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Flugschriften und Losungen gegen die SED im November 1956

15. Dezember 1956
Information Nr. 382/56 – Betrifft: Feindtätigkeit im Gebiet der DDR im Monat November 1956

Im Monat November 1956 wurden insgesamt 134 668 Hetzschriften auf dem Postwege (davon gelangten 1 067 in die Hände der Empfänger) und 1 423 355 Hetzschriften durch Ballon festgestellt. Außerdem wurden 1 423 Ballons gefunden bzw. gesichtet. Hetzlosungen, selbstgefertigte Hetzblätter und Handverbreitung von Hetzschriften der Feindzentralen wurden 598 Fälle bekannt. Hier zeigt sich ein wesentliches Ansteigen gegenüber dem Vormonat.1 So wurden z. B. im Vormonat in der gesamten DDR 94 derartige Fälle bekannt, während im November allein im Bezirk Dresden 135 Fälle festgestellt wurden. Ähnlich ist die Situation in den Bezirken.

[Tabelle 1]

[Bezirk]

Oktober [1956]

November [1956]

Leipzig

20 Fälle

78 Fälle

Karl-Marx-Stadt

18 Fälle

60 Fälle

Halle

59 Fälle

89 Fälle

Magdeburg

27 Fälle

47 Fälle

Die selbstgefertigten Hetzblätter sowie Losungen hatten zum Inhalt: Hetze gegen führende Funktionäre der SED und Regierung der DDR, gegen die SU und Sowjetarmee. Ein weiterer Teil begrüßt die Konterrevolution in Ungarn, mit der Aufforderung, in der DDR dem Beispiel zu folgen.2

[Tabelle 2] Vergleich zum Vormonat

[Monat]

auf dem Postwege

durch Ballon

gesichtete bzw. gefundene Ballons

Hetzlosungen, selbstgefertigte Hetzblätter und Handverbreitung

Oktober [1956]

105 457

637 937

960

94

November [1956]

134 668

1 415 446

1 423

598

[Tabelle 3] Die einzelnen Feindzentralen sind im November wie folgt an der Verbreitung der Hetzschriften beteiligt:

[Absender]

auf dem Postwege

durch Ballon u. a.

UfJ3

23 298

68 034

KgU4

15 008

179 681

NTS5/Zope6

1 094

263 582

SPD7

8 984

222 950

CDU

43 166

510

DGB

4 952

5 045

FDP

2 014

Colloquium8

7 850

657 817

Verschiedenes

29 249

15 164

Der Tag9

42

Freies Europa10

8 516

[Tabelle 4] Bezirk Dresden

[Kategorie]

Oktober [1956]

November [1956]

Verbreitung durch Ballon

29 983

18 475

Verbreitung durch Post

19 729

20 092

a) selbstgefertigte Hetzschriften

21

40 Fälle (mehrere)

b) Hetzschriften der Feindzentralen11 Handverbreitung

18

26 Fälle (mehrere)

c) Hetzlosungen

14

69 Fälle (mehrere)

d) Hetzschriften, die durch die Post an die Bevölkerung gelangten

54

93 Fälle12

[davon im November 1956 in den Kreisen des Bezirks Dresden – Tabelle 5.1]

[Kategorie]/[Kreis]

Dresden

Dippoldiswalde

Riesa

Bischofswerda

Freital

Zittau

Niesky

a)

12 Fälle

3 Fälle

1 Fall

4 Fälle

2 Fälle

b)

9 Fälle

3 Fälle

2 Fälle

1 Fall

1 Fall

1 Fall

c)

20 Fälle

2 Fälle

1 Fall

6 Fälle

7 Fälle

5 Fälle

1 Fall

d)

23 Fälle

1 Fall

12 Fälle

4 Fälle

1 Fall

5 Fälle

8 Fälle

[davon im November 1956 in den Kreisen des Bezirks Dresden – Tabelle 5.2]

[Kategorie]/[Kreis]

Kamenz

Löbau

Bautzen

Großenhain

Pirna

Meißen

Görlitz

Sebnitz

a)

1 Fall

2 Fälle

1 Fall

7 Fälle

7 Fälle

b)

1 Fall

1 Fall

1 Fall

4 Fälle

2 Fälle

c)

3 Fälle

2 Fälle

2 Fälle

7 Fälle

9 Fälle

4 Fälle

d)

1 Fall

3 Fälle

1 Fall

6 Fälle

20 Fälle

11 Fälle

2 Fälle

5 Fälle

Bezirk Dresden

Kreis Dresden

  • Am 2.11.1956 wurde auf der Osterbergstraße, Dresden, ein Hakenkreuz auf das Straßenpflaster geschmiert.

  • Am 2.11.1956 auf einer Straße in Dresden-Altleubnitz, »Freiheit für die Ostzone«.

  • Am 4.11.1956 drei Hetzschriften des UfJ im Bahnhofsgebäude Radebeul, [Kreis] Dresden[-Land].

  • Am 5.11.1956 in Dresden auf einer Straße »Russen raus«.

  • Am 6.11.1956 an zwei Stellen in Dresden ein Stempel »Abzug der Ulbricht und der Sowjets«.

  • Am 6.11.1956 an zwei Stellen in Dresden »Nieder mit der SU« und »Nieder mit Hammer und Sichel«.13

  • Am 6.11.1956 eine selbstgefertigte Hetzschrift und ein Mitgliedsbuch der DSF an einem Baum der George-Bähr-Straße14 in Dresden, »Freiheit für Ungarn«. Die Seite mit Name und Nummer des Buches waren entfernt.

  • Am 7.11.1956 eine selbstgefertigte Hetzschrift in Dresden an einer Außenwand einer Telefonzelle in der Münzmeisterstraße »Dresden demonstriert – Dresden streikt«.

  • Am 7.11.1956 in der Trachauer Straße in Dresden »Nieder mit der Sowjetunion«.

  • Am 7.11.1956 auf der Baustelle Altmark-Ost, Dresden, »Keinen Pfennig für die Kommunisten in Ungarn«.15

  • Am 8.11.1956 auf einer Straße in Klotzsche, [Stadtteil von] Dresden, »Wir wollen freie Wahlen.«

  • Am 8.11.1956 eine selbstgefertigte Hetzschrift an einer Wandzeitung in der technischen Hochschule Dresden. Inhalt: Gegen die DDR – für die Konterrevolution.

  • Am 8.11.1956 eine selbstgefertigte Hetzschrift in einem Briefkasten der Eisenstuckstraße in Dresden »Hetze gegen die SU«.

  • Am 8.11.1956 eine Hetzschrift der Zope vor dem Tor des Sachsenwerkes Radeberg, [Kreis] Dresden[-Land].

  • Am 8.11.1956 eine Hetzschrift der Zope im VEB Gerätebau Dresden.

  • Am 9.11.1956 neun Hetzschriften der KgU, eine SPD und eine Zope im VP-Objekt Liegau,16 [Kreis] Dresden[-Land].

  • Am 9.11.1956 eine Hetzschrift der SPD in der Kunstschule Radebeul, [Kreis] Dresden[-Land].

  • Am 9.11.1956 eine Hetzschrift der SPD im Bekleidungswerk Radeberg, [Kreis] Dresden[-Land].

  • Am 10.11.1956 in Dresden, Ockerwitzer Straße, »Nieder mit Kommunismus«.

  • Am 11.11.1956 an die Gaststätte »Kellerand« in Dresden »Heil Hitler«.

  • Am 11.11.1956 an der Martin-Andersen-Nexö-Oberschule in Dresden »Der Marsch hat begonnen.«

  • Am 12.11.1956 im VEB Industriewerk Dresden-Klotzsche »Hetze gegen die SU

  • Am 12.11.1956 mehrere selbstgefertigte Hetzschriften in Dresden »Am 13.11.1956 wird in den Streik getreten«.

  • Am 14.11.1956 an einem Zeitungskasten in der Tzschimmerstraße17 in Dresden »Was gehen uns die Russen an« (Schwarze Farbe). In der Schandauer Straße in Dresden: »Weg mit Rotlaufseuche«18 und auf GST-Plakaten, auf denen stand, »Kommt zur GST« wurde mit schwarzer Farbe ein »Nie« geschmiert.

  • Am 14.11.1956 eine Hetzschrift »Der Tag« im Hof der Zentralschule Arnsdorf, [Kreis] Dresden[-Land].

  • Am 15.11.1956 auf der Kändlerstraße19 in Dresden »Es lebe Ungarn«.

  • Am 15.11.1956 auf der Südstraße in Dresden ein Hakenkreuz (9-jähriger Junge, vom Vater vorgemalt).

  • Am 16.11.1956 auf einem Plakat des Kanarienzüchtervereins in Dresden-Strehlen »Kampf dem SED-Regime«.

  • Am 18.11.1956 und 20.11.1956 eine Hetzschrift der SPD im Gelände des VEB Sachsenwerk Niedersedlitz, Dresden.

  • Am 19.11.1956 40 selbstgefertigte Hetzschriften (Schreibmaschine 4 × 7 cm) im Strehlener Viertel, in Mickten20 und in Kreischa,21 Dresden. Inhalt: Forderung nach Freiheit für Ungarn, freie Wahlen in der DDR, Abzug der sowjetischen Truppen.

  • Am 19.11.1956 in Dresden auf der Wehlener Straße »Freiheit für Ungarn.«

  • Am 19.11.1956 zwei selbstgefertigte Hetzzettel am Wasaplatz in Dresden »Freiheit für Ungarn, Freie Wahlen in der DDR, Raus mit den Russen, weg mit der kremlhörigen Regierung. Sind wir schon Russen oder noch Deutsche.« 19 weitere Hetzzettel wurden im Gebiet von Dresden-Reick gefunden.

  • Am 24.11.1956 sechs selbstgefertigte Hetzzettel in Dresden in der Rothenburger Straße »Die SU, die Mörder Ungarns – Freiheit für Ungarn – DFB.« Rückseite »Weg mit den Arbeiterverrätern.«

  • Am 26.11.1956 238 selbstgefertigte Hetzzettel in Dresden im Umkreis zwischen Bischofsplatz, Neustädter Bahnhof, Platz der Einheit und Förstereistraße22 »Die SU, die Mörder Ungarns, Freiheit für Ungarn – DFB«.

  • Am 30.11.1956 eine Hetzschrift der Zope im Objekt (ZfK) Rossendorf, [Kreis] Dresden[-Land].

  • Die Inhaberin der Radeberger Kokosweberei, wohnhaft in Langebrück, [Kreis] Dresden[-Land], Trägerin der Friedensmedaille in Gold, erhielt einen anonymen Anruf: »Wir warnen Sie, Ihr Haus zu verlassen, wenn Ihnen Ihr Leben lieb ist. Sie sind uns bekannt und werden überwacht.« Dies teilte sie dem Vorsitzenden des Rates des Kreises mit und er erklärte ihr daraufhin, dass er schon mehrere ähnliche Anrufe erhalten hat.

Kreis Dippoldiswalde

  • Am 3.11.1956 in der Toilette des Bahnhofes Obercarsdorf, [Kreis] Dippoldiswalde, »Weg mit Ulbricht – es lebe Adenauer«.23

  • Am 13.11.1956 zwei Hetzschriften der KgU in Oberbärenburg,24 [Kreis] Dippoldiswalde, (auf Zwirn aufgefädelt) und eine Hetzschrift der KgU an der HO-Gaststätte angezweckt.

  • Am 12.11.1956 im Tunnel der Glashütte Bärenhecke,25 [Kreis] Dippoldiswalde: »Hier lauert der Tod« und ein Totenkopf. »Rache alle denjenigen, welche gegen den Ku-Klux-Klan sind.«26

  • Am 17.11.1956 eine Hetzschrift der SPD in der Umkleidekabine auf dem Sportplatz von Reichstädt,27 [Kreis] Dippoldiswalde. Täter: drei Lehrlinge des 2. Lehrjahres im Ausbildungswerk »Makarenko« Glashütte, [Kreis] Dippoldiswalde.

Kreis Riesa

  • Am 2.11.1956 im Kleiderschrank eines Genossen im Stahlwerk Riesa auf dem Deckblatt des »Agitators«28 den Text: »Vorsicht Spitzel«.

  • Am 4.11.1956 drei Hetzschriften der Zope im VEB Reifenwerk Riesa.

  • Am 5.11.1956 drei Hetzschriften der Zope auf dem Fenster der Wohnung eines Genossen in Gröditz, [Kreis] Riesa.

  • Am 17.11.1956 in der Stahlformgießerei des Stahlwerkes Gröditz, [Kreis] Riesa, ein Hakenkreuz.

  • Am 1.11.1956 erhielt die BGL des Stahlwerkes Riesa ein anonymes Schreiben in einem Trauerbrief. Umschlag: Inhalt: »Die BGL solle die Werkleitung über die Schriften der ›Zeugen Jehovas‹ aufklären, damit ein 3. Weltkrieg verhindert wird.«29

  • Der Rat der Stadt Riesa erhielt ein anonymes Schreiben (Postkarte) mit der Forderung, »dass die sowjetischen Truppen aus Ungarn abziehen sollen und die Einstellung der Deportationen von ungarischen Bürgern nach Sibirien«.

Kreis Bischofswerda

  • Am 2.11.1956 am Gerichtsgebäude in Bischofswerda »Aufstand«.

  • Am 9.11.1956 auf dem Bahnhof Bischofswerda in der Männertoilette: »SED-Staat – nieder mit ihm«.

  • Am 15.11.1956 eine Hetzschrift (unbekannt) in einem Postbriefkasten in Bischofswerda.

  • Am 20.11.1956 an einem Lichtmast in Burkau,30 [Kreis] Bischofswerda, ein Hakenkreuz.

  • Am 21.11.1956 in Bischofswerda ein Hakenkreuz.

  • Am 24.11.1956 auf dem Bahnhof Bischofswerda im Klosett »SED-Hunde«.

  • Die Konsumgenossenschaft Pulsnitz, [Kreis] Bischofswerda, erhielt eine anonyme Postkarte mit der Forderung, »dass die sowjetischen Truppen aus Ungarn abziehen sollen und die Einstellung der Deportationen von ungarischen Bürgern nach Sibirien«.

Kreis Freital

  • Am 5.11.1956 im Bahnhof Tharandt,31 [Kreis] Freital: »Es lebe der Freiheitskampf in Ungarn.«

  • Am 9.11.1956 vier Hetzschriften der SPD im Gelände des Funkamtes Wilsdruff, [Kreis] Freital.

  • Am 14.11.1956 auf der Straße von Mohorn32 nach Grillenburg, [Kreis] Freital, ein Hakenkreuz.

  • Am 23.11.1956 im VEB Edelstahlwerk Freital im Klosett: »Tod der SED«.

  • Am 23.11.1956 im VEB Lederfabrik Freital an den Fenstern des Spritzenhauses zwei Hakenkreuze.

  • Am 26.11.1956 im Edelstahlwerk Freital in der Toilettenanlage des Walzwerkes »Tod der SED« und ein Hakenkreuz mit Totenkopf und in der Garderobe »Tod der SED«.

  • Am 27.11.1956 im VEB IFA-Werk Wilsdruff, [Kreis] Freital, auf der Toilette »Aufhängen Pieck, Grotewohl und Ulbricht« und ein Galgen.

  • Am 28.11.1956 im gleichen Betrieb in derselben Toilette »Mit Lug und Trug und Politik bespickt, macht ihr das ganze Volk moralisch verrückt«. Des Weiteren Hetze gegen die Regierung der DDR, SU und China.

Kreis Zittau

  • Am 2.11.1956 in Zittau »Heil Hitler«.

