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Aktivitäten westalliierter Soldaten in Ostberlin (III. Quartal 1988)

5. November 1988
Information Nr. 474/88 über Aktivitäten, Vorkommnisse und rechtswidrige Handlungen von Angehörigen der in Westberlin stationierten westlichen Besatzungstruppen bei der Einreise und dem Aufenthalt in der Hauptstadt der DDR, Berlin, im Zeitraum vom 1. Juli bis 30. September 1988

Im Zeitraum vom 1. Juli bis 30. September 1988 reisten insgesamt 70 397 (63 928)* Angehörige der in Westberlin stationierten Besatzungstruppen der USA, Großbritanniens und Frankreichs mit 15 822 (13 277) Kraftfahrzeugen in die Hauptstadt der DDR, Berlin, ein.

* Zahlenangaben in Klammern beziehen sich auf den gleichen Zeitraum des vorigen Jahres. [MfS-Fußnote]

Damit stieg gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres die Anzahl der insgesamt von Westberlin aus in die Hauptstadt der DDR, Berlin, eingereisten Angehörigen der westlichen Besatzungstruppen um 10,1 (20,1) % sowie die Anzahl der eingefahrenen Kraftfahrzeuge um 19,2 (16,7) %.

Unter den eingereisten Angehörigen der westlichen Besatzungstruppen befanden sich 1 432 (1 373) Angehörige der in Westberlin stationierten Militärinspektionen (MI) der USA, Großbritanniens und Frankreichs, die mit 428 (427) Aufklärungsfahrzeugen Einfahrten in die Hauptstadt der DDR, Berlin, durchführten, davon

[MI]

Angehörige

Kraftfahrzeuge

MI der USA

247 (284)

92 (112)

MI Großbritanniens

678 (652)

186 (192)

MI Frankreichs

507 (437)

150 (123)

Gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres ist somit die Anzahl der eingereisten Angehörigen der drei westlichen MI weiter geringfügig um 4,3 (4,2) % angestiegen bei gleichbleibender Gesamtzahl der Einreisen von MI-Aufklärungsfahrzeugen in die Hauptstadt der DDR, Berlin.

Die seit 1986 festzustellende Tendenz einer Differenzierung der Anteile der drei westlichen MI an der Gesamtzahl der erfolgten Einfahrten von Aufklärungsfahrzeugen in die Hauptstadt der DDR, Berlin, setzt sich, insbesondere bezogen auf die Einreisetätigkeit der MI der USA – Rückgang um 4,7 % – und Frankreichs – Anstieg um 6,2 % – weiter fort.

Der Anteil der einzelnen MI an den Gesamteinfahrten beträgt:

  • USA – 21,5 % (26,2),

  • Großbritannien – 43,5 % (45,0),

  • Frankreich – 35,0 % (28,8).

Nach getroffenen Feststellungen wurden durch Angehörige der drei westlichen MI im Berichtszeitraum während ihres Aufenthaltes in der Hauptstadt der DDR, Berlin, in 744 (626) Fällen unter Missachtung der ihnen eingeräumten Befugnisse Rechtsvorschriften der DDR verletzt, woran Angehörige der MI

  • der USA in 222 (263) Fällen – Anteil: 29,8 %,

  • Großbritanniens in 331 (284) Fällen – Anteil: 44,5 %,

  • Frankreichs in 191 (79) Fällen – Anteil: 25,7 %

beteiligt waren.

732 (621) der insgesamt getroffenen Feststellungen zu Rechtsverletzungen entfallen auf Verstöße gegen die Straßenverkehrsordnung (StVO) der DDR. Das entspricht einem Anteil von 98,4 %.

Die Verletzungen der StVO der DDR beinhalten im Wesentlichen nachfolgende Ordnungswidrigkeiten:

[Delikt]

Fälle

Befahren gesperrter bzw. für den Durchgangsverkehr gesperrter Straßen sowie Einfahrt in für eine Fahrtrichtung gesperrte Straßen (Verstoß gegen §§ 6 und 10 StVO)

484 Fälle

Halten und Parken im Halte- und Parken im Parkverbot (Verstoß gegen § 23 StVO)

123 Fälle

verkehrswidriges Abbiegen, gebotswidriges Einordnen, Überfahren von Sperrlinien/Sperrflächen (Verstoß gegen §§ 6, 10, 11, 15 StVO)

106 Fälle

Nach dem MfS vorliegenden Hinweisen wurden durch Angehörige der MI Großbritanniens mit den Aufklärungsfahrzeugen 09 XK 10 und 07 XK 90 in 136 bzw. 102 Fällen und durch Angehörige der MI Frankreichs mit dem Aufklärungsfahrzeug 6871–3875 in 129 Fällen am häufigsten derartige Verstöße gegen die StVO der DDR verursacht. Die Verstöße gegen die StVO, insbesondere das Befahren gesperrter Straßen sowie das verkehrswidrige Halten und Parken durch die Angehörigen der drei westlichen MI standen fast ausschließlich im Zusammenhang mit der Realisierung von aktiven Aufklärungshandlungen, insbesondere an militärischen Objekten, Transportwegen und Verladebahnhöfen der Deutschen Reichsbahn und anderen bedeutsamen Objekten und Einrichtungen.

Nach dem MfS vorliegenden Hinweisen wurden Angehörige der drei westlichen MI im Zeitraum vom 1. Juli bis 30. September 1988 in insgesamt 2 161 (1 747) Fällen – das entspricht gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres einem Anstieg um 23,7 % (53,5 %) – an Objekten und Einrichtungen der GSSD, der Schutz- und Sicherheitsorgane der DDR sowie anderen, zumeist auch militärisch bedeutsamen, Einrichtungen der Infrastruktur festgestellt, darunter an

[Objekte]

Fälle

Anteil in %

Objekten des MfS

587 (679)

27,2 %

Objekten der GSSD

451 (382)

20,9 %

Objekten der NVA

319 (103)

14,8 %

Objekten der GT der DDR

173 (156)

8,0 %

Objekten des MdI

31 ( 36)

1,4 %

Insgesamt waren an objektbezogenen Aufklärungs- und Kontrollhandlungen Angehörige der MI

  • der USA in 415 (496) – Rückgang um 16,3 %,

  • Großbritanniens in 1 144 (934) – Anstieg um 22,5 % und

  • Frankreichs in 602 (317) – Anstieg um 89,9 %

Fällen beteiligt.

