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Zur Beurteilung der Situation

24. März 1954
Informationsdienst Nr. 2162 zur Beurteilung der Situation

Die Lage in Industrie, Verkehr, Handel und Landwirtschaft

Industrie und Verkehr

Im Mittelpunkt der Diskussionen stehen weiterhin betriebliche Probleme. Über die beabsichtigte Einführung der Wehrpflicht in Westdeutschland wird nur noch vereinzelt diskutiert,1 Mehrzahl der Stimmen positiv. Negative bzw. feindliche Stimmen wurden in geringer Zahl bekannt und richten sich im Allgemeinen gegen die SU und DDR. Dabei zeigt sich besonders der Einfluss der westlichen Propaganda. Ein Arbeiter der Abteilung Fertigmontage des VEB Chemische Werke Cottbus: »Ich habe den Sender Hamburg2 gehört und es sollen wieder 100 Jugendliche aus sächsischen Betrieben nach dem Westen gegangen sein, um der verstärkten VP-Werbung zu entgehen.3 Es kommt eben umgekehrt, wie es sich unsere oben denken. Ebenfalls sind die SED-Funktionäre alle bewaffnet und die Wiedervereinigung soll jetzt in Form einer Revolution erfolgen.« Ein Arbeiter des gleichen Werkes: »Ich habe vom RIAS gehört, dass doch bei uns Verhaftungswellen stattgefunden haben. Diese Personen wurden nur deshalb verhaftet, weil sie freie Wahlen wollten. Ich würde bei freien Wahlen keine Partei von uns wählen, sondern eine rechtsstehende.«

Ein Teil der Werktätigen zeigt eine abwartende und gleichgültige Haltung gegenüber politischen Problemen, besonders Angestellte und Intelligenz.

Zu Ehren des IV. Parteitages der SED4 werden von einem Teil der Werktätigen Kollektiv- und Einzelverpflichtungen übernommen. Die Abteilung Tischlerei des VEB Holzindustrie in Eggesin, [Bezirk] Neubrandenburg, verpflichtete sich, für 10 000 DM Gebrauchsgegenstände über den Plan hinaus herzustellen. Im VEB Zemag Zeitz, [Bezirk] Halle, führten die Abteilungen Werkzeugmacherei und Mechanische Werkstatt zu Ehren des IV. Parteitages Sonderschichten durch.

Ein großer Teil aller Schichten der Werktätigen erhofft vom IV. Parteitag Vorschläge zur Verbesserung der wirtschaftlichen Lage. Besonders erwartet man eine Preissenkung und die Abschaffung der Lebensmittelkarten ohne Erhöhung der Preise. Ein Arbeiter vom Kraftfahrzeugzubehörwerk Meißen, [Bezirk] Dresden: »Wenn man bei uns im Betrieb jemanden fragt, was sie vom IV. Parteitag erwarten, dann bekommt man zur Antwort, dass man sehr gespannt ist auf die Beschlüsse, die gefasst werden zur Verbesserung der Lebenslage und zur Sicherung des Friedens.«

Ein Arbeiter (parteilos) vom VEB Elektrostahlguss in Leipzig: »Ich denke doch, dass zum IV. Parteitag eine große Preissenkung kommt. Meine Frau will Verschiedenes kaufen. Wir werden jedoch noch warten.«

Verschiedentlich wird das Gerücht verbreitet, dass ab 1. Mai 1954 die Lebensmittelkarten wegfallen. Dabei bringt man teilweise zum Ausdruck, dass damit auch die Preise erhöht werden. Dieses Gerücht wird besonders im VEB Steingutfabrik Torgau, [Bezirk] Leipzig, und im VEB Zuckerfabrik Lübz, [Bezirk] Schwerin, verbreitet.