  • Am 2.11.1956 auf der Baustelle Hirschfelde, [Kreis] Zittau, mehrere Hetzlosungen gegen Walter Ulbricht.

  • Am 5.11.1956 in der Fachschule für Bauwesen Zittau: »Freiheit«, »Wir brauchen keinen russischen Vormund«, »Fort mit dem Gewi-Unterricht«33 u. Ä.

  • Am 7.11.1956 in der Klosettanlage der Großbaustelle Kraftwerk Hirschfelde, [Kreis] Zittau: »Es kommt der Tag der Rache, wo wir abrechnen mit den Kommunistenhunden.«

  • Am 9.11.1956 drei Hetzschriften in Zittau: »Russen – Schwein – Mord«, »Russenschweine morden 50-tausend Ungarn«, »Russen morden Ungarn«.

  • Am 17.11.1956 Hetzschrift »Der Tag« im Briefkasten des Postamtes Zittau.

  • Am 22.11.1956 im BW Zittau an der Betriebswandzeitung auf einem Bild ein Fragezeichen (Bild eines sowjetischen Soldaten mit einem ungarischen Arbeiter). Nach der Auswechslung des Bildes wurde dieses neu beschmiert.

  • Am 9.11.1956 erhielt die SED-Kreisleitung in Zittau einen Drohbrief mit Zeitungsausschnitten über die Gräueltaten der ungarischen Faschisten in Ungarn. Inhalt: »Bald seid ihr auch an der Reihe, wir sind stark genug.«

  • Die sowjetische Kommandantur in Zittau erhielt durch die Post am 15.11.1956 einen anonymen Brief mit verleumderischen Ausführungen gegen die SU.

  • Die Gesellschaft für Deutsch-Sowjetische-Freundschaft in Zittau erhielt einen anonymen Brief mit der Aufforderung, dass »die sowjetischen Truppen aus Ungarn abziehen sollen und die Einstellung der Deportationen von ungarischen Bürgern nach Sibirien«.

Kreis Kamenz

  • Am 4.11.1956 in Kamenz vier Hakenkreuze und fünf Totenköpfe.

  • Am 7.11.1956 vor dem Eingang der MTS Kamenz an einem Baum ein Totenkopf (weiße Farbe).

  • Am 9.11.1956 in Oßling, [Kreis] Kamenz, (durch Kinder) Hakenkreuze und SS-Runen.

  • Am 9.11.1956 vier handgeschriebene Hetzschriften in Reichenbach, [Kreis] Kamenz, auf der Dorfstraße »Hetze gegen die SU und Volksdemokratien«.

  • Am 9.11.1956 eine Hetzschrift der SPD im Briefkasten des Bürgermeisters von Schiedel, [Kreis] Kamenz.

Kreis Löbau

  • Am 14.11.1956 ein Ausschnitt aus einer Westzeitung mit der Überschrift: »Jedes Volk hat ein Recht auf seine eigene Lebensweise«34 im VEB Spinnerei- und Weberei Ebersbach, [Kreis] Löbau, im Abort des Jugendsaales.

  • Am 16.11.1956 eine Hetzschrift (unbekannt) in Niedercunnersdorf, [Kreis] Löbau, im Garten des Bürgermeisters.

  • Die Nationale Front35 Löbau erhielt einen anonymen Brief, in welchem Mordhetze gegen Genossen Pieck und Genossen Ulbricht zum Ausdruck kamen. Der Text der Rückseite lautet: »Wehrlose Arbeiter schießen die Hunde nieder, es lebe der 17.6.1953, nieder mit der SED, hoch lebe die SPD

  • Ein Förster aus Cunnersdorf, [Kreis] Löbau, (CDU) erklärte bei einer Kollektivjagd, dass seine Frau, welche sich in der UHA Görlitz befand und bei einem Arbeitskommando Berzdorf war, von der Aufseherin erschossen worden sei, weil sich die Betreffende negativ gegen unseren Staat geäußert hat.

Kreis Bautzen

  • Am 5.11.1956 in Kirschau, [Kreis] Bautzen, Hetze gegen W. Ulbricht.

  • Am 8.11.1956 drei Hetzlosungen in der Berufsschule Bautzen. Hetze gegen unsere Regierung, FDJ und Aufforderung zur Demonstration gegen den Sozialismus. Unterschrift: »Sieg Heil mein Führer, auf zum Kampf für Volk und Vaterland.«

  • In der Gemeinde Pommritz, [Kreis] Bautzen, wird das Gerücht verbreitet, dass in Kürze eine Geldentwertung durchgeführt würde.

  • Im VEB Waggonbau Bautzen, »dass Kollegen, welche sich zum Wiederaufbau freiwillig nach Ungarn gemeldet haben, unterwegs durch Angehörige der Roten Armee verhaftet werden. Auch sollen Sanitätswagen aus der DDR nicht nach Ungarn hineingelassen werden.«

Kreis Großenhain

  • Am 3.11.1956 in einer Bäckerei in Großenhain »Iwan go hom« [sic!].

  • Am 12.11.1956 eine Hetzschrift der Zope im VEB Tuchwerke Großenhain.

  • Am 11.11.1956 in Großenhain, Carl-Maria-von-Weber-Allee: »Russki geh hem« [sic!] 45 m weiter eine gleichlautende Losung.

  • Der Bürgermeister von Großenhain erhielt eine anonyme Postkarte: Hetze gegen die SU – Befürwortung der Konterrevolution in Ungarn.

Kreis Sebnitz

  • Am 3.11.1956 in Neustadt, [Kreis] Sebnitz, 2x »Abzug der sowjetischen Truppen.«

  • Am 5.11.1956 am Gasthof Mittelndorf, [Kreis] Sebnitz, »Nieder mit den Mördern Ungarns«.

  • Am 5.11.1956 eine Hetzschrift der Zope in einer Privatweberei in Sebnitz.

  • Am 8.11.1956 eine Hetzschrift der KgU in Ehrenberg, [Kreis] Sebnitz, an der Haustür des ABV.

Kreis Niesky

  • Am 16.11.1956 auf drei Plakaten im Korridor des Bahngebäudes in Uhsmannsdorf, [Kreis] Niesky: »Kommunismus weg – nur ein Traum«.

  • Am 18.11.1956 vier selbstgefertigte Hetzzettel an der Grundschule, an der Berufsschule, an einer Litfaßsäule und an einem Fahrplankasten für Autobusse in Niesky. »An die Einwohner von Niesky. Wir fordern euch zum Kampf gegen den russischen Terror, nieder mit dem russischen Regime in Deutschland, für Freiheit und Unabhängigkeit Deutschlands.« Der Mamboclub.

  • Am 19.11.1956 wieder vier selbstgefertigte Hetzzettel an verschiedenen Stellen von Niesky mit gleichem Text und Unterschrift wie o. a. Täter waren drei Berufsschüler.

Kreis Pirna

  • Am 4.11.1956 eine Hetzschrift der SPD im Elbtalwerk Heidenau, [Kreis] Pirna.

  • Am 4.11.1956 zwei Hetzschriften der SPD in der Kartonagenfabrik Heidenau, [Kreis] Pirna.

  • Am 7.11.1956 im VEB Zellstoffwerk Pirna: ein Totenkopf und die Buchstaben »KPR«.36

  • Am 8.11.1956 am Energiebezirk Ost Pirna, am Postamt und am Haus des FDGB sowie an mehreren Häusern »Helft Ungarn«.

  • Am 9.11.1956 zwei Hetzschriften der Zope in einem Garten in Graupa, [Kreis] Pirna.

  • Am 12.11.1956 im VEB Zellstoffwerk Heidenau, [Kreis] Pirna, im Klosett der Großwickelei. »Wir kommen wieder und jetzt erst recht.« und ein Hakenkreuz.

  • Am 15.11.1956 im o. g. VEB an vier Türen und einem Schrank am Eingang zur Kokerei und Abortanlage insgesamt fünf Hakenkreuze und einmal »Heil Hitler«.

  • Am 15.11.1956 auf dem Bahnhof Pirna auf einem Plakat ein Hakenkreuz.

  • Am 19.11.1956 eine Hetzschrift der Zope im Zellstoffwerk Pirna im Klosett der Chlorabteilung.

  • Am 20.11.1956 an der Elbebrücke bzw. Dampfschiffanlegestelle in Pirna »Russen raus«.

  • Am 26.11.1956 im VEB Druckguss Heidenau, [Kreis] Pirna, in der Männer-Toilette Hetze gegen die Regierung der DDR und Funktionäre der Regierung (rote Ölkreide).

  • Am 14.11.1956 erhielt der VEB Zellstoffwerk Heidenau, [Kreis] Pirna, einen Anruf. Auf die Meldung der BS-Wache sagte der unbekannte Anrufer: »Ihr Kommunistenschweine werdet alle aufgehängt.«

Kreis Meißen

  • Am 3.11.1956 in der Karl-Liebknecht-Straße in Meißen »Deutsches Volk befreie Dich«.

  • Am 6.11.1956 auf einer Straße in Meißen »Russen raus«.

  • Am 7.11.1956 wurde im VEB Elektrowärme Sörnewitz, [Kreis] Meißen, in der Abteilung Gestellbau, an die dort befindliche Wandzeitung ein Hakenkreuz geschmiert.

  • Am 8.11.1956 am Eingang der LPG-Hochschule Meißen mit Kreide »SED-Verräter«.

  • Am 8.11.1956 eine selbstgefertigte Hetzschrift in Meißen auf der Vorbrücker Straße37 »an alle Kommunisten, weg, Russen raus, Helft Ungarn SOS«.

  • Am 9.11.1956 eine Hetzschrift der KgU vor dem Eingang des Gaswerkes Neusörnewitz,38 [Kreis] Meißen.

  • Am 11.11.1956 in Niederau, [Kreis] Meißen, an die vordere Giebelwand eines Hauses (Eigentümer ist ein Bäckermeister) »Russen raus, sonst wie in Ungarn«, »Russen raus, Brot wird knapp«.

  • Am 12.11.1956 im VEB Walzengießerei Coswig, [Kreis] Meißen, »Freiheit für Ungarn«.

  • Am 12.11.1956 ein selbstgefertigtes Hetzblatt in Raußlitz,39 [Kreis] Meißen, vor dem Schulhof, »Nieder mit dem Kommunismus, fort mit Ulbricht und seiner Clique, hinaus mit den Russen.«

  • Am 14.11.1956 ein selbstgefertigtes Hetzblatt auf der Straße von Miltitz nach Munzig, [Kreis] Meißen: »Abzug der sowjetischen Truppen aus der DDR und freie Wahlen«.

  • Am 14.11.1956 am Zaune des VEB Pappenfabrik Munzig, [Kreis] Meißen, mit gleichem Inhalt wie o[ben] a[ngeführt].

  • Am 20.11.1956 in Meißen in der Berufsschule (Schüler) »Russen raus«.

  • Am 24.11.1956 an die Burg in Meißen gegenüber der DSU mit Kreide »Heil Hitler« und »Freiheit für Ungarn«.

  • Am 24.11.1956 zwei Hetzschriften der NTS in Brockwitz, [Kreis] Meißen, im Briefkasten eines Bürgers.

  • Am 29.11.1956 in Meißen an einem Grundstück in der Vorbrücker Straße »Die Russen müssen raus.«

  • Am 16.11.1956 wurde in der Ingenieur-Schule Meißen von einer unbekannten männlichen Person angerufen, »ob heute wieder die Schüler Wache halten bzw. ob dort die Gaststätte Trompeter wäre«. Gegen 1.00 Uhr rief der Unbekannte nochmals an: »Gute Nacht, geh lieber schlafen«.

  • Am 16.11.1956 erhielt die SED-Kreisleitung Meißen einen Anruf: »Wir leben noch – wir leben noch«. Zur gleichen Zeit erhielten Anrufe der Rat des Kreises und Abteilung Gesundheitswesen Meißen.

  • Der ABV Burkhardswalde, [Kreis] Meißen, erhielt einen anonymen Brief, welcher hetzerischen Inhalt gegen ihn enthielt. Unterschrift: »FF«.

  • Am 28.11.1956 erhielt die DSF in Weinböhla, [Kreis] Meißen, einen anonymen Hetzbrief: »Wir verlangen auch von den Russen die Befolgung der UNO-Beschlüsse«40 usw.

  • Die Konsumverwaltung Nossen, [Kreis] Meißen, erhielt eine anonyme Postkarte mit der Forderung, dass »die sowjetischen Truppen aus Ungarn abziehen sollen und die Einstellung der Deportationen von ungarischen Bürgern nach Sibirien«.

  • Am 30.11.1956 erhielt die Ehefrau eines BS-Angehörigen der SED-Kreisleitung Meißen einen Drohbrief: »Frau – heute die erste Warnung an Sie – Sie sind dran.« Des Weiteren war noch ein Totenkopf aufgeklebt.

  • In Taubenheim, [Kreis] Meißen, geht das Gerücht herum, »dass am 17.11.1956 der Sender Wilsdruff gesprengt werden sollte. Dem Wächter wäre durch die Mütze geschossen worden. Die Täter hätten jedoch die Flucht ergriffen.«

Kreis Görlitz

  • Am 1.11.1956 in der Toilette des VEB Maschinenbau Görlitz: »DDR-Regierung abtreten«. Im gleichen Betrieb ein Hetzzettel an einer Bekanntmachungstafel: »Schließt euch an Kollegen zur Beseitigung der SED-Zwangsdiktatur.«

  • Am 5.11.1956 VEB Waggonbau Görlitz »Rache gegen Ungarn« und »Der 3. Weltkrieg beginnt – Ende?«.

  • Am 12.11.1956 eine selbstgefertigte Hetzschrift an einer Anschlagsäule in Görlitz. »Aufforderung dem Beispiel Ungarn zu folgen, freie Wahlen, Kommunisten vernichten, Russen rauswerfen«.

  • Am 14.11.1956 eine selbstgefertigte Hetzschrift in Görlitz: »Arbeiter folgt dem Beispiel der ungarischen Arbeiter, vernichtet die Kommunistenschweine, bildet einen wahren Arbeiterstaat.« Im gleichen Ort wurde noch eine selbstgefertigte Hetzschrift gefunden, »Arbeiter, Einwohner von Görlitz, wo bleibt euer Sinn für Freiheit und Unabhängigkeit? Steht auf und macht es so wie die ungarischen Arbeiter, hört nicht auf die Versprechungen der Regierung.«

  • Am 16.11.1956 in Görlitz an einer Hauswand ein Hakenkreuz.

  • Am 17.11.1956 in Ostritz,41 [Kreis] Görlitz, auf einem dort abgestellten Pkw Hetze gegen Genossen W. Pieck.

  • Am 24.11.1956 eine selbstgefertigte Hetzschrift im Postbriefkasten des Postamtes Görlitz 1 »Aufforderung die Kommunisten zu vernichten und dem Beispiel der ungarischen Arbeiter zu folgen.«

  • Die Nationale Front Görlitz erhielt eine anonyme Postkarte »Hetze gegen die SU-Befürwortung der Konterrevolution in Ungarn«.

  • Am 8.11.1956 wurde einem Mitglied der SED aus Görlitz durch die Post die Geschichte der KPdSU42 und Stalin Band 243 zugesandt. In jedem Buch war ein Zettel eingeklebt: »1. Für gute Aufklärungsarbeit in der LPG zum feuchten Setzei. 2. Dem Genossen: Für besondere Verdienste beim Freiheitskampf des ungarischen Volkes. Es lebe die Freiheit.«

  • In der HO-Betriebsschule Görlitz erzählen die Schülerinnen, dass Minister H. Rau44 republikflüchtig geworden ist.