Die Schwerpunkte der Aufklärungstätigkeit blieben bei feststellbarer Differenzierung im Wesentlichen unverändert. So standen vor allem die Objekte

  • der GSSD – Berlin-Karlshorst – 448 (369) Fälle,

  • des MfS – Berlin-Lichtenberg, Frankfurter Allee – 95 (161) Fälle,

  • [des MfS] – Berlin-Treptow, Schnellerstraße – 29 (47) Fälle,

  • [des MfS] – Berlin-Adlershof, Rudower Chaussee – 26 (59) Fälle,

  • [des MfS] – Berlin-Rahnsdorf, Fürstenwalder Allee – 145 (114) Fälle,

  • [des MfS] – Berlin-Johannisthal, Groß-Berliner Damm – 188 (146) Fälle,

  • der NVA – Berlin-Johannisthal, Groß-Berliner Damm – 188 (k. A.) Fälle,

  • [der NVA] – Berlin-Biesdorf, Köpenicker Straße – 73 (43) Fälle,

  • der Grenztruppen der DDR – Berlin-Rahnsdorf, Fürstenwalder Allee – 148 (119) Fälle

nach wie vor im Mittelpunkt der Aufklärungsaktivitäten der drei westlichen MI.

Im Zeitraum vom 1. Juli bis 30. September 1988 wurden 74 (53) zielgerichtete Aufklärungsaktionen größerer Intensität und Dauer an derartigen Objekten festgestellt: USA 13 (16), Großbritannien 39 (34), Frankreich 22 (3), wobei in unterschiedlichem Umfang unter Einsatz verschiedenster technischer Mittel Dokumentationen von Objekten, Einrichtungen, Militärtechnik und militärischen Übungshandlungen vorgenommen wurden.

Besonders hohe Einreise- und Aufklärungsaktivitäten der drei westlichen MI wurden im Zusammenhang mit Verladungen von Militärtechnik der GSSD und NVA im Raum Berlin-Karlshorst/Wuhlheide bzw. Berlin-Adlershof am

  • 26./27. Juli 1988,

  • 6. August 1988,

  • 18. August 1988,

  • 20. August 1988 (NVA),

  • 22. August 1988 (NVA),

  • 1. September 1988 (Teilnahme eines USA-Generalmajors),

  • 6. September 1988

festgestellt.

Im Mittelpunkt des Interesses der drei westlichen MI standen weiter die Probe zum Kampfappell (22. September 1988) sowie der Kampfappell der Kampfgruppen der Arbeiterklasse anlässlich ihres 35jährigen Bestehens am 24. September 1988. Allein am 24. September 1988 reisten 7 MI-Kfz mit insgesamt 24 Insassen ein, die intensiv Foto- und Videotechnik sowie Tonaufzeichnungsgeräte insbesondere gegen Angehörige der Kampfgruppen und der VP sowie deren Technik zum Einsatz brachten.

Wie in den Vorjahren waren im Berichtszeitraum ab 26. September 1988 verstärkte Einreiseaktivitäten der drei westlichen MI im Zusammenhang mit der Bereitstellung der Militärtechnik der NVA für die Ehrenparade zum Nationalfeiertag der DDR am 7. Oktober 1988 festzustellen. Allein vom 26. September 1988 bis 28. September 1988 reisten insgesamt 30 MI-Kfz mit 101 Insassen in die Hauptstadt der DDR, Berlin, ein; das sind ca. 20 % des im Monat September eingesetzten Gesamtpotenzials.

Aktive Aufklärungsaktivitäten gegen die Paradetechnik der NVA wurden insbesondere in Berlin-Köpenick – Verladebahnhof Köpenick/Elcknerplatz/Paradeparkplatz Fürstenwalder Damm –, in Berlin-Marzahn – Brücke in der Allee der Kosmonauten, Gleis und Zufahrt zum NVA-Objekt Marzahner Chaussee – und in Berlin-Biesdorf – Nähe NVA-Objekt Köpenicker Straße – entwickelt. Die MI-Angehörigen tätigten schriftliche Aufzeichnungen, führten Beobachtungen unter Einsatz optischer Hilfsmittel durch, begleiteten Militärkolonnen der NVA, nutzten Tonaufzeichnungsgeräte und brachten umfassend Video- und Fototechnik, teilweise mit Objektiven langer Brennweite und Blitzlichtgeräten, gegen die Paradetechnik zum Einsatz.

Wiederholt wurde dabei die StVO der DDR verletzt. Mehrfach wurde versucht, technische und organisatorische Einzelheiten durch Gesprächsabschöpfung von Angehörigen der VP bzw. NVA in Erfahrung zu bringen.

Nach getroffenen Feststellungen erfolgte ein mehrfacher Austausch von Fahrzeugbesatzungen der MI Großbritanniens und Frankreichs. Fahrzeuge der MI der USA (BC–104, BC–105) und Großbritanniens (07 XK 90, 09 XK 11) waren mit zusätzlichen Haftantennen von ca. 30 cm Länge ausgerüstet, die offensichtlich der Herstellung von Funkkontakt zwischen den genannten Fahrzeugen dienten.

Insgesamt hielten sich die Angehörigen der drei westlichen MI zur Durchführung von Aufklärungshandlungen im Zeitraum vom 1. Juli bis 30. September 1988 in

  • 29 (56) Fällen – bis 2 Stunden – Rückgang um 48,2 %,

  • 188 (169) Fällen – 2 bis 4 Stunden – Anstieg um 11,2 %,

  • 211 (202) Fällen – über 4 Stunden – Anstieg um 4,5 %

in der Hauptstadt der DDR, Berlin, auf.

Damit setzt sich insgesamt die seit dem Jahre 1983 festzustellende Tendenz der zeitlichen Ausdehnung der Aufklärungsfahrten weiter fort.

Hierzu im Einzelnen:

Militärinspektion

bis 2 Stunden – Anzahl Fälle

2 bis 4 Stunden – Anzahl Fälle

über 4 Stunden – Anzahl Fälle

der USA

20 (34)

36 (51)

36 ( 27)

Großbritanniens

7 (10)

24 (19)

155 (163)

Frankreichs

2 (12)

128 (99)

20 ( 12)

Zur Durchführung von Aufklärungshandlungen hielten sich Aufklärungsfahrzeuge der drei westlichen MI im III. Quartal 1988 insgesamt ca. 2 122 (2 060) Stunden in der Hauptstadt der DDR, Berlin, auf. Das entspricht gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres einem Anstieg um 62 Stunden (3,0 %) bei gleichbleibendem Stand des Kfz-technischen Einsatzes (vgl. S. 2).

Ausgewählte Beispiele über die Durchführung von Aufklärungshandlungen sowie über Verstöße gegen die Rechtsordnung der DDR durch Angehörige der drei westlichen MI während ihres Aufenthaltes in der Hauptstadt der DDR, Berlin:

MI der USA:

Mit dem Aufklärungsfahrzeug der MI der USA BC–102 wurden durch Angehörige der USA-Armee u. a. nachfolgende Verstöße gegen die Rechtsordnung der DDR begangen:

Am 22. August 1988, 12.25 Uhr befuhr das Aufklärungsfahrzeug (2 Insassen) in Berlin-Biesdorf die für alle Fahrzeuge (außer Anlieger) gesperrte Guntramstraße in Richtung Bahndamm, um 12.45 Uhr in Berlin-Karlshorst den für alle Fahrzeuge (außer Anlieger) gesperrten Kiesweg in Richtung Wiesenstraße. Um 13.16 Uhr hielt das Kfz in Berlin-Adlershof, Köpenicker Straße am Verladebahnhof neben dem Aufklärungsfahrzeug der MI Großbritanniens, 07 XK 90. Es bestand Kontakt zwischen den Insassen beider Fahrzeuge. Anschließend fuhr das Kfz der MI der USA auf das Gelände des Verladebahnhofs und hielt dort. Die USA-Armeeangehörigen verließen das Kfz, kletterten auf eine Schüttgutanlage, um von dieser erhöhten Position aus visuelle Aufklärungshandlungen gegen einen in Richtung Schöneweide abfahrenden Transportzug mit verladener Militärtechnik der NVA durchzuführen. Von 13.18 Uhr bis 13.21 Uhr hielt das Kfz in der Köpenicker Straße vor dem o. g. Kfz der MI Großbritanniens auf dem Gehweg verkehrswidrig im Halteverbot. Es kam erneut zu Kontakten.

