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Flugblattverbreitung im September (Zusammenfassung)

11. Oktober 1956
Information Nr. 248/56 – Betrifft: Hetzschriftenverbreitung im September 1956

Im Monat September 1956 wurden insgesamt 108 073 Hetzschriften auf dem Postwege (davon gelangten 1 313 in die Hände der Empfänger) und 812 564 Hetzschriften durch Ballon festgestellt.1 Außerdem wurden 1 485 Ballons gefunden bzw. gesichtet.

[Tabelle 1:] Vergleich zum Vormonat:

auf dem Postwege

durch Ballon

gesichtete bzw. gefundene Ballons

110 604

1 334 123

974

[Tabelle 2:] Die Verbreitung in den einzelnen Bezirken ergibt folgendes Bild:

Bezirk

auf dem Postwege

durch Ballon u. a.

Berlin

6 910

36 527

Cottbus

4 280

31 739

Dresden

14 098

14 040

Erfurt

5 541

59 103

Frankfurt

5 354

69 917

Gera

6 093

61 630

Halle

8 449

79 991

Karl-Marx-Stadt

8 164

112 018

Leipzig

9 194

10 668

Magdeburg

9 068

72 871

Neubrandenburg

3 638

9 743

Potsdam

9 143

195 286

Rostock

9 732

2 541

Schwerin

6 301

29 110

Suhl

1 621

23 679

»W«2

4 706

[Gesamt]

[107 586]

[813 569]

[Tabelle 3:] Die einzelnen Feindzentralen sind wie folgt an der Verbreitung der Hetzschriften beteiligt:

Absender

auf dem Postwege

durch Ballon u. a.

UfJ3

21 803

62 802

KgU4

20 185

58 897

NTS5/Zope6

1 739

248 328

SPD7

3 585

184 523

CDU

29 640

18

DGB

2 223

2 527

FDP

16 651

Colloquium8

7 458

Verschiedenes

21 440

225 974

Der Tag9

4 501

Tarantel10

1 168

Freies Europa11

7 175

Inhalt der Hetzschriften

Die von den einzelnen Agentenzentralen verbreiteten Hetzschriften sind zum überwiegenden Teil noch alte Exemplare und befassen sich mit den Problemen des 20. Parteitages der KPdSU sowie der internen Rede des Genossen Chruschtschow.12

Verbreitung von Hetzschriften durch Auslegen, Ankleben usw.

Im Monat September wurden 86 Fälle gemeldet (Vormonat 61 Fälle). Die Fälle verteilen sich wie folgt auf die Bezirke:

  • Dresden: 29 Fälle,

  • Potsdam: 29 Fälle,

  • Halle: 8 Fälle,

  • Berlin: 5 Fälle,

  • Suhl: 5 Fälle,

  • Frankfurt/O.: 4 Fälle,

  • Gera: 3 Fälle,

  • Magdeburg: 1 Fall,

  • Neubrandenburg: 1 Fall,

  • »W«: 1 Fall.

Das Anbringen von Hetzlosungen, Hakenkreuzen u. Ä. für den Monat September wurde bereits in dem Bericht vom 21.9.1956 angeführt.

Selbstgefertigte Hetzschriften wurden in den Bezirken Halle, Dresden und Neubrandenburg festgestellt.

  • 3.9.1956 zehn selbstgefertigte Hetzschriften in Köthen, [Bezirk] Halle, im Torweg der Gaststätte »Grüne Tanne«, Straße des 7. Oktober und im Torweg der Druckerei Dünnhaupt, Augustenstraße; Größe: DIN A5 (handschriftlich mit Tinte); Inhalt: Hetze gegen führende Funktionäre unserer Partei und Volksarmee.

  • 9.9.1956 30 selbstgedruckte Hetzzettel, Größe: 10 × 1 cm in der Nähe des Amtsgerichtes in Eisleben, [Bezirk] Halle. Inhalt: Hetze gegen führende Funktionäre.

  • Dresden: 2.9.1956: mehrere selbstgefertigte Hetzzettel (handgeschrieben) in Löbau in der Bahnhofshalle im Briefkasten. Inhalt: Hetze gegen W. Ulbricht, Unterschrift: SPD.

  • Neubrandenburg: 30.9.1956: 16 selbstgefertigte Hetzzettel im Stadtgebiet von Demmin. Text: »Ulbricht muss fort, damit Deutschland leben kann«; »Tod der SED«; »Wir fordern freie Wahlen, nieder mit der SED«.

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    12. Oktober 1956
    Information Nr. 249/56 – Betrifft: Vorkommnis im Bezirk Dresden
  2. Zum vorherigen Dokument Flugblattverbreitung per Post, Ballons und Auslage im September
    10. Oktober 1956
    Information Nr. 246/56 – Betrifft: Hetzschriftenverbreitung im Monat September 1956