Bezirk Halle

[Tabelle 6]

[Kategorie]

Oktober [1956]

November [1956]

Verbreitung durch Ballon

53 220

57 620

Verbreitung durch Post

6 973

9 172

a) selbstgefertigte Hetzschriften

11

30 Fälle (mehrere)

b) Hetzschriften der Feindzentralen, Handverbreitung

7

6 Fälle

c) Hetzlosungen

41

53 Fälle (mehrere)

d) Hetzschriften, die durch die Post an die Bevölkerung gelangten

8

64 Fälle

[davon im November 1956 in den Kreisen des Bezirks Halle – Tabelle 7.1]

[Kategorie]/[Kreis]

Halle45

Dessau

Zeitz

Roßlau

Merseburg

Wittenberg

Nebra

a)

4 Fälle

2 Fälle

1 Fall

4 Fälle

1 Fall

b)

1 Fall

1 Fall

c)

4 Fälle

3 Fälle

2 Fälle

5 Fälle

1 Fall

d)

12 Fälle

3 Fälle

2 Fälle

5 Fälle

5 Fälle

[davon im November 1956 in den Kreisen des Bezirks Halle – Tabelle 7.2]

[Kategorie]/[Kreis]

Hettstedt

Gräfenhainichen

Köthen

Bernburg

Weißenfels

Hohenmölsen

a)

2 Fälle

1 Fall

1 Fall

1 Fall

2 Fälle

1 Fall

b)

1 Fall

c)

3 Fälle

2 Fälle

2 Fälle

1 Fall

2 Fälle

d)

1 Fall

8 Fälle

5 Fälle

3 Fälle

1 Fall

[davon im November 1956 in den Kreisen des Bezirks Halle – Tabelle 7.3]

[Kategorie]/[Kreis]

Eisleben

Sangerhausen

Artern

Bitterfeld

Naumburg

Quedlinburg

a)

2 Fälle

3 Fälle

1 Fall

3 Fälle

1 Fall

b)

1 Fall

2 Fälle

c)

7 Fälle

3 Fälle

4 Fälle

7 Fälle

7 Fälle

d)

3 Fälle

1 Fall

2 Fälle

1 Fall

3 Fälle

9 Fälle

Bezirk Halle

Kreis Halle

  • Am 11.11.1956 eine selbstgefertigte Hetzschrift in Zörbig/Halle,46 im Briefkasten eines SED-Mitgliedes: »Hetze gegen Staatsfunktionäre und Verherrlichung des Adenauer-Regimes.«

  • Am 4.11.1956 selbstgefertigte Hetzschrift in der Torstraße47 in Halle: »Unser Kampf ist dreimal Streik, Streik, Streik. In Ungarn zeigt der Kommunismus sein wahres Gesicht: Freiheit.«

  • Am 5.11.1956 in den Toilettenanlagen der Hauptwerkstatt der Straßenbahn Halle ein Hakenkreuz.

  • Am 6.11.1956 in der Gaststätte »Deutsches Haus« in Halle: Hetze gegen den 1. Sekretär der SED.

  • Am 7.11.1956 drei Hetzschriften »Freiheitsrat« an sowjetischem Ehrenmal in Halle.

  • Am 7.11.1956 eine selbstgefertigte Hetzschrift in Halle in der Straßenbahn der Linie 7: »Verleumdungen gegen die Volksarmee und den Genossen Walter Ulbricht.«

  • Am 7.11.1956 zwei selbstgefertigte Hetzschriften im Stadtbezirk II in Halle: »Befreit die DDR« und »Sowjets morden Frauen und Kinder in Ungarn.«

  • Am 8.11.1956 in einem Telefonhäuschen in Halle eine Losung gegen die sowjetischen Truppen.

  • Am 24.11.1956 in der HO-Gaststätte »Milchbar« in Halle auf der Männertoilette ein Hakenkreuz.

  • Am 5.11.1956 wurde der Sender des staatlichen Rundfunk-Komitees Halle viermal durch eine männliche Person angerufen: Hetzerische Reden gegen die SU und Volksdemokratien.

Kreis Merseburg

  • Am 8.11.1956 an einer Straßenbahnhaltestelle in Merseburg eine Losung mit Hetze gegen die SU.

  • Am 12.11.1956 am Bahnhof und im Ort Rockstedt/Aschersleben:48 Hetze gegen die SU.

  • Am 15.11.1956 im BKW Nachterstedt, Werk III, Aschersleben49 wurden 36 Wahlzettel der BGL ungültig gemacht (durchgestrichen oder mit Hetze beschmiert.)

  • Am 22.11.1956 in einem Neubau in Merseburg im frisch gestrichenen Zementfußboden »Es lebe Hitler« eingekratzt.

  • Am 30.11.1956 im Leunawerk, Bau 163, zwei Hetzlosungen: Hetze gegen die SED und gegen den Genossen Walter Ulbricht.

  • Am 7.11.1956 wurde in dem Briefkasten eines Genossen und Stadtrates von Bad Dürrenberg, [Kreis] Merseburg, ein Drohzettel gesteckt, der mit faschistischen Emblemen bemalt war. Des Weiteren wurden mittels einer Latte am 12.11.1956, gegen 1.15 Uhr, bei diesem Genossen vier Fensterscheiben eingeschlagen.

  • Am 9.11.1956 wurde im BKW Nachterstedt, [Kreis] Aschersleben, dreimal anonym angerufen: »Warte nur, du Kommunistenschwein, dir geht es genauso wie den Kommunisten in Ungarn, ihr werdet verkehrt aufgehangen.«

Kreis Hettstedt

  • Am 1.11.1956 in der Toilette der Abteilung Stahlbau Zemag in Zeitz:50 im Zusammenhang mit Ungarn Hetze gegen führende Staatsfunktionäre in der SU.

  • Am 2.11.1956 im Walzwerk Hettstedt, Hetze gegen die SU.

  • Am 3.11.1956 eine selbstgefertigte Hetzschrift in Sylda, [Kreis] Hettstedt, an der Bekanntmachungstafel: »Ungarn hat sein Ziel erreicht, soll es uns nicht gelingen? – Freie Wahlen – stürzt Ulbricht – seid tapfer.«

  • Am 3.11.1956 eine selbstgefertigte Hetzschrift in Walbeck, [Kreis] Hettstedt, an der Bekanntmachungstafel »Arbeiter und Bauern greift zu den Gewehren und vertreibt die russischen Herrschaften. Den Bürgermeister hängen wir auf.«

  • Am 29.11.1956 im Kesselhaus des Walzwerkes Hettstedt ein ungarisches Pfeilkreuz51 mit weißer Kreide.

Kreis Bernburg

Am 11.11.1956 der Ausbilder, Kollege [Name 1], der GST Funk der Sodawerke »Karl Marx« in Bernburg erhielt einen Brief mit einer Matrize und Namensaufstellung von Oberschülern. Der Inhalt der Matrize ist unter dem Deckmantel Karnevalszeit getarnt52 und enthält eine Aufforderung, ein Revolutionskomitee zu bilden und die Unterdrücker zu stürzen.

Kreis Dessau53

  • Am 2.11.1956 im Abus Dessau – Halle 8 – in der Männertoilette eine Hetzlosung gegen führende Staatsfunktionäre und die SU mit der Aufforderung zum Streik und zur Revolution.

  • Am 9.11.1956 ein selbstgefertigtes Hetzblatt (Schreibmaschine) in Dessau auf dem Paul-König-Platz »Zum Gedenken an die in Ungarn gefallenen Konterrevolutionäre.«

  • Am 12.11.1956 am Schuhkonsum in Dessau Hetze gegen den 1. Sekretär der SED.

  • Am 13.11.1956 im VEB Polysius Mühlenbau II in Dessau an einer Toilettentür ein Galgen mit einer daran hängenden Figur. Darunter stand der Name »Heimberg«, der 1. Sekretär von der Grundorganisation.

  • Am 25.11.1956 drei selbstgefertigte Hetzschriften am Bahnhof in Dessau, Hetze gegen die SED.

Kreis Wittenberg

Am 2.11.1956 mehrere Hetzschriften der KgU in verschiedenen Orten des Kreises Wittenberg, vor LPG gelegt.

Kreis Gräfenhainichen

  • Am 4.11.1956 in der Toilette im Kraftwerk Vockerode,54 [Kreis] Gräfenhainichen, Hetze gegen die DDR und die Sowjetarmee.

  • Am 7.11.1956 im Schaltwerk des Kraftwerkes Vockerode, [Kreis] Gräfenhainichen: Gegen die Einheiten der Sowjetarmee und die DDR.

  • Am 10.11.1956 eine selbstgefertigte Hetzschrift auf dem Schulhof der Mittelschule in Oranienburg, [Kreis] Gräfenhainichen.

Kreis Weißenfels

  • Am 5.11.1956 an einem Kohlenwagen in Weißenfels eine Losung gegen den Präsidenten der DDR.

  • Am 8.11.1956 sechs selbstgefertigte Hetzschriften im Vorraum des Postamtes Weißenfels auf einem Schreibpult. Hetze gegen die Regierung. Unterschrift: »Neutrale Arbeiterpartei Deutschlands«.

  • Am 10.11.1956 vier selbstgefertigte Hetzschriften in Weißenfels im Stadtinnern, Hetze gegen die Regierung. Unterschrift: »Neutrale Arbeiterpartei Deutschlands«.

Kreis Zeitz

  • Am 7.11.1956 ein selbstgefertigtes Hetzblatt auf der Toilette des Gasthofes »Wetterzeube« Zeitz: »Aufforderung das gleiche zu tun wie in Ungarn.«

  • Am 28.11.1956 an der Grundschule in Zeitz: »Hier Streikschule.«

  • Am 29.11.1956 in Zeitz an drei Stellen des Schulgebäudes: »Streikschule«.

Kreis Nebra

Am 7.11.1956 wurde im Kalischacht Wangen, [Kreis] Nebra, eine Hetzlosung gegen die SU angemalt.

Kreis Köthen

  • Am 3.11.1956 an einem Schaufenster in Köthen ein Hakenkreuz.

  • Am 8.11.1956 ein handgedruckter Hetzzettel in Köthen in der Magdeburger Straße: Mordhetze und Hetze gegen die DDR.

  • Am 20.11.1956 in Köthen an einem Grundstück: »DDR – Pleite«.

Kreis Hohenmölsen

  • Am 3.11.1956 an der Brücke Gröben55 nach Teuchern,56 Hetze gegen die SU.

  • Am 7.11.1956 eine selbstgefertigte Hetzschrift in Hohenmölsen bei einem Bürger im Briefkasten, Aufforderung zur Untergrundtätigkeit und Hetze gegen die Regierung der DDR.

  • Am 11.11.1956 an einem Kesselwagen im VEB Webau,57 Werk I in Hohenmölsen, Hetze gegen die SU.

  • Am 16.11.1956 eine Hetzschrift (unbekannt) im Kraftwerk des VEB »Erich Weinert« Deuben, [Kreis] Hohenmölsen, im Mühlenkeller.

Kreis Roßlau

  • Am 8.11.1956 drei selbstgefertigte Hetzschriften in Coswig, [Kreis] Roßlau, Hetze gegen den Kommunismus.

  • Am 23.11.1956 eine selbstgefertigte Hetzschrift (Schreibmaschine) in Coswig an der Litfaßsäule, Hetze gegen HO-Preise.

  • Am 23.11.1956 in der Roßlauer Schiffswerft auf einem FDGB-Wahlzettel: Hetze gegen den Genossen Walter Ulbricht.

  • Am 5.11.1956 erhielt ein werktätiger Bauer aus Coswig einen Drohbrief, worin er aufgefordert wird, seine Funktion im VdgB niederzulegen.

Kreis Eisleben

  • Am 3.11.1956 Kupferbergbau im »Ernst-Thälmann«-Schacht Eisleben, mehrere Hakenkreuze.

  • Am 3.11.1956 im Briefkasten des Postamtes Eisleben ein Zettel: »Zur Aufklärung der Bevölkerung über die wahren Verhältnisse in Ungarn.« Herausgeber: SED-Kreisleitung. Darunter: »Da lachen die Hühner über solchen Blödsinn.«

  • Am 8.11.1956 an einem Waggon des VEB Karl-Liebknecht-Hütte Eisleben Hetze gegen die SU.

  • Am 8.11.1956 in der Karl-Liebknecht-Hütte in Eisleben an einem Reichsbahnwagen: Gegen die DDR.

  • Am 8.11.1956 im Kupferbergbau »Fortschritt« Eisleben an einem Waggon der Reichsbahn, Hetze gegen die SU.

  • Am 10.11.1956 im Ernst-Thälmann-Kupferbergbau Eisleben: Hetze gegen die DDR und führende Staatsfunktionäre.

  • Am 12.11.1956 im Mansfeld-Hüttenkombinat Eisleben an einem Reichsbahnwagen, Hetze gegen die SU.

  • Am 23.11.1956 eine selbstgefertigte Hetzschrift an der Grundschule III in Eisleben: »Geht aus der Pionierorganisation, ihr sollt Kanonenfutter für die Russen werden.« Unterschrift: »Ost – Kritik«.

  • Am 26.11.1956 im Fortschrittschacht II Eisleben: Hetze gegen Genosse Walter Ulbricht.

Kreis Artern

  • Am 2.11.1956 im Schweinestall der LPG Kalbsrieth,58 [Kreis] Artern, ein Hakenkreuz mit Teer angeschmiert.

  • Am 2.11.1956 an einer Schulbank der Zentralschule Artern: »Deutschland erwache – Sieg Heil« dazu ein Hakenkreuz.

  • Am 8.11.1956 im Kaliwerk Roßleben, [Kreis] Artern, an einem Hunt:59 »Hört auf mit eurem Friedensrummel«.

  • Am 25.11.1956 in Artern an zwei Hauswänden, Hetze gegen den Kommunismus.

  • Am 6.11.1956 erhielt der OPO-Sekretär der SED in Bad Frankenhausen, [Kreis] Artern, einen Drohbrief.

Kreis Naumburg

  • Am 24.11.1956 mehrere Hetzschriften der KgU an verschiedenen Stellen in Bad Kösen, [Kreis] Naumburg, und am

  • 28.11.1956 eine Hetzschrift der KgU an einem Baum im gleichen Ort.

Kreis Sangerhausen

  • Am 2.11.1956 eine selbstgefertigte Hetzschrift in Sangerhausen im Briefkasten eines Rentners: Hetze gegen die DDR und führende Staatsfunktionäre.

  • Am 2.11.1956 in der Oberschule Sangerhausen in der Toilette: Hetze gegen die SU.

  • Am 3.11.1956 eine selbstgefertigte Hetzschrift in Sangerhausen im Briefkasten des Hauses Bonifatiusgasse60 10: Hetze gegen die DDR und führende Funktionäre.

  • Am 11.11.1956 mehrere selbstgefertigte Hetzschriften (von Schülern der 6. Klasse) in der Thälmann-Schule in Sangerhausen: »Nieder mit Pieck«. Des Weiteren wurde an der Tafel dieser Klasse »Russisch ist schwer, darum lernen wir nicht mehr« angeschmiert. Nach Befragen erklärte eine Schülerin, dass durch das Radio gekommen sei, »dass Russisch nicht mehr gelernt würde«.

  • Am 24.11.1956 im VEB MIFA Sangerhausen drei Hakenkreuze.

Kreis Bitterfeld

  • Am 2.11.1956 zwei selbstgefertigte Hetzschriften in der Parkanlage Rosengarten in Bitterfeld in der Nähe der Kommandantur: »Es lebe der 17. Juni. Mit der NTS gegen Kommunismus, leistet Widerstand, Fordert niedrige Normen, stürzt das SED-Regime.« Hetzschriften waren mit dem Wort NTS bedruckt.