Eine Arbeiterin des Karl-Marx-Werkes in Babelsberg,5 [Stadt] Potsdam: »Jetzt werden nun bald die Lebensmittelkarten wegfallen und dann wird man keine Butter mehr kaufen können, denn von 10,00 auf 2,00 DM wird die Butter bestimmt nicht gesenkt und dann wäre eine Hungersnot da und somit auch eine Revolution heraufgeschworen, die dann alle von dem Joch, was auf uns liegt, befreit.«

Produktionsschwierigkeiten wurden aus einzelnen Betrieben der Bezirke Potsdam und Halle bekannt. Ursache: Materialmangel. Dies wirkt sich teilweise auf den Verdienst der Arbeiter aus, welcher wiederum negativ die Stimmung in diesen Betrieben beeinflusst. Materialmangel besteht im Stahl- und Walzwerk Henningsdorf, [Bezirk] Potsdam (an Schrott), im Rohrleitungsbau der Braunkohlenverwaltung Bitterfeld, [Bezirk] Halle, im VEB Abus6 und im VEB Polysius,7 [Bezirk] Halle.

Diskussionen über Prämienzahlung: Im VEB Porzellanwerk Neuhaus, [Bezirk] Suhl, und im VEB IKA Sonneberg,8 [Bezirk] Suhl, wird von Arbeitern darüber diskutiert, dass die Prämien der technischen Intelligenz zu hoch sind. Man sollte diese Mittel für kulturelle und soziale Zwecke verwenden.

Erkrankungen: Am 20.3.1954 erkrankten im Schwermaschinenbau Werk I des VEB Schumann und Co. Leipzig9 178 Kollegen nach Einnahme des Werkküchenessens an Durchfall. Das Essen bestand aus Pute mit Kartoffelklößen. Die Untersuchungen über die Ursachen werden noch geführt.

Stimmen über die Erkrankungen im VEB Modul,10 [Bezirk] Karl-Marx-Stadt: Ein Arbeiter dieses Betriebes: »Ich bin der Meinung, dass hier an Schweinepest erkrankte Schweine im Essen verarbeitet wurden.« Andere Stimmen besagen, dass man »die Schuld ausländischen Agenten in die Schuhe schieben wird«. Weiterhin äußert man, dass wir keine Ursache haben, den Westen wegen Verkauf von verdorbenem Pferdefleisch an Rentner anzuprangern,11 da bei uns ja Ähnliches geschehe. Des Weiteren wurde von Arbeitern in der Stadt davon gesprochen, dass durch die Fleischvergiftung zwei Kollegen tot, drei blind und 200 erkrankt seien. In der Nadelfabrik Textima in Karl-Marx-Stadt haben die Arbeiter abgelehnt, Bratkartoffeln mit Sülze in der Werkküche zu essen. Daraufhin gelangte Blutwurst zur Ausgabe.

Bildung von Kampfgruppen:12 Vereinzelt lehnen Genossen den Einsatz in den gebildeten Kampfgruppen ab. Der Grund ist meist eine pazifistische Einstellung. So zum Beispiel lehnten sechs Genossen des VEB Präzisionsmaschinenwerk Schmölln, [Bezirk] Leipzig, ihre Mitarbeit mit der Begründung ab, dass sie kein Gewehr wieder in die Hand nehmen wollen.

Demonstration zu Ehren der März-Gefallenen 1921 im Leuna-Kröllwitz:13 Über die stattgefundene Demonstration wird von den Werktätigen des Bezirkes Halle zum großen Teil begeistert und anerkennend gesprochen. Ein Teil der Kollegen, besonders die Arbeiterveteranen, waren darüber enttäuscht, dass die Genossen Wilhelm Pieck,14 Walter Ulbricht15 und Otto Grotewohl16 sowie Rosa Thälmann17 nicht anwesend waren.

Handel und Versorgung

Im DHZ-Lager in Sagard, [Bezirk] Rostock, lagern 1,4 Tonnen Schokoladenwaren, die nicht abgesetzt werden können und zum Teil schon verdorben sind. In Gnaschwitz und Göda, [Bezirk] Dresden, wurden Möbelverkaufsstellen der Konsumgenossenschaft eingerichtet. Da sich der Kreisverband der Konsumgenossenschaft mit der DHZ Möbel über die Handelsspanne nicht einig werden kann, kann der Bedarf der Bevölkerung an Möbeln nicht gedeckt werden. Bei der DHZ Schnittholz, Niederlassung Leipzig bestehen große Lagerraumschwierigkeiten. Die Möbel müssen dadurch längere Zeit im Freien und zum Teil meterhoch übereinander lagern. Dadurch entstehen große Schäden.

