Opfer, ohne das kein Leben gelingt.

Nutzen wir die Wochen der österlichen Bußzeit, um uns aus dem Geist der Eucharistiefeier zu erneuern! Sie ist und bleibt die Quelle des Lebens der Kirche und der Strom lebendigen Wassers für die Welt.

Liebe Brüder und Schwestern! – Die Zusage des Herrn »Ich bin bei Euch« ist unsere Chance heute nicht weniger als gestern und morgen. Vertraut Eure Sorgen um den christlichen Glauben unserer Kinder Christus an. Seine Liebe und das Beispiel Eurer Glaubensfreude vermögen mehr, als alle Umerziehungsversuche von Menschen. Und seid Kirche! Was Ihr in der Eucharistie mit Christus vollzieht, das lebt auch in Eurer Gemeinde!

Den Gläubigen auf dem Domplatz zu Fulda sagte der Heilige Vater: »Viele meinen, die Geschichte des Christentums neige sich ihrem Ende zu. Ich sage Euch, diese Geschichte soll jetzt neu beginnen, und zwar durch Euch!«10)

In dieser Zuversicht grüßen Euch mit österlichen Segenswünschen die Bischöfe der Berliner Bischofskonferenz

Berlin, den 25. Januar 1981

  • Gerhard Schaffran – Bischof von Dresden-Meißen

  • Dr. Joachim Meisner – Bischof von Berlin

  • Bernhard Kuhn – Bischof und Apostolischer Administrator von Görlitz

  • Heinrich Theissing – Bischof und Apostolischer Administrator in Schwerin

  • Johannes Braun – Bischof und Apostolischer Administrator in Magdeburg

  • Dr. Joachim Wanke – Bischof und Apostolischer Administrator in Erfurt-Meiningen

  • Johannes Kleineidam – Weihbischof in Berlin

  • Georg Weinhold – Weihbischof in Dresden

  • Theodor Hubrich – Weihbischof in Magdeburg

  • Norbert Werbs – ernannter Weihbischof in Schwerin

Anmerkungen

  • 1)

    Mt 28,20.

  • 2)

    Predigten und Ansprachen v. Papst Johannes Paul II. bei seinem Pastoralbesuch in Deutschland, Offizielle Ausgabe der Deutschen Bischofskonferenz, S. 48.

  • 3)

    Schulordnung v. 29.11.1979, GBl. d. DDR, Teil I, Nr. 44.

  • 4)

    vgl. Zweites Vatikanisches Konzil, über die christl. Erziehung, 3.

  • 5)

    Charta der Vereinten Nationen Art. 26 – Allgemeine Erklärung der Menschenrechte vom 10.12.1948 – Schlussakte von Helsinki v. 1.8.1975, Teil I Abschn. VII; Staatsverlag der DDR. Berlin 1976.

  • 6)

    Kurt Hager – Aufruf zu den Jugendweihen, Herbst 1974 Wörterbuch zur sozial. Jugendpolitik, Berlin 1975, S. 129 – Stichwort Jugendweihe.

  • 7)

    Verf. d. DDR Art. 20, Abs. 1.

  • 8)

    Predigten und Ansprachen von Papst Johannes Paul II. a. a. O., S. 48.

  • 9)

    Jo 11,52.

  • 10)

    Predigten und Ansprachen von Papst Johannes Paul II. a. a. O., S. 154.

  1. Zum nächsten Dokument Besuch des Regierenden Bürgermeisters Han-Jochen Vogel in Ostberlin
    2. März 1981
    Information Nr. 109/81 über den Aufenthalt des Regierenden Bürgermeisters von Berlin (West), Hans-Jochen Vogel, in der Hauptstadt der DDR, Berlin
  2. Zum vorherigen Dokument Statistik Einnahmen Mindestumtausch (16.2.–22.2.1981)
    24. Februar 1981
    Information Nr. 99/81 über die Entwicklung der Einnahmen aus der Durchführung des verbindlichen Mindestumtausches für die Zeit vom 16. Februar 1981 bis 22. Februar 1981