  • Am 3.11.1956 eine Hetzschrift der SPD in Bitterfeld; kaufte eine Frau eine Schachtel Reißzwecken, worin diese lag.

  • Am 3.11.1956 an der Toilettentür im Bau I der Farbenfabrik Wolfen: Hetze gegen die SU.

  • Am 4.11.1956 vier selbstgefertigte NTS-Hetzblätter im Stadtgebiet Bitterfeld.

  • Am 5.11.1956 eine selbstgefertigte Hetzschrift an einem Schaufenster in Zörbig: Hetze gegen Kommunismus – Aufforderung zum Streik. Unterschrift: Die Widerstandsgruppe.

  • Am 5.11.1956 im Stadion Bitterfeld: Hetze gegen die SU.

  • Am 6.11.1956 in der Leipziger Straße in Bitterfeld und in Holzweißig je ein NTS-Zeichen.

  • Am 8.11.1956 am Stadtrand Bitterfeld an einer Mauer in der Nähe der sowjetischen Kommandantur: »Frieden in der Welt – mehr Brot und Wurst fehlt uns.«

  • Am 8.11.1956 in der Farbenfabrik Wolfen, [Kreis] Bitterfeld, in der Männertoilette: »Nieder mit der SED, es lebe Adenauer.«

  • Am 23.11.1956 in Burgkemnitz, [Kreis] Bitterfeld, auf einem Plakat »Hetze gegen den Genossen Walter Ulbricht«.

  • Am 25.11.1956 in der Filmfabrik Wolfen, [Kreis] Bitterfeld: »Hetze gegen die SU« (mit Teer).

Kreis Quedlinburg

  • Am 1.11.1956 eine selbstgefertigte Hetzschrift im Messgerätewerk Quedlinburg am Feuermelder: Hetze gegen führende Staatsfunktionäre.

  • Am 5.11.1956 in Quedlinburg an einer Hausmauer: Hetze gegen die SU.

  • Am 5.11.1956 in Quedlinburg vor der Kommandantur: Hetze gegen die Sowjetunion bzw. Sowjetarmee.

  • Am 6.11.1956 im Stanzwerk des VEB EHW Thale, [Kreis] Quedlinburg, in der Toilette: »Für die Konterrevolution in Ungarn«.

  • Am 7.11.1956 in der Toilettenanlage des Messgerätewerkes Quedlinburg: Sympathielosung für die ungarischen Konterrevolutionäre. Clara-Zetkin-Straße: »Kollegen, erklärt euch mit den Freiheitskämpfern Ungarns solidarisch.«

  • Am 9.11.1956 in den Toiletten des Stanzwerkes EHW Thale, [Kreis] Quedlinburg: Hetze gegen die SU.

  • Am 20.11.1956 in Timmenrode, [Kreis] Quedlinburg, beim Bürgermeister an der Gartentür ein Grabkreuz aufgehängt.

Bezirk Suhl

[Tabelle 8]

[Kategorie]

Oktober [1956]

November [1956]

Verbreitung durch Ballon

17 474

17 191

Verbreitung durch Post

1 999

2 289

a) selbstgefertigte Hetzschriften

1 Fall

b) Hetzschriften der Feindzentralen Handverbreitung

3

2 Fälle

c) Hetzlosungen

4

14 Fälle (mehrere)

d) Hetzschriften, die durch die Post an die Bevölkerung gelangten

15

28 Fälle61 (mehrere)

[davon im November 1956 in den Kreisen des Bezirks Suhl – Tabelle 9.1]

[Kategorie]/[Kreis]

Suhl

Bad Salzungen

Hildburghausen

Sonneberg

Ilmenau

a)

1 Fall

b)

c)

10 Fälle

1 Fall

1 Fall

d)

4 Fälle

5 Fälle

5 Fälle

5 Fälle

3 Fälle

[davon im November 1956 in den Kreisen des Bezirks Suhl – Tabelle 9.2]

[Kategorie]/[Kreis]

Meiningen

Neuhaus

Schmalkalden

a)

b)

2 Fälle

c)

2 [Fälle]

d)

2 Fälle

1 Fall

3 Fälle

Bezirk Suhl

Kreis Bad Salzungen

  • Am 1.11.1956 im VEB Kalikombinat »Ernst Thälmann« in Merkers, [Kreis] Bad Salzungen: »Jagt die Russen raus«.

  • Am 1.11.1956 an einem Waggon, der zum VEB Kali-Werk »Ernst-Thälmann« in Merkers, [Kreis] Bad Salzungen, fuhr: Hetze gegen die SED.

  • Am 2.11.1956 im gleichen Werk an die Tür vom Zimmer des AGL-Vorsitzenden: »Bonzen«.

  • Am 2.11.1956 ein selbstgefertigter Hetzbrief im Postamt Bad Salzungen. Inhalt: »Auch in der DDR die Freiheit erkämpfen.«

  • Am 6.11.1956 ein selbstgefertigter Hetzzettel in der Bahnhofstraße in Barchfeld,62 [Kreis] Bad Salzungen: »Nieder mit den Russen.«

  • Am 7.11.1956 an einem Waggon, der zum VEB Kali-Werk »Einheit« in Dorndorf, [Kreis] Bad Salzungen, fuhr: Hetze gegen SED.

  • Am 8.11.1956 im gleichen Werk, im Lagerschuppen des Kesselhauses: »Für die Konterrevolution in Ungarn.«

  • Am 13.11.1956 an Pfählen einer Weidekoppel in Zella/Rhön, [Kreis] Bad Salzungen, mit hellroter Kreide sieben Hakenkreuze.

  • An der Hauswand des Grundstückes Goethestraße 31 in Zella 31 Hakenkreuze und mehrere Titel von Büchern. Als Täter wurde der Schüler [Vorname Name 2], geb. [Tag, Monat] 1944, festgestellt.

  • Am 14.11.1956 im VEB Kaliwerk »Einheit« Dorndorf, [Kreis] Bad Salzungen, Schachtanlage Springen, an drei Förderwagen: »Noch eine Spende für die Russen in Ungarn.« – »Auch die Freiheit lieben wir.«

  • Am 21.11.1956 im VEB Hartmetallwerk Immelborn, [Kreis] Bad Salzungen, vier Hakenkreuze in der Abortanlage.

  • Am 9.11.1956: Der ehemalige Bürgermeister von Dermbach, [Kreis] Bad Salzungen, erhielt einen Drohbrief mit Zeitungsbildern wie »Gerő63 soll hängen.«

Kreis Hildburghausen

Am 24.11.1956 in Schönbrunn, [Kreis] Hildburghausen, an verschiedenen Stellen wurden Bilder von Stalin, Lenin, Moskau und sowjetischen Streitkräften mit dem Text »Moskau, meine Heimat« angeklebt.

Kreis Sonneberg

Am 12.11.1956 ein Genosse der SED aus Neuenbau, [Kreis] Sonneberg, erhielt einen Brief mit Morddrohungen aufgrund eines Zeitungsartikels über die Rentenreform, welchen der Genosse für die »Freie Welt« geschrieben hatte.64

Kreis Ilmenau

  • Am 8.11.1956 in Geraberg, [Kreis] Ilmenau, in der Nähe des Bahnhofes: fünf Hakenkreuze (vermutlich Kinder).

  • In Langewiesen, [Kreis] Ilmenau, kursiert seit einigen Tagen das Gerücht, »dass drei Bürger aus Langewiesen in den letzten Tagen verhaftet und nach ›Russland‹ verschleppt worden seien«.

Kreis Meiningen

  • Am 26.11.1956 an einem Geräteschuppen der VP, Abteilung Feuerwehr,65 welche ca. 2,5 km hinter der Ortschaft Exdorf, [Kreis] Meiningen, stand: »Moskau – Totengräber Ungarns.«

  • Am 14.11.1956 lag im Hausflur eines Genossen (SED) in Frankenheim, [Kreis] Meiningen, ein] mit Schreibmaschine geschriebener Zettel: »Auch unsere Zeit kommt eines Tages, nimm dich in Acht. In Ungarn ist man viel zu human mit euch umgegangen.« [Unterschrift:] »Menne«.

Kreis Neuhaus

  • Am 7.11.1956 eine Hetzschrift des UfJ im VEB Röhrenwerke »Anna Seghers« in Neuhaus, in der Nähe des Feuerlöschteiches.

  • Am 20.11.1956 eine Hetzschrift (unbekannt) in Neuhaus in der Ernst-Thälmann-Straße.

  • Der Fabrikbesitzer H. aus Neuhaus verbreitet in der Mitropa in Neuhaus Folgendes: »Die Russen haben vor der amerikanischen Küste ein U-Boot mit einer Atombombe versenkt, die im Kriegsfalle explodieren soll.«

Kreis Schmalkalden

  • Am 3.11.1956 am Wiegehäuschen in Floh, [Kreis] Schmalkalden: »Nieder mit der KPD – es lebe die Freiheit.«

  • Am 21.11.1956 in Rosa, [Kreis] Schmalkalden, an einem Hohlblockstein ein Hakenkreuz.

Bezirk Cottbus

[Tabelle 10]

[Kategorie]

Oktober [1956]

November [1956]

Verbreitung durch Ballon

4 713

51 668

Verbreitung durch Post

5 982

7 778

a) selbstgefertigte Hetzschriften

1

b) Hetzschriften der Feindzentralen, Handverbreitung

c) Hetzlosungen

1

6 Fälle

d) Hetzschriften, die durch die Post an die Bevölkerung gelangten

103

134 Fälle66

[davon im November 1956 in den Kreisen des Bezirks Cottbus – Tabelle 11]

[Kategorie]/[Kreis]

Cottbus

Guben

Forst

[Bad] Liebenwerda

a)

b)

c)

2 Fälle

2 Fälle

1 Fall

1 Fall

d)

13 Fälle

9 Fälle

14 Fälle

4 Fälle

In den anderen Kreisen ist nur Punkt d) zutreffend:

  • Calau: 12 Fälle,

  • Finsterwalde: 20 Fälle,

  • Herzberg: 8 Fälle,

  • Hoyerswerda: 6 Fälle,

  • Jessen: 10 Fälle,

  • Luckau: 6 Fälle,

  • Lübben: 6 Fälle,

  • Senftenberg: 13 Fälle,

  • Spremberg: 8 Fälle,

  • Weißwasser: 1 Fall.

Bezirk Cottbus

Kreis Cottbus

  • Am 2.11.1956 in der Thälmannstraße in Jessen, [Bezirk] Cottbus, an drei Stellen je eine Losung: »Macht’s wie in Ungarn – helft Ungarn«.

  • Am 8.11.1956 im Abort des RAW Cottbus: »Streik im RAW am 9.11.1956, 7.30 Uhr. Die Streikleitung«.

Kreis Guben

  • Am 2.11.1956 in der Gemeinde Groß Gastrose, [Kreis] Guben, an der Anschlagtafel: »Es lebe Ungarn – Nieder mit den Russen«.

  • Am 5.11.1956 in der Bahnhofstraße in Guben: »Es lebe Ungarn – Nieder mit Ulbricht und der SU.« »Nieder mit der SED«; Gegenüber der SED-Kreisleitung Guben: »Hilfe für Ungarn«.

Kreis Forst

Am 4.11.1956 an zwei Stellen in Forst je eine Losung mit Kreide (an Baum und Mauer): »Moskau – Mörder – Ungarns«.

Kreis [Bad] Liebenwerda

Am 10.11.1956 zwei Hetzlosungen mit SS-Zeichen und Hakenkreuzen von einer Gesamtlänge 20–25 m auf der Straße [Bad] Liebenwerda – Thalberg: »Wir von der SS leben noch«; »Kommunisten bereitet euch vor, die Galgen stehen schon.«

Bezirk Magdeburg

[Tabelle 12]

[Kategorie]

Oktober [1956]

November [1956]

Verbreitung durch Ballon

41 720

159 607

Verbreitung durch Post

9 071

14 244

a) selbstgefertigte Hetzschriften

9

10 Fälle (mehrere)

b) Hetzschriften der Feindzentralen, Handverbreitung

2

9 Fälle

c) Hetzlosungen

16

28 Fälle (mehrere)

d) Hetzschriften, die durch die Post an die Bevölkerung gelangten

95

67 Fälle67

[davon im November 1956 in den Kreisen des Bezirks Magdeburg – Tabelle 13.1]

[Kategorie]/[Kreis]

Magdeburg

Havelberg

Osterburg

Halberstadt

Burg

Klötze

a)

2 [Fälle]

2 [Fälle]

1 [Fall]

2 [Fälle]

b)

1 [Fall]

1 [Fall]

1 [Fall]

c)

9 [Fälle]

1 [Fall]

3 [Fälle]

d)

18 [Fälle]

9 [Fälle]

2 [Fälle]

3 [Fälle]

4 [Fälle]

[davon im November 1956 in den Kreisen des Bezirks Magdeburg – Tabelle 13.2]

[Kategorie]/[Kreis]

Haldensleben

Wernigerode

Oschersleben

Genthin

Wolmirstedt

a)

b)

2 [Fälle]

1 [Fall]

c)

1 [Fall]

3 [Fälle]

d)

1 [Fall]

1 [Fall]

4 [Fälle]

1 [Fall]

2 [Fälle]

[davon im November 1956 in den Kreisen des Bezirks Magdeburg – Tabelle 13.3]

[Kategorie]/[Kreis]

Schönebeck

Salzwedel

Seehausen

Stendal

Staßfurt

a)

1 [Fall]

2 [Fälle]

b)

1 [Fall]

1 [Fall]

c)

2 [Fälle]

1 [Fall]

2 [Fälle]

2 [Fälle]

3 [Fälle]

d)

1 [Fall]

1 [Fall]

1 [Fall]

3 [Fälle]

4 [Fälle]

[davon im November 1956 in den Kreisen des Bezirks Magdeburg – Tabelle 13.4]

[Kategorie]/[Kreis]

Tangerhütte

Wanzleben

Zerbst

Gardelegen

a)

b)

1 [Fall]

c)

1 [Fall]

d)

2 [Fälle]

1 [Fall]

3 [Fälle]

5 [Fälle]

Bezirk Magdeburg

Kreis Magdeburg

  • Am 2.11.1956 im Hausflur eines VP-Angehörigen in Magdeburg ein Hakenkreuz.

  • Am 5.11.1956 im Karl-Marx-Werk Magdeburg: »Russen raus«.

  • Am 5.11.1956 eine Hetzschrift im Gebäude des Rates des Kreises Magdeburg gegen die SED und die Sowjetunion.

  • Am 8.11.1956 eine selbstgefertigte Hetzschrift (Größe 14 × 17 cm) in Magdeburg, Alt Salbke, in einem Torweg, das [sic!] sich auf die Ereignisse in Ungarn bezog.

  • Am 8.11.1956 eine selbstgefertigte Hetzschrift am Schuppen 3 des Bw Magdeburg-Buckau »Tretet langsam, Rat der Freiheit«.

  • Am 8.11.1956 im Ernst-Thälmann-Werk Magdeburg – Betrieb 11 – in der Männertoilette, antidemokratische Hetzlosungen.

  • Am 9.11.1956 im Objekt der Volksstimme68 in Magdeburg: »Kampf gegen Grotewohl-Clique«.

  • Am 9.11.1956 auf der Lehrbaustelle Brückfeld, [Stadtteil von] Magdeburg, an der Zementbude: »Ulbricht weg, Russen raus, Freiheit«.

  • Am 15.11.1956 in der Toilette der Stahlgießerei des Ernst-Thälmann-Werkes Magdeburg Hetze gegen die SU, Genossen W. Ulbricht und Forderung freier Wahlen.