Am 6. September 1988, 9.13 Uhr fuhr das Aufklärungsfahrzeug (2 Insassen) in Berlin-Biesdorf aus Richtung Geraldweg am Bahndamm entlang zur Zufahrt des Stellwerkes W 6 des Rangierbahnhofes Wuhlheide. Unterhalb der Zufahrt erfolgte der Einsatz von Fototechnik in Richtung der dort neuinstallierten Schrankenanlage. Um 9.20 Uhr hielt das MI-Kfz Am Waldberg/Dankratstraße. Dabei wurde durch die Insassen Fototechnik in Richtung eines Güterzuges mit verladener Funktechnik der GSSD eingesetzt. Um 9.40 Uhr befuhr das Fahrzeug in Berlin-Karlshorst von Neuwieder Straße aus die Köpenicker Allee, wobei zweimal das bestehende Verkehrsverbot für alle Fahrzeuge (außer Anlieger) missachtet wurde. Um 9.41 Uhr fuhr es unter Missachtung des Einfahrverbots in die Straße Am Heizhaus ein. Von 9.45 Uhr bis 10.40 Uhr hielt das Kfz im Stieglitzweg. Die Insassen entwickelten intensive Aufklärungsaktivitäten unter Einsatz von Fototechnik und Tonaufzeichnungsgeräten in Richtung zur Verladung bereitgestellter Panzertechnik und Militärfahrzeuge der GSSD. Der Beifahrer benutzte dreimal das Funkgerät im Kfz.

Am 28. September 1988, ab 18.48 Uhr hielt das Aufklärungsfahrzeug (4 Insassen) in Berlin-Köpenick auf der Freifläche gegenüber dem S-Bahnhof Wuhlheide neben den dort stehenden Aufklärungsfahrzeugen BC–105 (2 Insassen, MI der USA) und 6871–3873 (3 Insassen, MI Frankreichs). Die Insassen aller drei MI-Kfz brachten um 19.20 Uhr Fototechnik in Richtung eines vorbeifahrenden Transportzuges mit NVA-Paradetechnik zum Einsatz. Die Insassen des BC–102 wiederholten diese Aktivitäten ab 19.30 Uhr jeweils bei Vorbeifahrten weiterer Militärtransportzüge.

Am 29. September 1988, 8.11 Uhr hielten Angehörige der USA-Armee mit dem Aufklärungsfahrzeug der MI der USA, BC–104 (2 Insassen) in Berlin-Köpenick, Seelenbinderstraße vor Haus Nr. 66 auf dem Gehweg. Gleichzeitig hielt das MI-Kfz BC–102 (4 Insassen) gegenüber dem dortigen NVA-Objekt auf dem Gehweg.

Die USA-Armeeangehörigen, die die Fahrzeuge verlassen hatten, brachten Fototechnik mit Objektiven langer Brennweite in Richtung einer Militärkolonne der NVA zum Einsatz, die von 8.20 Uhr bis 8.23 Uhr den Standort in Richtung Rahnsdorf passierte, und folgten anschließend mit beiden MI-Kfz dieser Kolonne.

Am 28. September 1988, 10.00 Uhr hielten USA-Armeeangehörige mit dem gleichen Aufklärungsfahrzeug (2 Insassen) sowie dem MI-Aufklärungsfahrzeug BC–105 (2 Insassen) in Berlin-Hohenschönhausen unterhalb der Brücke Gehrenseestraße, Nähe Detlevstraße. (Dort befanden sich außerdem bis 10.10 Uhr bzw. 10.18 Uhr die Aufklärungsfahrzeuge der MI Frankreichs 6871–3873 und 6851–1862, jeweils 2 Insassen.) Die Insassen beider Aufklärungsfahrzeuge der MI der USA brachten Fototechnik und Tonaufzeichnungsgeräte zum Einsatz, als um 11.20 Uhr ein Militärtransportzug mit verladener Paradetechnik der NVA aus Richtung S-Bahnhof Hohenschönhausen den Standort passierte.

Angehörige der MI der USA begingen mit dem Aufklärungsfahrzeug BC–105 u. a. nachfolgende Verstöße gegen die Rechtsordnung der DDR:

Am 26. Juli 1988, von 18.50 Uhr bis 18.57 hielt das Aufklärungsfahrzeug (4 Insassen) in Berlin-Karlshorst, Stieglitzweg. Drei Insassen verließen das Kfz und realisierten Aufklärungshandlungen unter Einsatz von Fototechnik und optischen Hilfsmitteln in Richtung Verladeanlage der Deutschen Reichsbahn, wo Panzertechnik der GSSD zur Verladung bereitgestellt war. Um 22.25 Uhr parkte das Kfz – zusammen mit den MI-Kfz BC–103 (USA, 3 Insassen), 6871–3875 (Frankreich, 3 Insassen) und ab 22.40 Uhr 09 XK 10 (Großbritannien, 3 Insassen) – auf der Zufahrt zum Stellwerk W 6 des Rangierbahnhofes Wuhlheide. Die Insassen aller genannten Fahrzeuge waren ausgestiegen und brachten um 22.40 Uhr Fototechnik mit Blitzlicht gegen einen in Richtung Stellwerk W 4 rangierten Transportzug mit verladener Militärtechnik der GSSD zum Einsatz.

Gleichartige Aktivitäten wiederholten sich von 22.44 Uhr bis 22.46 Uhr, als der genannte Transportzug von Stellwerk W 4 in Richtung Stellwerk B 8 rangiert wurde. Der größte Teil der westlichen Militärangehörigen betrat dazu direkt die Gleisanlagen.

Am 3. August 1988, 13.29 Uhr fuhr das Aufklärungsfahrzeug (4 Insassen) in Berlin-Biesdorf, Alt Biesdorf, Nähe Trabant-Werkstatt auf einen Erdhügel am NVA-Objekt und hielt dort an. Drei USA-Armeeangehörige verließen das Kfz und tätigten von dieser erhöhten Position aus mithilfe eines Fernglases visuelle Aufklärungshandlungen in Richtung Objektinneres.