Landwirtschaft

Nur ganz vereinzelt wird unter der Landbevölkerung über politische Tagesfragen gesprochen. Im Mittelpunkt des Interesses steht die Frühjahrsbestellung. Die damit verbundenen Mängel führen des Öfteren zu negativen Äußerungen. So z. B. sagte ein Bauer aus Rothenburg, [Bezirk] Neubrandenburg: »Wenn ich keine Saatkartoffeln bekomme, kann meinen Hof die Regierung übernehmen. Wenn es hier so weitergeht, werden noch viele Bauern davonlaufen.«

Ein Neubauer aus Kreis Pritzwalk, [Bezirk] Potsdam: »Man wird gezwungen, nach Westdeutschland zu gehen. Ich habe nichts mehr zu füttern und bin deshalb gezwungen, Saatgut zu verwenden. Eine Kuh ist mir schon verendet, dafür muss ich aber die Milch weiterhin abliefern.« Aus dem Bezirk Magdeburg wird berichtet, dass ein Mangel an Futtermitteln besteht. Vorwiegend fehlt es an Kleie.

In einigen Gemeinden des Kreises Köthen, [Bezirk] Halle, sind Bauern verärgert, weil sie für die im Herbst 1953 erhaltenen Saatkartoffeln jetzt 50 Prozent Speisekartoffeln dafür liefern sollen. Aus dem Kreis Greiz, [Bezirk] Gera, wird gemeldet, dass die DSG/Handelszentrale Gera (Kreisniederlassung) den von den BHG bestellten Futterrübensamen noch nicht ausgeliefert hat, während die privaten Händler den Samen schon verkaufen.

Weiter wird aus dem Kreis Greiz, [Bezirk] Gera, berichtet, dass von den eingeplanten freien Düngemitteln (acht Waggon Kali und acht Waggon Düngekalk) für das Kreisgebiet drei Waggon Kali von der DHZ Berlin gestrichen wurden. Das wirkt sich ganz besonders nachteilig für die 200 Bauern der BHG »Wildtaube« aus, da ihr Boden besonders auf Kali angewiesen ist.

Verschiedentlich fordern Bauern, dass das Sommersaatgut freigegeben wird. So äußerte z. B. ein LPG-Vorsitzender Wolferstedt, [Bezirk] Halle: »Es ist höchste Zeit, dass die Freigabe von Sommerölsaaten erfolgt.«

Im Kreis Pritzwalk, [Bezirk] Potsdam, nimmt die Krähenplage zu. Auf dem VEG Groß Langerwisch und in der LPG Beveringen wurde dadurch die ganze Saat vernichtet.

Negative Stimmen wurden nur ganz vereinzelt bekannt und nachfolgend ein paar Beispiele:

Ein Bauer aus Zschoppach, [Bezirk] Leipzig, äußerte: »Den Delegationen werden in der Sowjetunion nur Mustergüter gezeigt. Ich weiß aber wie es drüben aussieht. Dort sorgen die Kolchosen auch erst für sich, ehe sie abliefern. Die MTS arbeiten genauso schlecht wie bei uns. Die Hauptsache, es wird alles 100-prozentig erfüllt, wenn es auch bloß auf dem Papier steht.«

In den Gemeinden Wilmersdorf, [Bezirk] Frankfurt, und Segeletz, [Bezirk] Potsdam, kommt es unter den Umsiedlern des Öfteren zu Diskussionen über die Rückkehr in ihre Heimat. So äußerte ein Neubürger:18 »Die Rückkehr ist nur durch den Ami möglich.« Ein anderer sagte: »Es wäre gut, wenn die Besatzungsmächte bald abziehen würden, dann könnten wir wieder in unsere Heimat zurück.«