  • Am 23.11.1956 im VEB Georgi-Dimitroff-Werk Magdeburg, im zentralen Waschraum des Werkteiles B: »Kollegen, eine Woche nicht arbeiten und wir sind die Führung los.«

  • Am 23.11.1956 im VEB Ernst-Thälmann-Werk, Betrieb II: »Macht es wie in Ungarn, wir kommen bald wieder. Hoch lebe Horthy.«69

  • Am 28.11.1956 im Saccharin-Betrieb des VEB Fahlberg-List Magdeburg: »KZ 1956«.

Ein Kraftfahrer aus dem Karl-Liebknecht-Werk Magdeburg bekam von einem gewissen [Vorname Name 3] eine Karte, die folgenden Inhalt hatte: »Du Verbrecher, dir geht es wohl gut. Ihr solltet euch alle schämen, warum kämpfen die Arbeiter in Ungarn, nur weil sie nicht zufrieden sind. Habe deine Fratze in dem Hetzschriftenblatt ›Volksstimme‹ gesehen. Ihr Heuchler, Schweine, Spitzbuben, Arbeiterverräter.«

Unter den Schauspielern und Angestellten der städtischen Bühnen Magdeburg: »Dass sämtliche sowjetische Frauen und Kinder aus der DDR in die SU zurückgeschickt werden, da auch hier ernste Provokationen erwartet werden.«

Der Kollege K., Abteilungsleiter der Materialplanung im Ernst-Thälmann-Werk Magdeburg, erklärte, dass er im Zuge von einem Offizier der Verkehrspolizei Folgendes erfahren hätte: »Die 1952 um Berlin liegenden VP- und KVP-Einheiten hätten gemeutert, wovon jedoch nichts in die Öffentlichkeit gelangt wäre. Zur Wiederherstellung der Ordnung habe man andere Truppenteile eingesetzt. Die Staatssicherheit [sei] mit der Untersuchung beauftragt. Einige Angehörige der Staatssicherheit wären von den Meuterern zu Tode geprügelt worden.«

Zwei Arbeiter aus dem Karl-Marx-Werk Magdeburg: »Die Russen hätten ein Schweizer Flugzeug, welches mit Blutkonserven für verwundete Kinder und Frauen in Ungarn bestimmt war, gekapert.«

Kreis Halberstadt

  • Am 5.11.1956 im VEB Zementwerk Schwanebeck, [Kreis] Halberstadt, »Nieder mit der Regierung, wir wollen unsere alte Regierung wieder, Heil Hitler.«

  • Am 7.11.1956 an der Friedhofsmauer des Ortes Schlanstedt, [Kreis] Halberstadt: »Auf zum Streik, folgt dem Beispiel Ungarns.«

  • Am 18.11.1956 ein selbstgefertigter Hetzzettel (15 × 10 cm) im Bahnbetriebswerk Halberstadt, Hetze gegen SU, für die Konterrevolution in Ungarn.

  • Am 13.11.1956 an dem Tor der Gemeindeverwaltung Dedeleben, [Kreis] Halberstadt, ein Hakenkreuz, 10 × 10 cm mit Kreide. Im gleichen Ort am Tor des Schmiedemeisters: »Moskau, Mörder Ungarns.« (Kreide)

  • Der Buchhalter der LPG Rohrsheim, [Kreis] Halberstadt, erhielt einen Drohbrief und Hetze gegen die Oder-Neiße-Friedensgrenze.

  • In der Gemeinde Rhoden,70 [Kreis] Halberstadt, »dass die Rote Armee verstärkt die Grenze besetze«.

  • In der LPG Dingelstedt, [Kreis] Halberstadt, wird von zwei Mitgliedern der SED verbreitet, »dass alle individuellen Flächen der Genossenschaftsbauern ab 1.1.1957 voll veranlagt und damit die LPG begraben werden«.

Kreis Haldensleben

  • Am 4.11.1956 an der Anschlagtafel in Wedringen, [Kreis] Haldensleben, Hetze gegen Walter Ulbricht.

  • Am 12.11.1956 eine Hetzschrift der SPD durch den Briefkastenschlitz des Zimmers des Parteisekretärs im Bahnbetriebswerk Haldensleben.

  • Am 28.11.1956 zwei Hetzschriften der SPD in Haldensleben vor einer Wohnungstür eines VP-Angehörigen.

  • Von einem Gemeindevertreter aus Bartensleben, [Kreis] Haldensleben, »dass es in Magdeburg Geschäfte gibt, in denen nur Intellektuelle und Funktionäre einkaufen könnten. Dort soll es alles zu niedrigen Preisen geben.«

Kreis Havelberg

  • Am 15.11.1956 an einer Scheune und Torweg in der Gemeinde Mangelsdorf, [Kreis] Havelberg: »Streik« (mit Kreide).

  • In Havelberg, »dass bis Weihnachten mehrere Männer eingezogen würden«.

Kreis Loburg

Im Kreis Loburg: »Ab 1.1.1957 fallen die Benzinmarken weg. Der Liter würde frei für –,90 DM verkauft.«

Kreis Burg

  • Am 8.11.1956 in Burg sind bei der GHK Kurzwaren Frachtbriefe mit Hakenkreuzaufdruck eingegangen.

  • Am 13.11.1956 acht selbstgefertigte Hetzschriften (10 × 7 cm, liniertes Papier aus einem Schulheft, Kinderdruckkasten) in der Gemeinde Ihleburg, [Kreis] Burg: »Ungarn neun Tage Krieg gegen den Russen.«

  • Am 15.11.1956 wurden weitere neun Hetzschriften in einer Straße in Burg [gefunden] (Anfertigungsmaterial das gleiche wie oben): »Es lebe die PG, es lebe der Sozialismus, wir warnen alle Agenten und FRB.«71

  • Am 20.11.1956 eine Hetzschrift der SPD in der Gemeinde Schartau, [Kreis] Burg, mit Stecknadeln an einem Baum geheftet.

Kreis Wernigerode

  • Im Stadtgebiet Wernigerode, »dass Genosse Walter Ulbricht an der letzten Volkskammertagung nicht teilgenommen hat, um den Willen des Volkes auszuweichen.72 Er soll ein alter ›Stalinanhänger‹ sein und würde nicht mehr das Vertrauen der Partei genießen und langsam in den Hintergrund gedrängt werden.«

  • Unter den Frauen von Wernigerode (auf dem Bauernmarkt und in der Schlossmolkerei), »dass entlang der Zonengrenze 5-km-Streifen die Bevölkerung evakuiert werden soll um das Gebiet mit Befestigungsanlagen zu sichern.73 Auch Wernigerode soll davon betroffen werden.«

Kreis Genthin

  • Am 18.11.1956 in Genthin an der Tür des Transformatorenhauses in der Hilde-Coppi-Straße: »Tod den Russen« mit einem roten Ölstift.

  • Am 19.11.1956 eine Hetzschrift der KgU in Parey, [Kreis] Genthin, unter der Haustür eines Rückkehrers.

  • Am 27.11.1956 im VEB Persil-Werk Genthin, in der Toilette der Abteilung Zerstäubung: »Hetze gegen die SU«.

  • Der DBD-Vorsitzende aus der Gemeinde Karow, [Kreis] Genthin, verbreitet, dass die am 17.6.1953 angefallenen Personen unter polizeilicher Aufsicht ständen.

  • Ein Schlosser von der MTS Dretzel, [Kreis] Genthin: »Die Sowjetarmee wäre in Ungarn gegen die Befreiungsbewegung mit Phosphor vorgegangen.«

Kreis Osterburg

  • Am 19.11.1956 eine selbstgefertigte Hetzschrift (2 × 7 cm) im Briefkasten beim Kreissekretär der SED in Osterburg: »Die schwarzen Rächer«. (Kinderdruckkasten).

  • Einen gleichen Hetzzettel fanden der Hausmeister der SED-Kreisleitung und ein Rentner in seinem Briefkasten [sic!].

Kreis Klötze

  • Am 24.11.1956 zwei Hetzschriften der SPD in der Gemeinde Bandau, Ortsteil Poppau,74 [Kreis] Klötze, an Elektromasten und Toreinfahrt.

  • In Ahlum, [Kreis] Klötze, wird von einem Erfasser75 des VEAB erklärt, dass ein Großbauer des Ortes seinen Hof von der LPG wieder zurückerhält. Deshalb kommt es zu dem Gerücht, dass schwache LPG wieder Land an Einzelbauern abgeben bzw. zurückgeben.

Kreis Oschersleben

  • In der Gemeinde Sommerschenburg, [Kreis] Oschersleben, »dass im dortigen Wald sowjetische Panzer konzentriert werden«.

  • Aus dem Tagebau Harbke, [Kreis] Oschersleben, wird Folgendes durch ehemalige Umsiedler verbreitet: »Bald kommen wir wieder in unsere Heimat, da nochmal eine Auseinandersetzung in der DDR kommen würde. In Ungarn wäre die Sache schlecht ausgegangen.«

Kreis Wolmirstedt

Am 28.11.1956 eine Hetzschrift der KgU am öffentlichen Bekanntmachungskasten der Gemeindeverwaltung Colbitz, [Kreis] Wolmirstedt.

Kreis Schönebeck

  • Am 9.11.1956 im Aufnahmeheim Schönebeck76 in den Toilettenräumen des III. Stockes (14 × 6 cm) mehrere: »Wir begrüßen die westdeutschen Bürger und Mitarbeiter der KgU bei ihren Aufgaben in der DDR77

  • Am 20.11.1956 im VEB Traktorenwerk Schönebeck ein Zeitungsbild mit einem erhängten Funktionär aus Ungarn im Selbstfahrer78 gefunden. Dazu stand geschrieben: »Genossen und Kollegen, so hängen bei uns die Genossen« (7 Namen von Mitgliedern der SED), »Hetze gegen Walter Ulbricht und Otto Grotewohl und die SU«.

  • Am 23.11.1956 erhielt der Vorsitzende der NF des Ortsausschusses in Altbrandsleben, [Kreis] Schönebeck,79 einen anonymen Drohbrief. Inhalt: »Er wird aufgefordert, seine politische Arbeit niederzulegen und sich in Westberlin zu melden. Unterschrift: Mitarbeiter der freien Welt.«

  • Ein Fleischergeselle aus Schönebeck: »Aus Rumänien bekommen wir keine Fleischlieferungen mehr, da dort Unruhen ausgebrochen sind.«80

  • Der Schlossermeister [Name 4] aus Schönebeck erzählte unter seinen Kunden, »dass die Westmächte einen Funkspruch Bulganins81 an Nasser82 abgefangen hätten, wo er ihm zum Aushalten aufforderte und andeutete, dass die SU in absehbarer Zeit die Städte London und Paris mit Atombomben belegen wolle.«

Kreis Salzwedel

Am 13.11.1956 in Salzwedel, Ecke Hohnmarstraße83 – Eingang Straße des Friedens an einer Hauswand: »Fort mit Ulbricht« (Kreide).

Kreis Seehausen

  • Am 5.11.1956 ein Hetzblatt an den Bürgermeister (LDP) in Seehausen mit versteckter Morddrohung.

  • Am 25.11.1956 fünf selbstgefertigte Hetzschriften (DIN A5) an Zäune und Litfaßsäulen in Seehausen: »Russen raus«.

  • Am 26.11.1956 in der Gemeinde Beuster, [Kreis] Seehausen, an einem Torweg: »Russen abziehen«.

  • Am 26.11.1956 in Arendsee, [Kreis] Seehausen, auf einem ausgehängten Plakat mehrere Hakenkreuze.

  • In Arendsee, [Kreis] Seehausen, unter den Einwohnern: »Für Besucher aus Westdeutschland gebe es keine Aufenthaltsgenehmigung.«

Kreis Stendal

  • Am 8.11.1956 52 selbstgefertigte Hetzschriften im Hauptpostamt Stendal bei der Kastenleerung. »Russen raus (1 800 000) fordern Freiheit.« Von der gleichen Sorte wurden 20 Stück an verschiedenen Stellen in der Weberstraße in Stendal gefunden.

  • Am 6.11.1956 in Stendal in der Weberstraße an Fenstern und Häusern elf Hakenkreuze, Größe 40 × 40 cm.

  • Am 14.11.1956 an einer Hauswand in Stendal (am Haus eines Parteisekretärs) zwei Hakenkreuze, 50 × 50 cm, Kreide.

Kreis Staßfurt

  • Am 12.11.1956 eine Hetzschrift der SPD auf dem Flur des Büros der MTS Egeln-Nord, [Kreis] Staßfurt.

  • Am 21.11.1956 in Staßfurt, vor den Türen verschiedener Genossen auf dem Fußweg Hakenkreuze geschmiert.

  • Am 25.11.1956 in Staßfurt in der Löderburger Straße und Schillerstraße je ein Hakenkreuz (50 × 50 cm).

  • Am 26.11.1956 in Staßfurt an der alten Friedhofsmauer mehrere Hakenkreuze (50 × 50 cm).

Kreis Tangerhütte

  • Am 24.11.1956 zehn Hetzschriften (KgU, NTS und Tarantel) auf der Chaussee in gleichen Abständen von Brunkau nach Lüderitz, [Kreis] Tangerhütte.

  • Am 8.11.1956 wurde der ABV in Tangerhütte angerufen und durch das Telefon waren Nachrichten des NWDR zu hören. Ermittlungen bei der Post ergebnislos.

Kreis Wanzleben

  • Am 8.11.1956 am Anschlagbrett der Gemeindeverwaltung im Ortsteil Stemmern des Ortes Bahrendorf, [Kreis] Wanzleben: »Bürger von Stemmern, Ungarn hat ein Beispiel gegeben. Rot ist tot, wie uns 1945 versprochen. Freier Bauer auf freier Scholle, jetzt ist es Zeit.«

  • In der Gemeinde Eggenstedt, [Kreis] Wanzleben, wird verbreitet, »dass ein gewisser [Vorname Name 5] zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt worden wäre.« [Name 5] hatte die Forderung nach »Freiheit« an eine Wand geschmiert. (Wurde nicht bestraft.)

Kreis Zerbst

  • In Zerbst, »dass es in nächster Zeit auch in der SU los gehe«, der Kommunismus habe abgewirtschaftet.

  • In der Gemeinde Mühro, [Kreis] Zerbst, wird von einem Rentner das Gerücht bekannt gegeben, »dass es in der DDR künftig keinen Roggen und somit auch kein Mehl mehr gibt, weil sämtlicher Roggen exportiert werde.« Des Weiteren, dass in Berlin die Studenten demonstrieren und den Abzug der Russen gefordert haben sollen.

Bezirk Frankfurt/O.

[Tabelle 14]

[Kategorie]

Oktober [1956]

November [1956]

Verbreitung durch Ballon

113 805

64 839

Verbreitung durch Post

5 168

8 563

a) selbstgefertigte Hetzschriften

1

5 Fälle

b) Hetzschriften der Feindzentralen, Handverbreitung

2

2 Fälle

c) Hetzlosungen

3

12 Fälle (mehrere)

d) Hetzschriften, die durch die Post an die Bevölkerung gelangten

11

22 Fälle (mehrere)

[davon in den Kreisen des Bezirks Frankfurt/O. – Tabelle 15.1]

[Kategorie]/[Kreis]

Frankfurt/O.

Bernau

Fürstenberg

Beeskow

Eberswalde

a)

1 Fall

1 Fall

b)

1 Fall

c)

2 Fälle

1 Fall

3 Fälle

2 Fälle

d)

5 Fälle

1 Fall

[davon in den Kreisen des Bezirks Frankfurt/O. – Tabelle 15.2]

[Kategorie]/[Kreis]

Fürstenwalde

Seelow

Strausberg

Angermünde

a)

1 Fall

2 Fälle

b)

1 Fall

c)

3 Fälle

1 Fall

d)

8 Fälle

7 Fälle

1 Fall

Bezirk Frankfurt/O.