Am 15. August 1988, 10.24 Uhr fuhr das Aufklärungsfahrzeug (4 Insassen) in Berlin-Oberschöneweide von der Straße An der Wuhlheide trotz vorgeschriebener Fahrtrichtung »geradeaus« (außer NVA) nach links in den für alle Fahrzeuge (außer Anlieger) gesperrten Privatweg I. Höhe Eichgestell wurde darüber hinaus das dort errichtete Sperrgebietsschild mißachtet. Um 10.35 Uhr befuhr es in Berlin-Biesdorf die für alle Fahrzeuge (außer Anlieger) gesperrte Guntramstraße in Richtung Bahndamm. Von 10.45 Uhr bis 10.59 Uhr hielt das Kfz zwischen Balzerweg und Dankratweg mehrmals an, wobei die Insassen Fototechnik in Richtung eines auf dem Rangierbahnhof stehenden Transportzuges mit verladener Militärtechnik der GSSD zum Einsatz brachten.

Am 24. August 1988, 11.29 Uhr befuhr das Aufklärungsfahrzeug (2 Insassen) in Berlin-Köpenick die für alle Kraftfahrzeuge gesperrte Brunnengalerie in Richtung Bahndamm. Um 11.43 Uhr hielt es in Berlin-Biesdorf am Bahndamm, Nähe Alfelder Straße. Der Beifahrer verließ das Kfz und brachte Fototechnik mit einem Objektiv langer Brennweite in Richtung auf einem Güterzug verladener Militärfahrzeuge der GSSD zum Einsatz.

MI Großbritanniens:

Angehörige der MI Großbritanniens begingen mit dem MI-Aufklärungsfahrzeug 07 XK 90 u. a. nachfolgende Rechtsverletzungen:

Am 4. Juli 1988, von 12.25 Uhr bis 12.36 Uhr hielt das Aufklärungsfahrzeug (5 Insassen) in Berlin-Rahnsdorf, Fahlenbergstraße (am Haus Nr. 17) verkehrswidrig im Halteverbot. Alle fünf Insassen bestiegen das Fahrzeugdach und realisierten von dieser erhöhten Position aus visuelle Aufklärungsaktivitäten in Richtung im Innern des Objektes der Grenztruppen der DDR sichtbarer Militärfahrzeuge. Bei der Weiterfahrt über die für alle Fahrzeuge (außer Anlieger) gesperrte Straße 522 blieben zwei Angehörige der britischen Armee auf dem Dach des Kfz sitzen. In gleicher Weise wurden wiederum alle Kfz-Insassen bei einem Halt bis 12.47 Uhr am Alarmtor des Objektes aktiv, wobei zusätzlich Aufzeichnungen über die visuell getroffenen Feststellungen erfolgten.

Am 6. Juli 1988, 13.13 Uhr hielt das Aufklärungsfahrzeug (4 Insassen) in Berlin-Karlshorst, Robert-Siewert-Straße. Zwei britische Armeeangehörige begaben sich zum Objekt der GSSD, wobei einer sich an der Umgrenzungsmauer nach oben zog und visuelle Aufklärungshandlungen in Richtung Objektinneres durchführte.

Am 9. August 1988, 13.50 Uhr bzw. 13.51 Uhr befuhr das Aufklärungsfahrzeug (2 Insassen) in Berlin-Rahnsdorf die für alle Fahrzeuge (außer Anlieger) gesperrten Straßen Lagunenweg bzw. Straße 522. Während der Fahrt stand der Beifahrer in der geöffneten Dachluke zum Zwecke visueller Aufklärungshandlungen in Richtung Objekt der Grenztruppen der DDR. Bei einem kurzen Halt brachte er Fototechnik zum Einsatz. Um 13.50 Uhr hielt das Kfz in der Fahlenbergstraße vor Grundstück Nr. 15. Der Beifahrer wurde erneut in gleicher Weise aktiv, wobei das Kfz zwecks Einsatz der Fototechnik direkt an die Objektumgrenzung heranfuhr. Gleiche Aktivitäten wiederholten sich bis zur Fürstenwalder Allee noch zweimal.

Am 18. August 1988, 13.12 Uhr hielt das Aufklärungsfahrzeug (4 Insassen) in Berlin-Karlshorst, Kiesweg, ca. 15 m vor [der] Köpenicker Allee. 2 Insassen setzten Fototechnik gegen dort stehende Panzertechnik der GSSD ein. Bei Annäherung eines GSSD-Angehörigen erfolgte die Weiterfahrt des MI-Kfz bis Köpenicker Allee, von wo aus erneut Fototechnik zum Einsatz kam. Um 14.38 Uhr hielt das Fahrzeug, aus Richtung Bahnhof Wuhlheide kommend, in der Köpenicker Allee gegenüber dem Kiesweg verkehrswidrig auf dem Gehweg im Halteverbot. Abermals erfolgte der Einsatz von Fototechnik in Richtung der im Kiesweg stehenden Panzertechnik der GSSD.

Am 30. August 1988, 9.36 Uhr hielt das Aufklärungsfahrzeug (5 Insassen) in Berlin-Weißensee, Roelckestraße an der Umgrenzungsmauer des MdI-Objektes verkehrswidrig auf dem Gehweg im Halteverbot. Zwei Insassen setzten auf dem Dach des Kfz sitzend bzw. durch die geöffnete Dachluke hindurch Fototechnik mit Objektiven unterschiedlicher Brennweiten in Richtung Objektinneres ein.

Am 30. September 1988, von 8.42 Uhr bis 8.52 Uhr und von 8.59 Uhr bis 9.16 Uhr stand das Aufklärungsfahrzeug (3 Insassen) in Berlin-Marzahn, Marzahner Chaussee auf der Zufahrt zum Gelände der Deutschen Reichsbahn im Halteverbot. Die Angehörigen der britischen Armee notierten Kennzeichen aller Fahrzeuge, die in das dortige Objekt der NVA einfuhren bzw. es verließen. Wiederholt führten sie dabei visuelle Aufklärungshandlungen unter Verwendung von Ferngläsern in Objektrichtung durch. Um 9.21 Uhr stand das Kfz in Berlin-Biesdorf, Alt Biesdorf, Höhe Kfz-Werkstatt im Parkverbot. Um 9.24 Uhr verließen zwei britische Armeeangehörige das Kfz, begaben sich auf einen nahegelegenen Erdhügel, um von da aus bis 9.27 Uhr visuelle Aufklärungshandlungen mithilfe eines Fernglases in Richtung der im dortigen NVA-Objekt abgestellten Paradetechnik durchzuführen. Von 11.00 Uhr bis 11.34 Uhr hielt das Aufklärungsfahrzeug in Berlin-Köpenick, Fürstenwalder Damm, gegenüber dem Parkplatz der NVA-Paradetechnik verkehrswidrig im Halteverbot. Die Insassen notierten dabei die Kennzeichen aller Fahrzeuge, die den Parkplatz befuhren bzw. verließen. Von 11.18 Uhr bis 11.24 Uhr sowie von 11.30 Uhr bis 11.33 Uhr kontrollierten jeweils zwei britische Armeeangehörige zu Fuß den genannten Parkplatz, wobei sie ein mitgeführtes Tonaufzeichnungsgerät nutzten. Um 11.34 Uhr wechselte das Kfz auf einen Standplatz mit Sicht zur Ein- und Ausfahrt des Parkplatzes, wobei es verkehrswidrig bis 11.59 Uhr auf dem Gehweg im Halteverbot stand. Die Insassen notierten erneut die Kennzeichen ein- und ausfahrender Militärfahrzeuge. Ein britischer Armeeangehöriger führte durch die geöffnete Dachluke des Kfz hindurch Aufklärungshandlungen mithilfe eines Fernglases in Richtung der Paradetechnik durch.

