Direkt zum Seiteninhalt springen

Ergebnisse der Agitation des MfS

9. Juli 1956
Information Nr. 65/56 – Betrifft: Ergebnisse der Agitation des MfS

Anlässlich der Landwirtschaftsausstellung in Leipzig-Markkleeberg1 wurde dort die Ausstellung des MfS »Schutz und Sicherheit dem friedlichen Aufbau« gezeigt, die in der Zeit vom 23.6. bis 1.7.1956 von 46.153 Personen besucht wurde. Außer einer Regierungsdelegation der DDR gehörten drei ausländische, zwölf westdeutsche und 35 Delegationen von MTS, LPG, VEG usw. zu den Besuchern. Übereinstimmend wurden dabei die Verständlichkeit und die Beweisführung (der verbrecherischen Tätigkeit des Gegners) sowie die mündlichen Erläuterungen lobend hervorgehoben und erklärt, dass diese Ausstellung den Menschen erst einmal die Augen öffnet. Auf der Ausstellung wurden 4 026 Broschüren verkauft.

Am 30.6.1956 fand in der Messegaststätte in Leipzig eine Pressekonferenz des MfS in Verbindung mit der SED-Bezirksleitung vor ca. 100 geladenen Personen statt. (Vertreter der Presse, ADN, Rundfunk, Parteien, Massenorganisationen, Angehörige Inhaftierter u. a.) Die Ausführungen des Genossen Major Kehl2 vom MfS über die Verbrechen des amerikanischen Geheimdienstes auch im Bezirk Leipzig und die Erklärungen der Inhaftierten Fischer, Heinz, Hohmann, Ingeborg, Posselt (durch Tonband), und des Herrn Lehmann – in denen sie über ihre feindliche Tätigkeit sprachen – fanden große Beachtung. Die Redakteurin der »Leipziger Volkszeitung« Brunsch, der ein Gespräch mit dem Inhaftierten Posselt gestattet wurde, wertete dies als deutlichen Ausdruck der demokratischen Gesetzlichkeit.3 Auch Rechtsanwalt Hohmann, dem Einsicht in die Strafakten angeboten wurde, sprach sich darüber in diesem Sinne aus.

Höhepunkt der Pressekonferenz war die Bekanntgabe, dass die Inhaftierten Fischer und Hohmann ab sofort entlassen sind, was einen tiefen Eindruck auf alle Anwesenden machte. Da die Freigelassenen sowie die Eltern der Hohmann öffentlich ihren Dank aussprachen und die Ehefrau des Inhaftierten Fischer alle Anwesenden warnte, sich nicht für eine feindliche Tätigkeit missbrauchen zu lassen, wurde dieser Eindruck noch vertieft und die Pressekonferenz nach Äußerung vieler Anwesenden ein voller Erfolg. Anschließend besuchten alle Teilnehmer der Pressekonferenz die Ausstellung des MfS.

  1. Zum nächsten Dokument Stimmung und westliche Presseberichte zu den Unruhen in Posen (3)
    10. Juli 1956
    Information Nr. 66/56 – Betrifft: Stimmung und Feindpropaganda zu den Provokationen in Poznan (3. Bericht)
  2. Zum vorherigen Dokument Unruhen in Posen
    9. Juli 1956
    Information Nr. 64/56 – Betrifft: Provokationen in Poznan