Kreis Frankfurt/O.

  • Am 3.11.1956 auf dem Bahnhof Frankfurt/O. wurde an einem Waggon eine Losung in Polnisch festgestellt. Deutsch übersetzt: »Weg aus Polen mit den Russen, wir wollen alleine sein. Es lebe Gomulka.«84 Der Waggon kam von Wittenberge und ging nach Polen.

  • Am 7.11.1956 in einem Abteil unter einer Bank eines Personenzuges in Frankfurt/O. eine rote Fahne mit einer Hetzlosung: »Nieder mit Ulbricht«.

Kreis Bernau

Am 5.11.1956 in der Thälmannstraße in Bernau: »Russe raus«. Am Ehrenmal der Sowjetarmee in Bernau »Russe – Mörder – Ungarns«.

Kreis Beeskow

  • Am 5.11.1956 elf Hetzschriften der KgU in Friedland, [Kreis] Beeskow, an elf Wohnungstüren.

  • Am 10.11.1956 auf dem Marktplatz in Beeskow (auf einer Einladung zur Kundgebung der Nationalen Front): »Einwohner von Beeskow, geht nicht zur Kundgebung. Wir wollen mit den SED’isten, welche die Mörder Ungarns ihre Freunde nennen, nichts gemein haben, die SED soll sich mit dem Mörderblut besudeln. Sowjetsoldaten schleunigst nach Moskau begeben.« Unterschrift: Einer für viele.

Kreis Eberswalde

  • Am 12.11.1956 an einer Werkhalle der Walzwerke Finow (Neuwerk), [Kreis] Eberswalde: mehrere Hakenkreuze.

  • Am 14.11.1956 im Passage-Theater in Eberswalde in der Herrentoilette: »Es lebe Hitler«.

Kreis Fürstenberg

  • Am 12.11.1956 eine selbstgefertigte Hetzschrift im Beschwerdekasten der Bürgermeisterei von Müllrose, [Kreis] Fürstenberg: Hetze gegen die DDR.

  • Am 12.11.1956 im Block 86 in Stalinstadt im Kellergeschoss mehrere Hakenkreuze.

  • Am 13.11.1956 im Block 100 in Stalinstadt an einer frisch verputzten Decke: »Es lebe Hitler« und Hakenkreuze.

  • Am 19.11.1956 in Neuzelle,85 [Kreis] Fürstenberg, entlang der Mauer (des Dorfteiches) »Wir streiken für Ungarn«.

Kreis Fürstenwalde

Am 1.11.1956 eine selbstgefertigte Hetzschrift in einer Straße in Hartmannsdorf, [Kreis] Fürstenwalde: Hetze gegen Walter Ulbricht und Otto Grotewohl.

Kreis Seelow

  • Am 5.11.1956 an der Tafel der 6. Klasse der Volksschule Lebus, [Kreis] Seelow: »SOS – Helft Ungarn« und Hetze gegen die Sowjetarmee. An einer Tafel in der Berufsschule Biesenthal, [Kreis] Bernau: Hetze über die Ereignisse in Ungarn.

  • Am 7.11.1956 in der Gemeinde Gusow, [Kreis] Seelow, an einem Haus: »Hoch lebe das freie Ungarn.«

  • In der Berufsschule Seelow wurde durch Lehrer das Gerücht verbreitet »Walter Ulbricht und Otto Grotewohl würden demnächst verschwinden und W. Stoph86 wird als Ministerpräsident eingesetzt«.

Kreis Strausberg

  • Am 5.11.1956 eine Hetzschrift der KgU in Buckow/Seelow,87 an einer Innenwand beim Rat der Stadt.

  • Am 6.11.1956 eine selbstgefertigte Hetzschrift (Matrizenabzug) in Strausberg in einem S-Bahnwagen. Hetze gegen die DDR.

  • Am 13.11.1956 mehrere Ausschnitte aus einer Westzeitung in Neuenhagen, [Kreis] Strausberg, auf einem Hausgrundstück: Hetze gegen die SU.

  • Am 15.11.1956 auf einer Reklametafel der HO gegenüber dem Bahnhofseingang von Neuenhagen, [Kreis] Strausberg: zwei Hakenkreuze und zwei Hakenkreuze 20 m entfernt an einem HO-Kiosk.

Bezirk Erfurt

[Tabelle 16]

[Kategorie]

Oktober [1956]

November [1956]

Verbreitung durch Ballon

36 100

32 062

Verbreitung durch Post

5 835

7 240

a) selbstgefertigte Hetzschriften

18 Fälle mehrere

b) Hetzschriften der Feindzentralen, Handverbreitung

2 Fälle

c) Hetzlosungen

10

14 Fälle mehrere

d) Hetzschriften, die durch die Post an die Bevölkerung gelangten

4

13 Fälle

[davon im November 1956 in den Kreisen des Bezirks Erfurt – Tabelle 17.1]

[Kategorie]/[Kreis]

Erfurt

Nordhausen

Eisenach

Gotha

a)

10 Fälle

3 Fälle

1 Fall

b)

1 Fall

c)

4 Fälle

2 Fälle

2 Fälle

d)

6 Fälle

1 Fall

[davon im November 1956 in den Kreisen des Bezirks Erfurt – Tabelle 17.2]

[Kategorie]/[Kreis]

Langensalza

Weimar

Apolda

Worbis

a)

2 Fälle

b)

c)

1 Fall

1 Fall

1 Fall

d)

[davon im November 1956 in den Kreisen des Bezirks Erfurt – Tabelle 17.3]

[Kategorie]/[Kreis]

Mühlhausen

Heiligenstadt

Arnstadt

Sömmerda

a)

1 Fall

1 Fall

b)

1 Fall

c)

1 Fall

1 Fall

1 Fall

d)

6 Fälle

Bezirk Erfurt

Kreis Erfurt

  • Am 3.11.1956 eine selbstgefertigte Hetzschrift (Druckschrift) an die Tür der Grundschule 8 in Erfurt: »Wir wollen kein Russisch mehr lernen.«

  • Am 5.11.1956 auf dem Wagenzettel eines Güterwagens (aus Deuben kommend) im VEB Clara-Zetkin-Werk Erfurt:88 »Freiheit für die DDR

  • Am 5.11.1956 in mehreren Straßen in Erfurt sechs Losungen »Nieder mit der DDR.« – »Nieder mit den Organen der Polizei und der Staatssicherheit.«

  • Am 5.11.1956 an einem Güterwagen aus Deuben kommend, im VEB Clara-Zetkin-Werk Erfurt: »Freiheit für die DDR

  • Am 6.11.1956 mehrere selbstgefertigte Hetzschriften auf dem Schulhof der Theo-Neubauer-Schule in Erfurt, Hetze gegen die SU.

  • Am 7.11.1956 in Erfurt am Brückenpfeiler am Dämmchen ein Hakenkreuz (40 × 40 cm).

  • Am 10.11.1956 an der Hauswand der Grundschule in Kerspleben,89 [Bezirk] Erfurt, 29 Hakenkreuze.

  • Am 14.11.1956 eine selbstgefertigte Hetzschrift (21,5 × 23,5 cm) an der Wand des Nebengebäudes der Reichsbahnberufsschule Erfurt: »Hätten wir Adenauers freie Wahlen, sind die SED-Russenknechte zum Teufel und mit ihnen die SED-Verräter-Deutschlands.«

  • Am 15.11.1956 mehrere selbstgefertigte Hetzschriften (Schreibmaschine) im Umkleideraum des VEB Wasserwirtschaft und Gasversorgung in Erfurt an mehreren Spinden: »Deutsche kämpft gemeinsam gegen den Kommunismus.« Unterschrift: »Die ehemaligen SS- und SA-Angehörigen und der Freiheitsrat.«

  • Am 15.11.1956 eine selbstgefertigte Hetzschrift in Erfurt in der Auenstraße 45 an einem Klingelbrett eines Genossen: »Heute Abend der Tod«.

  • Am 17.11.1956 drei selbstgefertigte Hetzschriften in Erfurt in der Freiligrathstraße,90 Hetze gegen die SU und die DDR.

  • Am 17.11.1956 sieben selbstgefertigte Hetzschriften im Sonderbriefkasten des Hauptpostamtes Erfurt: »Bürger Deutschlands kämpft gegen den bolschewistischen Terror in Ungarn. Für ein wahrhaft sozialistisches und demokratisches Deutschland. Es lebe die Freiheit«. Unterschrift: Bus. Des Weiteren wurden noch zwei derselben Hetzschriften in der Hochheimer Straße und in der Geibelstraße/Ecke Bechsteinstraße [gefunden].

  • Am 8.11.1956 erhielt ein Parteiveteran aus Gebesee, [Kreis] Erfurt[-Land], einen Drohbrief: »Drohungen, er wird aufgefordert, schnellstens zu verschwinden.«

  • Der Genosse [Name 6], beschäftigt im VEB Optima Erfurt, erhielt einen anonymen Brief mit dem Zeitungsausschnitt aus dem »Volk«,91 worin zwei Stellungnahmen des o. G. und des Genossen [Name 7] zu den Ergebnissen des XX. Parteitages der KPdSU92 abgedruckt waren,93 mit folgenden Randbemerkungen: 1.) »Genosse [Name 6], dir gehen auch noch die Augen auf.« 2.) »Genosse [Name 7], das glaubst du alter Nazi wohl selbst nicht. Heute braun, morgen rot und übermorgen???«94

Kreis Gotha

  • Am 6.11.1956 an einer Maschine des Weichenwerkes Gotha ein Hakenkreuz, 25 × 25 cm.

  • Am 8.11.1956 in Tambach-Dietharz, [Kreis] Gotha, an drei verschiedenen Stellen: »Für die Konterrevolution in Ungarn.«

  • Am 16.11.1956 vier selbstgefertigte Hetzschriften DIN A4, in Friedrichroda,95 [Kreis] Gotha: »Nieder mit Pieck – Ulbricht – Grotewohl«.

  • Am 2.11.1956 wurden der Betriebsleiter und der Parteisekretär des Flachswerkes Ohrdruf, [Kreis] Gotha, anonym angerufen: Sie wurden bedroht, dass sie die ersten wären, aufgehängt zu werden.

Kreis Apolda

  • Am 3.11.1956 eine selbstgefertigte Hetzschrift im Briefkasten der Bauernbank in Apolda: Aufforderung zum Streik und Sabotage, Hilfe für Polen und Ungarn.

  • Am 6.11.1956 ein selbstgefertigtes Hetzblatt (DIN A4) an einer Holzbrücke in Bad Sulza, [Kreis] Apolda. Hetze gegen die SU.

Kreis Heiligenstadt

  • Am 3.11.1956 im VEB Kleinmetallwarenwerk Heiligenstadt (Klosettanlage): »Es lebe Adenauer, nieder mit den roten Lumpen.«

  • Am 5.11.1956 eine selbstgefertigte Hetzschrift, 30 × 50 cm, am Tor des Konsumlebensmittellagers in Uder, [Kreis] Heiligenstadt. Hetze gegen den Kommunismus.

Kreis Nordhausen

  • Am 8.11.1956 drei selbstgefertigte Hetzschriften in Bleicherode, [Kreis] Nordhausen, am Haus der Jungen Pioniere, Oberschule und am Rathaus. Hetze gegen die SU.

  • Am 8.11.1956 mehrere Hetzschriften »Der Tag« in Hainrode, [Kreis] Nordhausen, im Hof des Partei- und des FDGB-Sekretärs.

  • Am 8.11.1956 drei selbstgefertigte Hetzschriften im Stadtgebiet von Bleicherode, [Kreis] Nordhausen, an Häuser angeklebt, Aufforderung passiven Widerstand zu leisten. Unterschrift: Spartacus, und am 11.11.1956 wurden sieben gleiche Hetzschriften gefunden.

  • Im VEB Kaliwerk »Karl Liebknecht« Bleicherode, [Kreis] Nordhausen, wurde verbreitet, dass am nächsten Lohntag kein Lohn gezahlt werden kann, da das Werk ziemlich pleite sei.

Kreis Langensalza

Am 5.11.1956 an einem Verpackungskarton der Konsum-Konservenfabrik [Bad] Langensalza, Hetze gegen die Sowjetunion.

Kreis Worbis

  • Am 27.11.1956 im VEB Obertrikotagenwerk Dingelstädt,96 [Kreis] Worbis, auf der Männertoilette: »Wer den Arbeiter verrät, muss an den Galgen, wird vergiftet mit Schmierseife – auch die alten K.97 werden gehängt.«

  • Im Ort Weißenborn-Lüderode, [Kreis] Worbis, kursiert Folgendes: »Sowjetische Truppeneinheiten, die in Rumänien stationiert sind, hätten die Armee der Volksrepublik Rumänien entwaffnet, um ähnliche Vorkommnisse wie in Ungarn zu verhindern.«

Kreis Arnstadt

  • Am 12.11.1956 eine selbstgefertigte Hetzschrift an der Anschlagtafel der Gemeinde Gräfenroda, [Kreis] Arnstadt, (5 × 10 cm): »Russisch darf kein Pflichtfach mehr sein.«

  • Am 14.11.1956 15 Hetzschriften der SPD auf dem Bahnhof Crawinkel, [Kreis] Arnstadt.

Kreis Eisenach

  • Am 3.11.1956 in Gerstungen, [Kreis] Eisenach, in einem Güterwagen der Bundesbahn, Hetze gegen Funktionäre unserer Regierung.

  • Am 11.11.1956 auf dem Güterbahnhof Eisenach an einem Güterzug nach Wartha und an einem polnischen Güterwagen (von Forst nach Basel), Hetze gegen die SU, darunter Hakenkreuze.

Kreis Weimar

Am 5.11.1956 an einem polnischen Güterwagen auf dem Bahnhof Weimar: »Jagt die Russen aus dem Lande.«

Kreis Mühlhausen

Am 7.11.1956 an der Außenwand des VEB Röhrenwerkes Mühlhausen mehrere Hakenkreuze.

Kreis Sömmerda

Am 15.11.1956 im Gelände der BHG Großbrembach,98 [Kreis] Sömmerda, drei [sic!] Hetzlosungen mit Ölfarbe: »Freie Wahlen, freie Wirtschaft.« – »Von Ulbricht, Pieck und Grotewohl haben wir die Schnauze voll.«

Bezirk Gera

[Tabelle 18]

[Kategorie]

Oktober [1956]

November [1956]

Verbreitung durch Ballon

41 575

37 716

Verbreitung durch Post

6 572

8 472

a) selbstgefertigte Hetzschriften

1

16 Fälle (mehrere)

b) Hetzschriften der Feindzentralen, Handverbreitung

8

2 Fälle

c) Hetzlosungen

6

9 Fälle (mehrere)

d) Hetzschriften, die durch die Post an die Bevölkerung gelangten

29

50 Fälle99

[davon im November 1956 in den Kreisen des Bezirks Gera – Tabelle 19.1]

[Kategorie]/[Kreis]

Jena

Eisenberg

Pößneck

Rudolstadt

Schleiz

Saalfeld

a)

8 Fälle

1 Fall

2 Fälle

1 Fall

1 Fall

b)

1 Fall

1 Fall

c)

2 Fälle

1 Fall

1 Fall

1 Fall

d)

3 Fälle

4 Fälle

2 Fälle

[leer]

[leer]

[davon im November 1956 in den Kreisen des Bezirks Gera – Tabelle 19.2]

[Kategorie]/[Kreis]

Stadtroda

Gera

Greiz

Lobenstein

Zeulenroda

a)

3 Fälle

[leer]

[leer]

[leer]

[leer]

b)

[leer]

[leer]

[leer]

[leer]

c)

4 Fälle

[leer]

[leer]

[leer]

[leer]

d)

[leer]

9 Fälle

4 Fälle

3 Fälle

4 Fälle

Bezirk Gera

Kreis Eisenberg

  • Am 1.11.1956 13 selbstgefertigte Hetzschriften in Eisenberg mit Aufforderungen zu politischen Unruhen und Hetze gegen die SED.