Mit dem Aufklärungsfahrzeug 09 XK 10 der MI Großbritanniens verursachten Angehörige der britischen Armee u. a. folgende Rechtsverletzungen:

Am 2. Juli 1988, 9.57 Uhr hielt das Aufklärungsfahrzeug (4 Insassen) in Berlin-Oberschöneweide im für alle Fahrzeuge (außer Anlieger) gesperrten Grenzweg am Objekt der GSSD. Durch die Dachluke des Kfz hindurch bestieg ein britischer Armeeangehöriger das Kfz-Dach und brachte Fototechnik in Richtung Objektinneres zum Einsatz.

Am 21. Juli 1988, 11.28 Uhr hielt das Aufklärungsfahrzeug (4 Insassen) in Berlin-Biesdorf, Bahnweg Nähe Dankratweg. Drei britische Armeeangehörige begaben sich zu den Gleisanlagen der Deutschen Reichsbahn, wo auf dem Rangiergleis auf Waggons verladene Militärfahrzeuge der GSSD mit Spezialaufbau abgestellt waren (Militärtechnik stand 4 Tage ohne Begleitpersonal auf dem Rangiergleis). Ein britischer Armeeangehöriger stieg auf einen Waggon, setzte Fototechnik ein und versuchte dabei auch das Fahrzeuginnere aufzuklären, während ein zweiter neben dem Rangiergleis stehend Gesamtaufnahmen der Militärtechnik tätigte. Um 11.39 Uhr setzte das Kfz die Fahrt in Richtung Hadubrandweg fort.

Am 3. August 1988, 11.16 Uhr hielt das Aufklärungsfahrzeug (5 Insassen) in Berlin-Johannisthal, Groß-Berliner Damm vor dem Tor des MfS-Objektes sowie von 11.17 Uhr bis 11.18 Uhr vor dem Tor des NVA-Objektes jeweils verkehrswidrig im Halteverbot. Um 11.21 Uhr überquerte es bei auf »rot« geschalteter Lichtsignalanlage verkehrsgefährdend die Kreuzung Sterndamm/Grünauer Straße in Richtung Spreestraße. Von 14.08 Uhr bis 14.09 Uhr hielt das Kfz in Berlin-Pankow, Prenzlauer Promenade auf der Brücke über die Gleisanlagen verkehrswidrig im Halteverbot. Um 14.48 Uhr fuhr es in Berlin-Köpenick trotz vorgeschriebener Fahrtrichtung »geradeaus« von der Köpenicker Allee nach links in die für alle Fahrzeuge (außer Anlieger) gesperrte Straße Am Bahnhof Wuhlheide. Um 15.20 Uhr befuhr das Fahrzeug in Berlin-Oberschöneweide den für alle Fahrzeuge gesperrten Privatweg II in Richtung Eichgestell.

Am 4. August 1988, von 11.35 Uhr bis 11.36 Uhr hielt das Aufklärungsfahrzeug (4 Insassen) in Berlin-Rahnsdorf, Lutherstraße, gegenüber der Toreinfahrt des MfS-Objektes verkehrswidrig im Halteverbot. Von 11.40 Uhr bis 11.44 Uhr hielt es in der Fahlenbergstraße ca. 60 m hinter dem Tor des Objektes der Grenztruppen der DDR verkehrswidrig im Halteverbot. Ein britischer Armeeangehöriger stellte sich dabei in die geöffnete Dachluke des Kfz und tätigte visuelle Aufklärungshandlungen in Objektrichtung.

Am 6. August 1988, 13.49 Uhr bis 14.42 Uhr hielt das Aufklärungsfahrzeug (2 Insassen) in Berlin-Biesdorf auf der Zufahrt zum Stellwerk W 6 des Rangierbahnhofs Wuhlheide (gemeinsam mit dem Aufklärungsfahrzeug der MI Großbritanniens 09 XK 11 – 3 Insassen). Um 14.39 Uhr passierte ein Transportzug mit verladener Panzertechnik der GSSD vom Bereitstellungsgleis kommend in Richtung Stellwerk W 4.

Der Beifahrer brachte, auf dem Dach des Kfz stehend, Fototechnik mit einem Objektiv langer Brennweite in Richtung des vorbeifahrenden Militärtransports zum Einsatz. (Die Insassen des 09 XK 11 setzten parallel dazu Foto- und Videotechnik in gleicher Richtung ein und nutzten ein Tonaufzeichnungsgerät.)

Angehörige der britischen Armee begingen mit dem Aufklärungsfahrzeug der MI Großbritanniens 09 XK 11 u. a. folgende rechtswidrige Handlungen:

Am 18. Juli 1988, 11.50 Uhr befuhr das Aufklärungsfahrzeug (2 Insassen) in Berlin-Oberschöneweide den für alle Fahrzeuge (außer Anlieger) gesperrten Heidecasinoweg in Richtung Objekt der GSSD, wobei um 11.51 Uhr das dort errichtete Sperrgebietsschild missachtet wurde.

Am 19. Juli 1988, 9.45 Uhr befuhr das Aufklärungsfahrzeug (3 Insassen) in Berlin-Köpenick die für alle Kraftfahrzeuge gesperrte Brunnengalerie und hielt anschließend von 9.53 Uhr bis 10.54 Uhr auf der Zufahrt zum Stellwerk W 6 des Rangierbahnhofs Wuhlheide. Während der Vorbeifahrt eines Transportzuges mit verladener Panzertechnik der GSSD in Richtung Norden um 10.52 Uhr stieg ein Angehöriger der britischen Armee auf das Dach des Kfz und brachte eine Videokamera in Richtung des genannten Zuges zum Einsatz.

Am 29. August 1988, 9.30 Uhr wechselte das Aufklärungsfahrzeug (4 Insassen) in Berlin-Weißensee im Stauraum der Kreuzung Rennbahnstraße/Roelckestraße rücksichtslos von der Linksabbiegerspur in die Geradeausspur und zwang dabei einen diese Spur befahrenden Pkw, Typ Wartburg aus der Hauptstadt der DDR, Berlin, zu einer Gefahrenbremsung, um einen Verkehrsunfall zu verhindern. Von 10.12 Uhr bis 10.15 Uhr hielt das Kfz in Berlin-Rahnsdorf, Fürstenwalder Allee, Höhe Gefechtspark des MfS-Objektes verkehrswidrig im Halteverbot. Ein Insasse führte in der geöffneten Dachluke stehend visuelle Aufklärungsaktivitäten in Richtung Objektinneres durch.