Die Schweinepest hat sich in den Kreisen Greiz, Rudolstadt und Jena weiter ausgebreitet. Bei einzelnen Bauern mussten ganze Bestände notgeschlachtet werden. Auf dem VEG Burgau19 wurden 18 Sauen, zwei Eber und 86 Ferkel notgeschlachtet.20

Übrige Bevölkerung

Aufgrund des bevorstehenden IV. Parteitages hofft ein größerer Teil der Bevölkerung, besonders Hausfrauen, auf Vorschläge zur weiteren Verbesserung der Lebenslage (Preissenkung der HO, Abschaffung der Lebensmittelkarten). Teilweise befürchtet man, dass bei der Abschaffung der Lebensmittelkarten die Preise den HO-Preisen angeglichen werden. Eine Hausfrau aus Paußnitz, [Bezirk] Dresden, sagte: »Ich bin ja sehr gespannt, was uns der IV. Parteitag bringt. Man hört sehr viel, dass wieder eine neue Preissenkung kommt und die Lebensmittelkarten wegfallen. Ich habe nur Bedenken, dass durch den Wegfall der Marken die Preise so steigen, dass wir uns nicht mehr das kaufen können wie bisher.«

Im Mittelpunkt der Diskussionen stehen weiterhin wirtschaftliche und persönliche Fragen. Nachfolgend einige Beispiele: So wird in den Krankenhäusern und Polikliniken darüber diskutiert, dass man sagt, wir möchten nur wissen, für was der FDGB überhaupt da ist, wenn er noch nicht einmal in der Lage ist, Ferienplätze zu beschaffen. (In dieser Industriegewerkschaft fallen auf acht FDGB-Mitglieder ein Ferienplatz.)

Aus der Gemeinde Crostau, [Bezirk] Dresden, wird berichtet, dass eine Kürzung der Gelder für den Kindergarten vorgenommen worden ist und zwar 9 000 DM weniger als im Vorjahr. Die Bevölkerung ist damit nicht einverstanden, da es dem neuen Kurs von Partei und Regierung nicht entspricht.21

Durch die Diskussionen über eine bevorstehende Preissenkung klagt die Deutsche Notenbank Dresden über Bargeldmangel, da Schwierigkeiten bei Lohnauszahlungen oder anderen großen Ausgaben auftreten. Von der Bank wird angenommen, dass die Bevölkerung das Bargeld für Soforteinkünfte zurückhält.

Ganz vereinzelt werden negative Meinungsäußerungen bekannt. Der 1. Kreissekretär der LDPD Görlitz, [Bezirk] Dresden, erzählte: »Otto Grotewohl wird in seiner Arbeit zurückgedrängt und Walter Ulbricht versucht nach vorn zu kommen. Es sollen Machtkämpfe zwischen ihnen stattfinden, die sich bis in die Gemeinden auswirken. So sind auch in letzter Zeit Blockbeschlüsse in den Gemeinden wieder aufgehoben worden.«22

Ein selbstständiger Friseurmeister aus Frankfurt äußerte sich: »Vor allem geht es in Westdeutschland den Geschäftsleuten und den selbstständigen Handwerkern besser, da sie bedeutend mehr Ellenbogenfreiheit haben. Sie brauchen sich keine Vorschriften über die Preise vom Finanzamt machen lassen und haben demgemäß einen großen Verdienst. Meiner Meinung nach war es ein Fehler, die KPD und SPD zu vereinigen.«

Die CDU im Kreis Lübz, [Bezirk] Schwerin, versucht im verstärkten Maße, Jugendliche für ihre Partei zu gewinnen. Bei ihrer Werbung verwenden sie das Argument, dass die Jugendlichen dann für die VP politisch nicht infrage kommen.

Beachtenswert ist die Aktivität der Kirche und die teilweise feindlichen Äußerungen von Pfarrern. Einen starken Einfluss hat die Kirche im Kreis Lübz, [Bezirk] Schwerin. Vor allem konzentriert man sich jetzt auf die Arbeit der evangelischen Frauenhilfe,23 mit dem Ziel, die Frauen zu gewinnen und auf diese Weise auf die Männer den Einfluss geltend zu machen, um sie von der gesellschaftspolitischen Arbeit abzuhalten. Die katholische Kirche veranstaltete Faschingsfeste, um dadurch Mitglieder zu gewinnen.