  • Am 9.11.1956 eine Hetzschrift »Tribüne«100 am Bahnhofsgebäude in Rauda, [Kreis] Eisenberg.

  • Am 26.11.1956 im Stadtgebiet von Schkölen, [Kreis] Eisenberg, an acht verschiedenen Stellen Hakenkreuze, vermutlich mit Schuhkreme (Größe 30 × 30 cm).

Kreis Jena

  • Am 1.11.1956 sieben selbstgefertigte Hetzschriften in Großlöbichau, [Kreis] Jena, mit Antisowjethetze und Hetze gegen die SED.

  • Am 5.11.1956 164 selbstgefertigte Hetzschriften (Druckkasten) in Jena und Lobeda mit Hetze gegen die SED.

  • Am 6.11.1956 118 Hetzschriften wie oben in Jena und Umgebung.

  • Am 7.11.1956

    • 93 Hetzschriften wie oben an den gleichen Orten. Zum Teil mit KgU unterschrieben.

    • zwei {mit] Maschine geschriebene Zettel mit Hetze gegen die Sowjetunion.

    • 60 selbstgefertigte Hetzschriften mit Unterschrift KgU. Inhalt: Hetze gegen die SED. Fundort: Randgebiet von Jena.

  • Am 15.11.1956 ein Hetzblatt (unbekannt) mit vier ungarischen Banknoten (ein Hundert-Pengő-Schein, ein Fünfzig-Pengő-Schein, zwei Fünf-Pengő-Scheine)101 in der Nähe der Leuchtenburg102 bei Kahla, [Kreis] Jena[-Land]. Inhalt: Finder soll sich in Westberlin melden.

  • Am 16.11.1956 im VEB Zeiss Jena im Treppenhaus 23, 1. Stock: »Schlag die Kommunisten tot, bildet illegale Gruppen«. Unterschrift IX.

  • Am 20.11.1956 im VEB Zeiss Jena in der Männertoilette des Hauptwerkes Treppenhaus 21: »[Name 8] ist ein Lump und ein Spitzel, schlagt ihn tot« und »Schlagt die Kommunisten tot«. [Name 8] ist Mitglied der FDJ und des FDGB.

  • Ein AGL-Vorsitzender aus dem VEB Zeiss Jena erhielt durch die Betriebspost eine Drohung, sich nicht wieder wählen zu lassen, da alle gegen ihn sind.

Kreis Pößneck

  • Am 10.11.1956 acht selbstgefertigte Hetzschriften in Pößneck, Hetze gegen SU.

  • Am 10.11.1956 acht selbstgefertigte Hetzschriften (Schreibmaschine) in Pößneck, Hetze gegen die SU (traten schon am 7.11.1956 auf).

Kreis Rudolstadt

  • Am 9.11.1956 in Rudolstadt auf einer Straße vier Hakenkreuze (vermutlich Kinder).

  • Am 9.11.1956 an eine Litfaßsäule in Bad Blankenburg, [Kreis] Rudolstadt: 14 Ausschnitte aus Westzeitungen, welche Hetze gegen die SED und Regierung der DDR enthalten.

  • Am 6.11.1956 wurde im Kunstfaserwerk Rudolstadt angeblich vom »Dolmetscher des MfS« angerufen, der sich nach den Sicherungsmaßnahmen des Betriebes erkundigen wollte. Der Anruf war fingiert.

  • Unter den Großbauern von Neusitz, [Kreis] Rudolstadt, kursiert Folgendes: »Es wäre ein Gesetz in Vorbereitung, wonach diejenigen Bauern, die nicht genügend Arbeitskräfte hätten, ihr Land brachliegen lassen könnten.«

Kreis Schleiz

Am 8.11.1956 eine selbstgefertigte Hetzschrift in Langenbuch, [Kreis] Schleiz: Hetze gegen die SED.

Kreis Saalfeld

  • Am 30.11.1956 auf einem Schild, Aufschrift »5-km-Sperrzone« am Ortseingang von Rosenthal,103 [Kreis] Saalfeld: »Hängt die Diplomaten, ein einiges Deutschland«.

  • Unter den Kumpels des VEB Maxhütte, »dass der Genosse Walter Ulbricht bei einem Besuch in den Leunawerken von den Werktätigen mit verschiedenen Gegenständen beworfen worden sei und den Betrieb habe verlassen müssen«.

Kreis Stadtroda

  • Am 2.11.1956 drei selbstgefertigte Hetzschriften in Stadtroda mit Hetze gegen VP und MfS. Ein handgeschriebenes Hetzblatt im VEB Keramische Werke Hermsdorf an die Umsiedler gerichtet: »Ihr kommt alle nach Hause – unterstützt Adenauer«.

  • Am 4.11.1956 zwei handgeschriebene Zettel im VEB Keramische Werke Hermsdorf mit Hetze gegen die SU, Oder-Neiße-Grenze und gegen führende Funktionäre.

  • Am 8.11.1956 im VEB Keramische Werke Hermsdorf, [Kreis] Stadtroda, in den Aborten einer Verwaltungsabteilung: »Keine Freundschaft mit der SU« (engl. Schrift).

  • Am 15.11.1956 in Hermsdorf, [Kreis] Stadtroda, sechs Hakenkreuze mit Kreide.

  • Am 16.11.1956 im gleichen Ort 20 Hakenkreuze und SS-Runen.

  • Am 15.11.1956 in der Massemühle des VEB Keramische Werke Hermsdorf auf einem Massetuch ein Hakenkreuz 20 × 20 cm.

  • Am 18.11.1956 in [Bad] Klosterlausnitz,104 [Kreis] Stadtroda, auf einer Straße mehrere Hakenkreuze.

Bezirk Neubrandenburg

[Tabelle 20]

[Kategorie]

Oktober [1956]

November [1956]

Verbreitung durch Ballon

3 474

4 717

Verbreitung durch Post

3 936

4 486

a) selbstgefertigte Hetzschriften

1

4 Fälle105

b) Hetzschriften der Feindzentralen, Handverbreitung

c) Hetzlosungen

2

5 Fälle

d) Hetzschriften, die durch die Post an die Bevölkerung gelangten

29

20 Fälle

[davon im November 1956 in den Kreisen des Bezirks Neubrandenburg – Tabelle 21.1]

[Kategorie]/[Kreis]

Neubrandenburg

Malchin

Anklam

Neustrelitz

a)

1 Fall

1 Fall (50 Stück)

2 Fälle

b)

c)

1 Fall

1 Fall

2 Fälle

d)

7 Fälle

[davon im November 1956 in den Kreisen des Bezirks Neubrandenburg – Tabelle 21.2]

[Kategorie]/[Kreis]

Altentreptow

Strasburg

Demmin

Templin

a)

1 Fall

b)

c)

1 Fall

d)

2 Fälle

4 Fälle

7 Fälle

Bezirk Neubrandenburg

Kreis Neubrandenburg

  • Am 13.11.1956 im VEB (K) Bau- und Möbeltischlerei Neubrandenburg in der Toilette des Betriebes II zwei Hakenkreuze.

  • Am 24.11.1956 eine selbstgefertigte Hetzschrift in Neubrandenburg, Beserikestraße 6,106 an der Innenseite der Haustür: »Die Nacht der langen Messer beginnt Morgen«, darunter waren zweimal zwei lange Messer über Kreuz gezeichnet (vermutlich durch Kinder).

Kreis Anklam

  • Am 10.11.1956 eine selbstgefertigte Hetzschrift in Anklam: »Weg mit den Russen.«

  • Am 14.11.1956 ein Hetzplakat in der Nähe des Großen Wall in Anklam: »Weg mit den Russen.« In letzter Zeit wurden fünf solcher Hetzplakate gefunden.

Kreis Altentreptow

Am 5.11.1956 erhielt ein Mitarbeiter unserer Kreisdienststelle Altentreptow einen Drohbrief: »Alles lacht um eure Angst. Stalinbüsten werden zerschlagen. Nur Ruhe. Nützt euch nichts mehr. Freiheit lässt sich auf die Dauer nicht mehr halten.«

Kreis Demmin

Am 9.11.1956 an der Scheune der LPG »Junge Welt« in Vorbein, [Kreis] Demmin, ein Hakenkreuz.

Kreis Malchin

  • Am 13.11.1956 vier selbstgefertigte Hetzschriften an verschiedenen Stellen in der Gemeinde Gielow, [Kreis] Malchin:

    • 1.

      Bei der Gemeindeschwester: »Ab sofort sind alle Schiffe zu zählen und beim Doktor zu melden.«

    • 2.

      HO-Geschäft: »Achtung, für Syphilisten kein Zutritt.«

    • 3.

      Bürgermeister: »Kommt alle mit nach drüben, kommt alle mit, weil das sich lohnt, denn dort scheint die Sonne und hier scheint der Mond.«

    • 4.

      Am Bahnhof (wie unter Punkt 3.)

  • Am 21.11.1956 50 selbstgefertigte Hetzschriften (Abziehapparat) in mehreren Straßen in Stavenhagen, [Kreis] Malchin: »Wir sind ein Volk und sprechen eine Sprache und deshalb gehören wir zusammen. Darum fordern wir eine gesamtdeutsche Regierung. Abzug aller Besatzungstruppen.«

Kreis Neustrelitz

  • Am 7.11.1956 am sowjetischen Ehrenmal in Neustrelitz: ein Hakenkreuz ca. 15 cm.

  • Am 7.11.1956 in Neustrelitz in der Seestraße ein Hakenkreuz.

Bezirk Leipzig

[Tabelle 22]

[Kategorie]

Oktober [1956]

November [1956]

Verbreitung durch Ballon

4 157

30 413

Verbreitung durch Post

8 957

9 286

a) selbstgefertigte Hetzschriften

11

16 Fälle (mehrere)

b) Hetzschriften der Feindzentralen Handverbreitung

2

13 Fälle (mehrere)

c) Hetzlosungen

7

49 Fälle107 (mehrere)

d) Hetzschriften, die durch die Post an die Bevölkerung gelangten

64

170 Fälle

[davon im November 1956 in den Kreisen des Bezirks Leipzig – Tabelle 23.1]

[Kategorie]/[Kreis]

Leipzig

Altenburg

Borna

Döbeln

Eilenburg

Delitzsch

a)

14 Fälle

2 Fälle

b)

9 Fälle

1 Fall

2 Fälle

c)

36 Fälle

4 Fälle

6 Fälle

1 Fall

d)

44 Fälle

9 Fälle

14 Fälle

18 Fälle

5 Fälle

5 Fälle

[davon im November 1956 in den Kreisen des Bezirks Leipzig – Tabelle 23.2]

[Kategorie]/[Kreis]

Geithain

Wurzen

Oschatz

Grimma

Schmölln

Torgau

a)

b)

1 Fall

c)

2 Fälle

1 Fall

d)

5 Fälle

8 Fälle

10 Fälle

7 Fälle

6 Fälle

39 Fälle

Bezirk Leipzig

Kreis Leipzig

  • Am 1.11.1956 in der Straßenbahnwartehalle Modelwitz, [Kreis] Leipzig[-Land], die Losung: »Raus mit den Russen, nieder mit der SED, wir wollen frei sein.«

  • Am 1.11.1956 mehrere selbstgefertigte Hetzschriften im Briefkasten des Bezirksvorstandes der CDU in Leipzig: »Ihr seid auch Verräter – Ihr wollt Christen sein? Mit Euch werden wir auch noch abrechnen.«

  • Am 3.11.1956 VEB Buchbindereimaschinenwerk Leipzig, Kleindreherei, mit Öl ein Hakenkreuz an die Wand geschmiert.

  • Am 3.11.1956 Wartehäuschen Ostheimstraße mit Bleistift die Losung: »Ulbricht ist ein Schwein, nieder mit euch, 15.11. geht’s los.«

  • Am 3.11.1956 am Gebäude des Bezirksvorstandes der CDU in Leipzig: SS-Runen.

  • Am 4.11.1956 am Zeitungskiosk Leipzig Leninstraße/Ostplatz die Losung: »Pieck ein SED-Verbrecher-Lumpen«.

  • Am 4.11.1956 am Waldplatz und Randsiedlung Leipzig-Mockau 5 × 2 Hetzschriften der NTS.

  • Am 4.11.1956 wurden in Postämtern der Stadt Leipzig 61 mit Handruckkasten gefertigte Hetzbriefe eingeworfen, gerichtet an Hauptpostämter und Sparkassen in Jena, Dresden, Karl-Marx-Stadt, Dessau, Brandenburg, Magdeburg, Merseburg, Potsdam, Erfurt, Nordhausen, Halberstadt, Weimar, Halle, Berlin, Weißenfels sowie an die Humboldt-Universität Berlin. Inhalt: Hetze gegen die Regierung der DDR. Zum Schluss heißt es: »Brüder, Frauen und Schwestern, lasst euch den Betrug, die Unterdrückung und Ausbeutung und Verdummung in der DDR nicht mehr gefallen. Erhebt euch, lehnt euch auf und streikt wie in Magdeburg, Erfurt und Chemnitz. Es lebe die Freiheit.« 25 Hetzschriften (Text wie oben) in Leipzig C 1,108 Neumarkt, Grimmaische Straße und Umgebung.

  • Am 4.11.1956 im Zentrum Leipzigs drei selbstgefertigte Hetzschriften: »Ungarn ruft die Zone – raus mit Iwan – schlagt los für Freiheit, Einheit und Recht.«

  • Am 5.11.1956 Hauptbahnhof Leipzig: Zwölf selbstgefertigte Hetzzettel: »Nieder mit den Mördern von Ungarn – Widerstand den bolschewistischen Tyrannen – der Gott, der Eisen wachsen ließ, der wollte keine Knechte.«109

  • Am 5.11.1956 im Schönefelder Park an einem Baum ein Hetzzettel: Inhalt: »Ungarn mahnt. Deutsche Patrioten wir fordern: 1. Rücktritt der Regierung Grotewohl und Ulbricht. 2. Freie geheime Wahlen. 3. Abzug der russischen Okkupanten.« Unterschrift: »Widerstandskämpfer gegen den Kommunismus«.

  • Am 5.11.1956 an einem Güterwagen (von Gaschwitz nach Plagwitz) am Zug 7205 Losung: »Wir fordern freie Wahlen.«

  • Am 5.11.1956 Bahnhof Streitwald, [Bezirk] Leipzig,110 die Losung: »Die Russen müssen raus.«

  • Am 5.11.1956 am Portal der Universität Leipzig zwei Losungen: »SOS-helft« und »Helft Ungarn«.

  • Am 6.11.1956 in mehreren Briefkästen Postbereich Leipzig C 17 (Zentrum) selbstgefertigte Hetzschriften. Text: (2 Stück) »Freiheit für Ungarn«, »Nieder mit den Russen«, (34 Stück) verschiedene Texte: »Denkt an Ungarn« – »Vergesst nie dieses bolschewistische Verbrechen« – »Der Gott, der Eisen wachsen ließ, der wollte keine Knechte« – »Deutsche wollt Ihr Knechte bleiben« – »Grotewohl und Ulbricht sind die Lakaien der Mörder des ungarischen Volkes« – »Sollen wir ewig ihre Fehler dulden? Nein.«

  • Am 6.11.1956 im VEB Medizin-Werk 1 Leipzig ein Flugblatt, das zum »langsamer Arbeiten« auffordert.