Am 1. September 1988, 10.19 Uhr fuhr das Aufklärungsfahrzeug (5 Insassen) in Berlin-Biesdorf von Stellwerk W 6 bis zum Stellwerk B 8 langsam am Bahndamm entlang und hielt dabei mehrfach kurzzeitig an. Vier Insassen befanden sich dabei auf dem Dach des Kfz, um von dort aus Fototechnik in Richtung eines auf dem 2. Bereitstellungsgleis stehenden Transportzuges mit verladener Militärtechnik der GSSD einzusetzen.

Am 2. September 1988, 15.05 Uhr hielt das Aufklärungsfahrzeug (4 Insassen) in Berlin-Niederschöneweide, Adlergestell, an der Fußgängerbrücke am Betriebsbahnhof Schöneweide verkehrswidrig auf dem Radweg. Als zum genannten Zeitpunkt eine Militärkolonne der Grenztruppen der DDR den Standort des Kfz in Richtung Schöneweide passierte, brachten zwei Insassen von der Fußgängerbrücke aus und ein weiterer durch die geöffnete Dachluke des Kfz hindurch Fototechnik in Richtung der genannten Kolonne zum Einsatz.

Am 28. September 1988, 14.15 Uhr parkte das Aufklärungsfahrzeug (4 Insassen) in Berlin-Marzahn, auf dem Parkplatz in der Marzahner Chaussee. In der geöffneten Dachluke des Kfz stehend beobachtete ein Insasse mithilfe eines Fernglases die Einfahrt zum dortigen NVA-Objekt sowie die Gleisanlagen der Deutschen Reichsbahn. Um 15.30 Uhr hielt es an der Brücke der Allee der Kosmonauten. Drei Insassen begaben sich zu den Gleisanlagen. Als zu diesem Zeitpunkt ein Militärtransport den Standort passierte, brachten zwei britische Armeeangehörige Fototechnik in dessen Richtung zum Einsatz. Die Fahrerin des Kfz entwickelte gleiche Aktivitäten, wozu sie sich zur Verbesserung der Aufklärungsmöglichkeiten auf das Dach des Kfz gestellt hatte. Von 20.00 Uhr bis 20.35 Uhr, von 20.36 Uhr bis 21.20 Uhr, von 21.50 Uhr bis 24.00 Uhr sowie am 29. September 1988, von 0.15 Uhr bis 1.15 Uhr hielt das Fahrzeug auf der vorgenannten Brücke jeweils verkehrswidrig auf dem Gehweg im Halteverbot.

MI Frankreichs:

Angehörige der französischen Armee verursachten mit dem Aufklärungsfahrzeug 6871–3873 der MI Frankreichs u. a. folgende Rechtsverletzungen:

Am 23. August 1988 befuhr das Aufklärungsfahrzeug (3 Insassen) in Berlin-Karlshorst nachgenannte für alle Fahrzeuge (außer Anlieger) gesperrte Straßen:

  • 15.00 Uhr: Fritz-Schmenkel-Straße zum Museum des Sieges,

  • 15.03 Uhr: Köpenicker Allee,

  • 15.04 Uhr: Wiesengrundstraße in Richtung Verladeanlage der Deutschen Reichsbahn.

Am 31. August 1988, von 9.35 Uhr bis 9.55 Uhr folgte das Aufklärungsfahrzeug (2 Insassen) in Berlin-Köpenick, ab Lindenstraße bis zur Stadtgrenze Fürstenwalder Allee einem mit ca. 20 Uniformierten besetzten Bus der GSSD. Um 9.59 Uhr befuhr es in Berlin-Köpenick die für alle Fahrzeuge (außer Anlieger) gesperrte Straße 522 in Richtung Biberpelzstraße. Ein Angehöriger der französischen Armee saß dabei auf dem Dach des Kfz und brachte bei mehrmaligem kurzen Halt jeweils Fototechnik in Richtung des Gefechtsparkes des dortigen Objektes der Grenztruppen der DDR zum Einsatz.

Am 28. September 1988, 10.00 Uhr parkte das Aufklärungsfahrzeug (2 Insassen) in Berlin-Hohenschönhausen unterhalb der Brücke Gehrenseestraße, Höhe Detlevstraße. (Am gleichen Standort befanden sich die Aufklärungsfahrzeuge BC–104, BC–105 – MI der USA – und 6851–1862 – MI Frankreichs. Alle Insassen standen in Kontakt zueinander.) Um 11.20 Uhr passierte ein Militärtransportzug mit verladener Paradetechnik der NVA aus Richtung SBahnhof Hohenschönhausen den Standort. Beide Insassen stiegen auf das Dach des Kfz, brachten von dort aus Fototechnik in Richtung des Militärtransportes zum Einsatz und fertigten schriftliche Aufzeichnungen.

Mit dem Aufklärungsfahrzeug 6871–3875 der MI Frankreichs verursachten Angehörige der französischen Armee u. a. folgende Verstöße gegen die Rechtsordnung der DDR:

Am 5. Juli 1988, 15.10 Uhr fuhr das Aufklärungsfahrzeug (2 Insassen) in Berlin-Oberschöneweide von der Straße An der Wuhlheide trotz vorgeschriebener Fahrtrichtung »geradeaus« (außer NVA) nach links in den für alle Fahrzeuge (außer Anlieger) gesperrten Privatweg I bis zum Hintereingang des Objektes der GSSD, wobei das dort errichtete Sperrgebietsschild missachtet wurde.

Am 7. Juli 1988, 14.58 Uhr hielt das Aufklärungsfahrzeug (2 Insassen) in Berlin-Biesdorf zwischen Hadubrandweg und Guntramstraße am Bahndamm an. Der Beifahrer verließ das Kfz, begab sich auf den Bahndamm und brachte bis 15.05 Uhr Fototechnik gegen einen abgestellten Güterzug mit verladener Panzertechnik der GSSD zum Einsatz. Er ging dabei den Bahndamm entlang, um jeden der verladenen Panzer aus analoger Aufnahmeposition zu dokumentieren, während das MI-Kfz auf seiner Höhe langsam am Bahndamm mitfuhr.

Am 12. Juli 1988, 9.01 Uhr befuhr das Aufklärungsfahrzeug (2 Insassen) in Berlin-Karlshorst die ab Waldowallee für alle Fahrzeuge (außer Anlieger) gesperrte Fritz-Schmenkel-Straße bis zum Museum des Sieges, wendete und fuhr über die für alle Fahrzeuge (außer Anlieger) gesperrte Köpenicker Allee zur Wiesengrundstraße. Um 9.04 Uhr befuhr es diese bis zur Verladeanlage der Deutschen Reichsbahn, wobei dreimal das bestehende Verkehrsverbot für alle Fahrzeuge (zweimal außer Anlieger) missachtet wurde. Von 9.35 Uhr bis 9.39 Uhr hielt das Fahrzeug in Berlin-Rahnsdorf, Fürstenwalder Allee am Gefechtspark des MfS-Objektes verkehrswidrig im Halteverbot. Durch die geöffnete Dachluke brachte der Fahrer Fototechnik in Richtung Gefechtspark zum Einsatz. Von 9.41 Uhr bis 9.44 Uhr hielt es in der Fahlenbergstraße Nähe Grundstück Nr. 17.

