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Lage und Vorkommnisse nach dem Verbot der KPD (1)

18. August 1956
Information Nr. 160/56 – Betrifft: Lage und Vorkommnisse nach dem Verbot der KPD

I. Übertritte von KPD-Mitgliedern in die DDR

Nach der Verkündung des KPD-Verbots in Westdeutschland1 meldeten sich an den Grenzkontrollpunkten der DDR folgende KPD-Mitglieder:

Am 17.8.1956 trafen ein:

  • Fink, Hein,2 1. Sekretär der Landesleitung Hamburg. Genosse F. hatte den Auftrag von der Partei sich dem Haftbefehl zu entziehen.

  • Hagen, Hans, 2. Sekretär Bezirk Lauenburg. Genosse H. war am 17.8.1956 bereits zwei Mal von der Kripo vernommen worden und kam aus diesem Grunde in die DDR.

  • Schmidt, Hans, 2. Sekretär einer Wohnbezirksgruppe in Helmstedt. Genosse Sch. führte ein Protokoll über die Durchsuchung seiner Wohnung bei sich.

Am 18.8.1956 meldeten sich folgende KPD-Mitglieder an den Grenzkontrollpunkten:

  • Mallmann, Ludwig, 1. Sekretär Kreis Neukirchen. Er hatte den Auftrag bei Bekanntwerden des Haftbefehls in die DDR zu gehen.

  • Mark, Otto, geb. 1924, Bach, Helmut, geb. 1919, beide Redakteure der »Volksstimme« in Aachen.3

  • Pickernell, Wilhelm, von der Bezirksleitung der KPD Niedersachsen. Genosse P. kam mit einem Wagen der Bezirksleitung. Zwei weitere Fahrzeuge der Bezirksleitung wurden an dem Grenzpunkt Helmstedt festgehalten.

II. Lage und Vorkommnisse an der Demarkationslinie

An der Demarkationslinie wurde am 17.8.1956 vor allem eine verstärkte Streifentätigkeit des Bundesgrenzschutzes sowie des Zolls festgestellt.4 Weiter wurde von den Grenzbereitschaften ein erhöhter Fahrzeugverkehr beobachtet, wobei im Abschnitt Braunlage ein SPW mit 20 Angehörigen des Bundesgrenzschutzes und im Kommandanturbereich Eisfeld wiederholt amerikanische Jups5 und Kräder gesichtet wurden.

Von der Grenzkommandantur Boizenburg wird berichtet, dass durch den westlichen Zoll besonders der Hafenbereich in Vierkrug/Elbe beobachtet wurde. Am 17.8.1956 wurden an der Grenze in Helmstedt zwei Fahrzeuge der Bezirksleitung der KPD Niedersachsen festgehalten, die in die DDR wollten. Dabei handelt es sich um die Fahrer [Name 1, Vorname] und [Name 2, Vorname].

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    20. August 1956
    Information Nr. 161/56 – Betrifft: Stimmung zum Verbot der KPD (1. Bericht)
  2. Zum vorherigen Dokument Auszüge aus dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum KPD-Verbot
    17. August 1956
    Information Nr. 159/56 – Betrifft: Auszüge aus der Erklärung zum Verbot der KPD (Vorausmeldung)