Ein Pfarrer aus Johnsdorf, [Bezirk] Dresden, sagte in seiner Predigt Folgendes: »Bedauerlicherweise muss heute ein großer Teil unserer Gläubigen in Konzentrationslagern und Zuchthäusern schmachten und dort ihre Gebete verrichten.«

Ein Pfarrer aus Weißwasser, [Bezirk] Cottbus, ließ sich während des Konfirmandenunterrichtes erzählen, was in der Schule im Deutschunterricht gelehrt wird. Dann ließ er sich das Gedicht vom Weberaufstand vortragen.24 Danach äußerte er sich: »Solche Gedichte könnt ihr auch bloß in einer kommunistischen Schule lernen, Ihr könnt euch auch von den Kommunisten konfirmieren lassen.«

In Plauen, [Bezirk] Karl-Marx-Stadt, kursiert das Gerücht, dass der Außenminister der DDR Dr. Lothar Bolz25 abgesetzt werden soll bzw. seinen Rücktritt erklärt habe. Dieses Gerücht wird besonders von Mitgliedern der NDPD verbreitet.

Organisierte Feindtätigkeit

Hetzschriftenverteilung

SPD-Ostbüro:26 Neubrandenburg 35 000, Schwerin 6 000, Suhl 2 000, Cottbus 2 000, Karl-Marx-Stadt 1 100, Potsdam 980, Halle 20, Dresden 5. Inhalt: Hetze gegen die Regierung, SED, SfS, »freie Wahlen«.

NTS:27 Frankfurt/Oder 500, Potsdam 50, Dresden 50, Karl-Marx-Stadt 10. Inhalt: Hetze gegen SU.

KgU:28 Suhl 10 000, Karl-Marx-Stadt 4 700, Gera 5 000, Potsdam 300. Inhalt: Hetze gegen DDR, Genossen Molotow,29 »freie Wahlen«.

West-CDU: Cottbus 4 500.

Der größte Teil der oben aufgeführten Hetzschriften wurde mit Ballons eingeschleust und gebündelt aufgefunden.

Folgende Hetzbriefsendungen wurden sichergestellt: In Potsdam zwei von der KgU, 16 mit gefälschten »Einheiten«.30 In Erfurt ein Hetzbrief, in Magdeburg und Berlin mehrere der SED-Opposition,31 gerichtet an Kreisleitungen und Parteiorganisationen der SED sowie an Einzelpersonen. Inhalt: Hetze gegen den IV. Parteitag, Parteistatut,32 Verteidigung der Plattform von Zaisser33 und Herrnstadt.34

Antidemokratische Schmierereien: Im Bezirk Potsdam wurden mehrere Hetzparolen mit folgendem Inhalt gefunden: »SS marschiert«, »Freiheit«, »freie Wahlen«.

Auf der MTS Lenzen, [Bezirk] Schwerin, wurden in den Benzintank eines Traktors kleine Kieselsteine gestreut. In die Kraftstromleitung wurden Holzstücke geworfen.

Im MTS-Stützpunkt Gotha, [Bezirk] Leipzig, wurde von unbekannten Tätern Wasser in das Motorenöl gegossen. Bisher ist dadurch ein Traktor ausgefallen. Am 22.3.1954 wurde in der LPG Mičurin in Milzau, [Bezirk] Halle, eine Drillmaschine zum Teil zerstört.

Vermutlich organisierte Feindtätigkeit

In der Nacht vom 21. zum 22.3.1954 wurde bei der Kreisstaatsanwältin in Königs Wusterhausen, [Bezirk] Potsdam, mittels Ziegelsteine die Scheibe der Eingangstür eingeworfen.

Waldbrände traten in folgenden Bezirken auf: Magdeburg drei, Dresden drei, Potsdam zwei. Die Ursachen hierfür sind in zwei Fällen Fahrlässigkeit, zwei Fällen Funkenflug und in vier Fällen noch nicht geklärt.

Einschätzung

Die Lage hat sich nicht wesentlich verändert.

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