Der Fahrer setzte durch die geöffnete Dachluke hindurch Fototechnik in Richtung im Inneren des Objektes der Grenztruppen der DDR abgestellter Militärfahrzeuge ein. Gleichartige Aktivitäten realisierte der Beifahrer um 9.44 Uhr bzw. 9.48 Uhr nach jeweiligem Standortwechsel des Kfz von der für alle Fahrzeuge (außer Anlieger) gesperrten Straße 522 bzw. vom Lagunenweg aus. Um 10.37 Uhr hielt das Fahrzeug in Berlin-Friedrichsfelde auf einer Freifläche zwischen den HO-Gaststätten »Kalinka« und »Komet« gegenüber dem Objekt des MfS. Der Fahrer verließ das Kfz und dokumentierte bis 10.40 Uhr unter Einsatz von Fototechnik das gesamte Panorama des genannten Objektes, insbesondere die Antennenanlagen.

Am 18. Juli 1988, 14.07 Uhr wechselte das Aufklärungsfahrzeug (3 Insassen) in Berlin-Friedrichshain, Elsenbrücke, ohne Rücksichtnahme auf die Verkehrssituation die Fahrspur, wodurch ein Lkw mit Hänger aus der DDR zu einer Gefahrenbremsung gezwungen wurde, um einen Zusammenprall zu verhindern. Um 14.50 Uhr befuhr es in Berlin-Oberschöneweide die für alle Fahrzeuge gesperrten Straßen Nalepastraße und Grenzweg und hielt am dortigen Objekt der GSSD an. Zwei Angehörige der französischen Armee beobachteten auf dem Türholm stehend bzw. durch die geöffnete Dachluke hindurch das Objektinnere. Um 14.59 Uhr provozierte das Aufklärungsfahrzeug in Berlin-Karlshorst, Hermann-Duncker-Straße (Höhe Trabrennbahn) eine schwere Verkehrsgefährdung, indem es einer Straßenbahn der Linie 82 die Vorfahrt verweigerte.

Am 4. August 1988, 14.51 Uhr befuhr das Aufklärungsfahrzeug (2 Insassen) in Berlin-Biesdorf die Köpenicker Straße in Richtung Guntramstraße und missachtete Ecke Tiergartenstraße die Vorfahrt eines Pkw, Typ Wartburg, der zu einer Gefahrenbremsung gezwungen wurde, um einen Zusammenprall zu verhindern.

Am 16. August 1988, 9.56 Uhr hielt das Aufklärungsfahrzeug (3 Insassen) in Berlin-Rahnsdorf, Fürstenwalder Allee, Nähe Filmarchiv der DDR, verkehrswidrig im Halteverbot an. Zwei französische Armeeangehörige verließen das Fahrzeug und setzten Fototechnik in Richtung eines entgegenkommenden Schwerlasttransportes der Grenztruppen der DDR ein. Um 10.14 Uhr befuhr es den für alle Fahrzeuge (außer Anlieger) gesperrten Lagunenweg und hielt 10.16 Uhr Nähe Mariannensteig. Zwei Insassen verließen das Kfz und realisierten Aufklärungshandlungen unter Einsatz von Fototechnik und Ferngläsern in Richtung Inneres des Objektes der Grenztruppen.

Am 10. September 1988, von 17.40 Uhr bis 18.23 Uhr parkte das Aufklärungsfahrzeug (3 Insassen) in Berlin-Karlshorst, Verlängerte Waldowallee/Kiesweg auf dem Gehweg. Zwischen 18.15 Uhr und 18.22 brachte ein französischer Armeeangehöriger, neben dem Kfz stehend, Fototechnik mit Objektiven unterschiedlicher Brennweiten gegen den Standort passierende Panzertechnik der GSSD zum Einsatz, während der Fahrer aus dem Fahrzeug heraus gleichartige Aktivitäten unter Nutzung einer Kleinbildkamera mit Normalobjektiv unternahm.

Am 28. September 1988, 20.07 Uhr hielt das Aufklärungsfahrzeug (3 Insassen) in Berlin-Köpenick, Fürstenwalder Damm, Nähe Parkplatz der NVA-Paradetruppen. Bei Ankunft der Paradetechnik um 23.50 Uhr brachte ein Angehöriger der französischen Armee durch die geöffnete Dachluke hindurch Fototechnik jeweils in Richtung der unterschiedlichen Typen der eintreffenden Militärtechnik zum Einsatz.

Am 29. September 1988, ab 6.50 Uhr stand das Aufklärungsfahrzeug (3 Insassen) – zusammen mit dem Aufklärungsfahrzeug der MI Frankreichs, 6861–2224 (4 Insassen) – in Berlin-Köpenick, Fürstenwalder Damm, in Nähe des Parkplatzes der NVA-Paradetruppen.

Als um 6.55 Uhr eine Kolonne der NVA-Paradetechnik auf genanntem Parkplatz eintraf, brachten die Angehörigen der französischen Armee Foto- und Videotechnik in deren Richtung zum Einsatz.

Anlage 1 zur Information Nr. 474/88

Schuldhaft verursachte Verkehrsunfälle durch Angehörige der in Westberlin stationierten Besatzungstruppen der USA und Frankreichs

Am 19. August 1988, 15.40 Uhr verursachte ein uniformierter Angehöriger der in Westberlin stationierten Besatzungstruppen der USA als Fahrer des Kleinbusses, Kennzeichen JC 3743, Typ Chevrolet (weitere Insassen: 1 männliche und 1 weibliche Person in Zivilkleidung, 2 Kinder) in Berlin-Mitte, Leipziger Straße/Mauerstraße schuldhaft einen Verkehrsunfall.

Der Militärangehörige befuhr die Mauerstraße aus Richtung Glinkastraße kommend. Aufgrund Nichtgewährung der Vorfahrt stieß er beim Kreuzen der bevorrechtigten Leipziger Straße mit einem diese in Richtung Friedrichstraße befahrenden Pkw, Typ Golf Diesel, aus dem Bezirk Potsdam zusammen. Personen wurden nicht verletzt. Es entstand Sachschaden an den beteiligten Fahrzeugen in Höhe von insgesamt ca. 800 Mark. Der Unfall wurde durch die Verkehrsunfallbereitschaft der Deutschen Volkspolizei aufgenommen.

Am 6. September 1988, 9.30 Uhr verursachte der Fahrer des französischen Militärbusses, Kennzeichen 8631–0789, Typ Mercedes (ca. 20 uniformierte Insassen), in Berlin-Friedrichs-hain, Holzmarktstraße/Krautstraße schuldhaft einen Verkehrsunfall.

Der französische Militärangehörige befuhr mit dem Bus die linke Fahrspur der Holzmarktstraße stadtauswärts. Im o. g. Kreuzungsbereich verursachte er infolge unaufmerksamer Fahrweise eine seitliche Berührung eines die mittlere Fahrspur in gleicher Richtung befahrenden Lkw, Typ W 50, des VEB Spedition und Ferntransporte aus der Hauptstadt der DDR, Berlin. Personen wurden nicht verletzt. Nur am französischen Bus entstand ein Sachschaden von ca. 200 Mark. Der Unfall wurde durch die Verkehrsunfallbereitschaft der Deutschen Volkspolizei aufgenommen.

Am 8. September 1988, 14.00 Uhr verursachte die Angehörige der in Westberlin stationierten Besatzungstruppen der USA [weibliche Vorname, Name], Ausweis-Nr.:[Nummer], ausgestellt: 20.3.1987 als Fahrerin des Pkw, Kennzeichen HN 7601, Typ Nissan (besetzt mit einer weiteren weiblichen Person in Zivil), in Berlin-Prenzlauer Berg, Schönhauser Alle/Willi-Bredel-Straße schuldhaft einen Verkehrsunfall. Die USA-Militärangehörige befuhr die o. g. Kreuzung von der Wichertstraße aus bei freigegebener Fahrtrichtung als Linksabbieger in die Schönhauser Allee. Infolge Nichtgewährens der Vorfahrt kam es zum Zusammenstoß mit einem die Kreuzung im Gegenverkehr aus Richtung Willi-Bredel-Straße geradeaus passierenden Pkw, Typ Trabant, aus der Hauptstadt der DDR, Berlin. Personen wurden nicht verletzt. Es entstand erheblicher Sachschaden in Höhe von insgesamt ca. 4 000 Mark, davon ca. 3 000 Mark am Pkw Trabant. Der Unfall wurde durch die Verkehrsunfallbereitschaft der Deutschen Volkspolizei aufgenommen.

Anlage 2 zur Information Nr. 474/88

Verkehrsunfälle mit Beteiligung von Fahrzeugen der in der BRD und Westberlin stationierten Besatzungstruppen der USA

Am 8. Juli 1988, 11.10 Uhr verursachte ein DDR-Bürger aus der Hauptstadt der DDR, Berlin, als Fahrer eines Pkw, Typ Trabant, in Berlin-Friedrichshain, Karl-Marx-Allee/Andreasstraße einen Verkehrsunfall.

Der DDR-Bürger befuhr die rechte Fahrspur der Karl-Marx-Allee stadtauswärts. Infolge unaufmerksamer Fahrweise fuhr er an der o. g. Kreuzung auf einen die gleiche Fahrspur befahrenden, nach rechts in die Andreasstraße abbiegenden und verkehrsbedingt anhaltenden Pkw, Kennzeichen HL 0673, Typ Oldsmobile, Fahrer ein Oberstleutnant der US-Air-Force in Uniform, auf. Personen wurden nicht verletzt. An beiden beteiligten Fahrzeugen entstand Sachschaden in Höhe von jeweils ca. 150 Mark. Der Unfall wurde durch die Verkehrsunfallbereitschaft der Deutschen Volkspolizei aufgenommen.

Am 17. August 1988, 10.05 Uhr verursachte der Bürger der UdSSR, [Name, Vorname], geb. 1956 in Tscherkassi, wh.: Moskau, [Straße und Hausnummer] als Fahrer des Pkw, sowjetisches Kennzeichen T 137 MO, Typ VW Golf, in Berlin-Mitte, Karl-Marx-Allee, Höhe Kino »Kosmos« einen Verkehrsunfall. Der Bürger der UdSSR befuhr die Karl-Marx-Allee in Richtung Alexanderplatz im Kolonnenverkehr. In Höhe des Kinos »Kosmos« kam es verkehrsbedingt zum Halten der vor ihm fahrenden Fahrzeuge.

Infolge den Verkehrsbedingungen nicht angepasster Fahrgeschwindigkeit fuhr der Bürger der UdSSR mit der linken Vorderfront seines Pkw auf die rechte Heckseite des Pkw, Kennzeichen HA 2631, Typ Daimler Benz 250, der in der Bundesrepublik Deutschland stationierten Besatzungstruppen der USA auf (Fahrer Oberstleutnant [Name], weitere Insassen zwei weibliche Personen in Zivilkleidung, 1 Kind) und streifte danach noch die rechte Breitseite des USA-Kfz. Durch den Auffahrschub wurde der USA-Pkw gegen die Heckfront eines vor ihm haltenden Pkw, Typ Skoda aus der ČSSR, Kennzeichen ABP–00–44, gedrückt, durch den zwei weitere Pkw aus der Hauptstadt der DDR, Berlin (Trabant IX 64–79, Dacia IKV 9–53) in Kettenreaktion in Mitleidenschaft gezogen wurden. Personen wurden nicht verletzt. An den beteiligten Fahrzeugen entstand ein Gesamtsachschaden von ca. 10 000 Mark. Der Unfall wurde durch die Verkehrsunfallbereitschaft der Deutschen Volkspolizei aufgenommen.

Am 5. September 1988, 12.00 Uhr verursachte ein DDR-Bürger aus der Hauptstadt Berlin als Fahrer eines Pkw, Typ Skoda in Berlin-Prenzlauer Berg, Greifswalder Straße/Ostseestraße einen Verkehrsunfall. Der DDR-Bürger befuhr aus Weißensee kommend die Greifswalder Straße in Richtung Grellstraße. Infolge Unaufmerksamkeit und unangepasster Fahrgeschwindigkeit fuhr er an o. g. Kreuzung auf den dort verkehrsbedingt haltenden Pkw der in Westberlin stationierten Besatzungstruppen der USA, Kennzeichen ID 7589, Typ Crysler, besetzt mit drei weiblichen Personen in Zivilkleidung, auf. Personen wurden nicht verletzt. An den beteiligten Fahrzeugen entstand ein gleichermaßen verteilter Sachschaden in Höhe von ca. 200 Mark. Der Unfall wurde durch die Verkehrsunfallbereitschaft der Deutschen Volkspolizei aufgenommen.

  1. Zum nächsten Dokument Andacht für die Relegierten der Ossietzky-Schule (Gethsemanekirche)
    5. November 1988
    Information Nr. 490/88 über die Durchführung einer sogenannten Wochenschlussandacht in der Gethsemanekirche Berlin-Prenzlauer Berg
  2. Zum vorherigen Dokument Aktivitäten der jüdischen Gemeinden Berlin zur Pogromnacht 1938
    4. November 1988
    Information Nr. 488/88 über geplante Aktivitäten der jüdischen Gemeinden Berlin im Zusammenhang mit dem 50. Jahrestag der faschistischen Pogromnacht