  • Am 6.11.1956 bei dem LPG-Bauern und Bezirkstagsabgeordneten Döhler111 in Großdeuben, [Kreis] Leipzig[-Land], ein NTS-Flugblatt im Briefkasten.

  • Am 6.11.1956 [Name 9], Student der juristischen Fakultät Leipzig, erhielt ein Flugblatt im ND eingefaltet. Durch Briefkasteneinwurf.

  • Am 6.11.1956 zum 7.11.1956 an der Hauswand der Gaststätte »Zum Amboss« Leipzig zwei Hakenkreuze (15 × 15 cm) mit Kreide angeschmiert.

  • Am 8.11.1956 in Leipzig W 35, Heimteichstraße, die Hetzlosung: »Nieder mit der KPD«.

  • Am 8.11.1956 an Laternen in der Jacobstraße112 in Leipzig mehrere Hetzschriften mit dem Aufruf zum »langsamer Arbeiten«.

  • Am 8.11.1956 Osthalle Hauptbahnhof Leipzig: ein selbstgefertigtes Flugblatt »an das deutsche Volk«, Hetze gegen die Regierung, Forderung nach freien Wahlen. Weiter heißt es: »Sie sollen es nicht auf die Spitze treiben – denkt an den 17. Juni.«

  • Am 8.11.1956 je ein Hetzzettel im VEB Schlachthof Leipzig an der Kälberschlachthalle und Autowäscherei.

  • Am 8.11.1956 eine Hetzschrift der KgU im Kirow-Werk Leipzig Werk 2 in der Montagehalle, Abteilung Maschinenbau.

  • Am 8.11.1956 eine Hetzzeitung »BZ«113 im VEB Förderanlagen Leipzig (Männertoilette) Überschrift: »Jetzt auch in Ungarn Aufruhr, raus mit den Sowjets.«114

  • Am 8.11.1956 in Markranstädt, [Kreis] Leipzig[-Land], an vier verschiedenen Stellen (Größe der Buchstaben 40 cm hoch, Länge der Hetzlosung 5 m) Hetze gegen W. Ulbricht, Regierung und der SED.

  • Am 9.11.1956 in Leipzig, Gießerstraße 86, an einer Hauswand: »Nieder mit den Kommunisten.«

  • Am 9.11.1956 ein Zeitungsauschnitt (Bild v. Otto Grotewohl) im Kirow-Werk Leipzig, Werk 2, in der Männertoilette unter dem Bild das Wort »Beseitigen«.

  • Am 9.11.1956 ein Zeitungsausschnitt mit der Überschrift »Vertrauenskundgebung der Volkskammer für die Regierung der DDR«,115 mit dem Zusatz »ohne uns« in den Briefkasten der LDPD-Geschäftsstelle in Leipzig, Stadtbezirk 10.

  • Am 10.11.1956 an einer Mauer der Bahnunterführung in Leipzig W 35, Rathenaustraße, wurde schon wiederholt mit weißer Kreide Hetze gegen die KPD angeschmiert.

  • Am 10.11.1956 an der HO-Verkaufsstelle Leipzig O 5, Riesaer Straße 38, ein Hakenkreuz (Fensterscheibe).

  • Am 11.11.1956 eine selbstgefertigte Hetzschrift in Leipzig C 1, Ecke Auenwaldstraße,116 am Fenstersims der Apotheke: »Seid wachsam, die bolschewistischen Panzer kennen keine Grenze des Rechts.«

  • Am 11.11.1956 am Schaufenster der Volksbuchhandlung Leipzig, Straße der Komsomol 2: Hetze gegen den Kommunismus.

  • Am 11.11.1956 an die Mauer des botanischen Gartens in Leipzig, Linnéstraße (am physikalischen Institut): »Freiheit für die DDR, Russen raus.«

  • Am 11.11.1956 an einer Seitenwand der Messehalle 8 in Leipzig zwei Hakenkreuze.

  • Am 12.11.1956 eine Hetzschrift des UfJ im Briefkasten des Messehauses »Dresdener Hof« in Leipzig.

  • Am 12.11.1956 in Leipzig N 22, Menckestraße,117 von der Losung des DBD: »Nie wieder Faschismus und Militarismus« das Wort »nie« abgekratzt.

  • Am 13.11.1956 neun selbstgefertigte Hetzschriften in Leipzig im Männerklosett der Berufsschule Metall: »Die bolschewistischen Panzer kennen keine Grenzen des Rechts, seid wachsam.«

  • Am 14.11.1956 wurde ein gleicher Hetzzettel in Leipzig C 1, Gottsched-/Ecke Elsterstraße, gefunden. Diese Hetzschriften wurden bereits zum zweiten Mal in der o. g. Berufsschule und viermal im Stadtzentrum von Leipzig gefunden.

  • Am 13.11.1956 zwei selbstgefertigte Hetzschriften in der Natalien- und Juliusstraße in Leipzig: »Nieder mit dem Kommunismus«, »Es lebe unser Freund und Helfer – Adenauer –« und mit Hakenkreuzen versehen.

  • Am 13.11.1956 in Leipzig N 22, Breitenfeder Straße (Bahnunterführung), an einer Holzplanke in 5 m Länge und 13 cm Höhe: »Nieder mit den Sowjets und ihrem Lakaien Spitzbart.«118

  • Am 13.11.1956 in Leipzig-Wahren, HO-Kiosk, in Leipzig N 22, Ludwig-Beck-Straße 10,119 in Leipzig O 5, Riesaer Straße (am Schaukasten des DFD), in Leipzig W 35, Rathenaustraße, Wartehalle der Straßenbahn und in der Breitenfelder Straße: Hetze gegen die revolutionäre Arbeiter- und Bauernregierung in Ungarn sowie gegen die SU und die DDR.

  • Am 13.11.1956 in Leipzig-Wahren, HO-Kiosk vorm Rathaus: »Raus mit den Russen aus Deutschland – den Mördern von Ungarn.«

  • Am 15.11.1956 in Meuselwitz,120 [Bezirk] Leipzig, in der Karl-Marx-Straße an einer Garagenwand mit Kreide drei Hakenkreuze.

  • Am 16.11.1956 im Wartehaus der LVB, Wittenberger/[Ecke] Apelstraße121 in Leipzig: »Der Arbeiter ist nicht mehr frei – Tod den Kommunisten.«

  • Am 17.11.1956 in Leipzig C 1, Gaststätte »Chausseehaus« an einer Wand: »Es lebe die Revolution in Ungarn.«

  • Am 16.11.1956 ein selbstgefertigtes Hetzblatt (aus Zeitungsartikeln zusammengestellt) an die Anschlagtafel der LPG Güldengossa,122 [Kreis] Leipzig[-Land]: Hetze gegen die SU.

  • Am 17. und 20.11.[1956] zwei selbstgefertigte Hetzbriefe erhielt die Grundschule Mölkau, [Kreis] Leipzig[-Land]. Inhalt befasst sich mit den Ereignissen in Ungarn, Hetze gegen die SU und Regierung der DDR sowie Zahlenangaben über republikflüchtige Lehrkräfte. Abs.: FDJ-Gruppe für gesamtdeutsche Fragen, Leipzig C 1, Markgrafenstraße 25.123

  • Am 19.11.1956 sechs selbstgefertigte Hetzbriefe durch die Post an sechs verschiedene VEB bzw. Kaufhäuser der Stadt Leipzig. »Wir wollen freie Wahlen« (Handdruckkasten).

  • Am 19.11.1956 erhielten je einen selbstgefertigten Hetzbrief der VEB Wasserwirtschaft »Weiße Elster« Leipzig sowie die Leitung des Sportclubs Lokomotive Leipzig und des VEB Sachsenfurnier Böhlitz-Ehrenberg, [Kreis] Leipzig[-Land].

  • Am 19.11.1956 an einer Litfaßsäule in der Rosa-Luxemburg-Straße gegenüber des Zirkus Aeros124 in Leipzig: »Russe raus« (Buchstabe ca. 8 cm groß).

  • Am 19.11.1956 in Taucha, [Kreis] Leipzig[-Land], in der Straßenbahnwartehalle in der Karl-Liebknecht-Straße, Hetze gegen die SU.

  • Am 22.11.1956 in Leipzig S 3, Am Bogen und Denkmalsblick, vier Hakenkreuze.

  • Am 23.11.1956 in der Berufsschule des VEB LES Leipzig, in einem Klassenzimmer an das Fenster durch einen Schüler: »Tod dem Bolschewismus« und ein Totenkopf angeschmiert.

  • Am 26.11.1956 in Leipzig-Schönefeld, Theklaer Straße, an der Friedhofsmauer (Größe der Buchstaben 10 cm): »Freie Wahlen – SPD freie Wahlen«.

  • Am 26.11.1956 und 27.11.1956 und 28.11.1956: Im VEB BBG Leipzig in der Männertoilette des Werkes III:

    • 26.11.1956 »Tot den Sowjets« – BDJ125

    • 27.11.1956 »Tot den Sowjets« – BDJ

    • 28.11.1956 »Gebt den Ausbeutern von BBG die Kugel« und »Erhängt die Roten«

  • Am 27.11.1956 vor dem Eingang zum Kultursaal der Leipziger Volkszeitung mehrere Hakenkreuze.

  • Am 27.11.1956 an die Tür der Bezirksbehörde der DVP Leipzig ein Hakenkreuz.

  • Am 30.11.1956 in der Erich-Ferl-Straße 17 in Leipzig O 5: »Nieder mit der SED«.

  • Am 30.11.1956 in Leipzig N 22, in der Landsberger Straße 20 im Treppenhaus: »Wir suchen SS-Männer vom Stab Westberlin, Hippoter Gasse 17 b126 bis 20. Dezember 1956.« Auf der anderen Seite des Treppenhauses stand: »Hier wohnen im Haus zwei Nazis.«

  • Am 15.11.1956 fand eine Lehrerin aus Leipzig W 43 einen Drohzettel in ihrem Briefkasten: »Wir raten Ihnen kein Russisch mehr zu geben. Schauen Sie die Lage in Ungarn an.« Je einen Drohbrief erhielten zwei Studenten aus Leipzig mit folgendem Text: »Es ist angebracht, sich in allen Dingen etwas ruhiger zu verhalten. Das ist zunächst keine Drohung, sondern eine Aufforderung und bezieht sich nur auf persönliches Verhalten. Dies zur Mitteilung, um euch nicht im Unklaren zu lassen.« Unterschrift: »Jemand, dem du unsympathisch bist.«

  • Am 5.11.1956 erhielt der 1. Sekretär der SED-Kreisleitung Leipzig-Land einen Brief, der Hetze gegen die DDR und unsere Regierung, sowie führende Funktionäre der SED beinhaltet.

Kreis Altenburg

  • Am 10.11.1956 in Altenburg an einer Scheune in der Häuserstraße 1127 ein Hakenkreuz und »Hau zu« (Kreide).

  • Am 12.11.1956 in Altenburg, Wertonstraße 13,128 am Blechkasten der Post: »Alle Arbeiter streiken« und am Grundstück 12 o. g. Straße viermal »Streik« angeschmiert.

  • Am 22.11.1956 im VEB Senor in Altenburg129 in der Männergarderobe der Dreherei (Ölkreide): »Nieder mit der Regierung« und »Schlagt sie alle tot«.

  • Am 22.11.1956 an sechs verschiedenen Stellen der Stadt Schmölln/Altenburg,130 »Iwan raus« (weiße Kreide).

  • Am 12.11.1956 erhielt die SED-Kreisleitung in Altenburg einen Brief, der an alle Funktionäre der SED und des »SSD«131 gerichtet ist und eine wüste Hetze gegen die DDR und SU enthält.

Kreis Borna

  • Am 3.11.1956 Kombinat Böhlen, [Kreis] Borna: zwei Hetzschriften deutsch-russisch: »Volksaufstand in Ungarn«.

  • Am 4.11.1956 an der Werkmauer vom Kombinat Böhlen, [Kreis] Borna, (Nähe Lehrwerk) Losung mit 15 cm hohen Kreidebuchstaben: »Wir fordern freie Wahlen.«

  • Am 4.11.1956 an der Tür der Männertoilette Bau 11 im Kombinat Böhlen, [Kreis] Borna, mit Tintenstift die Losung: »Walter Ulbricht soll gehen.«

  • Am 6.11.1956 an einem Schaukasten in Borna, Straße der Roten Armee: »Raus mit den Russen, keinen Pfennig für Ungarn.«

  • Am 8.11.1956 im VEB Schuhfabrik Pegau, [Kreis] Borna, (Männertoilette): Hetze gegen führende Funktionäre.

  • Am 9.11.1956 im VEB Böhlen, [Kreis] Borna, in der AT-Anlage132 im Benzinwerk: Hetze gegen die SU.

  • Am 8.11.1956 erhielten der FDGB-Funktionär und drei Angehörige der VP, alle wohnhaft in Pegau, [Kreis] Borna, Drohbriefe. Inhalt: »Dass sie zu bestimmten Zeiten an bestimmten Bäumen aufgehängt werden.«

  • Am 8. und 10.11.1956 erhielt der Bürgermeister von Pegau, [Kreis] Borna, die gleichen Drohbriefe.

Kreis Döbeln

  • Am 7.11.1956 eine selbstgefertigte Hetzschrift (Größe DIN A8, Schreibmaschine) in der Nähe des Bahnhofes Roßwein, [Kreis] Döbeln, »Freie Wahlen«.

  • Am 8.11.1956 ein selbstgefertigtes Hetzblatt im Zimmer 5 der Berufsschule in Roßwein, [Kreis] Döbeln, im Pult des Lehrers, Hetze gegen W. Pieck – für ein freies Europa. Unterschrift: Revolutionärer Stab – NTS.

  • Am 17.11.1956 im VEB Textilwerk, Abteilung Weberei, in Hartha, [Kreis] Döbeln, bei der AGL-Wahl auf einem Stimmzettel: »Fort mit euch KPD-Lumpen, fort mit euch Russen.«

  • Der Rat der Stadt Döbeln erhielt am 21.11.1956 eine anonyme Postkarte: Inhalt: Hetze gegen die SU in Verbindung mit Ungarn.

  • Die Kreisredaktion der Leipziger Volkszeitung Döbeln erhielt einen anonymen Brief mit folgenden Inhalt: »Ihr Lügenschreiberlinge, schreibt endlich die Wahrheit über Ungarn und Polen, sonst bestellen wir geschlossen, die Arbeiter von vier Betrieben in Waldheim, euer Wurstblatt ab und werden damit mit euch abrechnen.«

Kreis Eilenburg

Am 22.11.1956 eine Hetzschrift der SPD im VEB ECW Eilenburg in der Toilette der Verwaltung.

Kreis Delitzsch

  • Am 2.11.1956 im RAW Delitzsch im Abort 2 × 7 der Abteilung Dreherei. Losung: »Es lebe Adenauer, nieder mit den Kommunisten, wir haben bald gesiegt.«

  • Am 23.11.1956 eine Hetzschrift (unbekannt) im Hausflur des Gebäudes vom Rat der Gemeinde Glesien, [Kreis] Delitzsch.

  • Am 23.11.1956 eine Hetzschrift (unbekannt) vor dem Fahrradschuppen der Fachschule für Landwirtschaft in Zschortau, [Kreis] Delitzsch.

Kreis Geithain

  • Am 4.11.1956 im Schaukasten der SED-Wohnbezirksgruppe Geithain, Eisenbahnstraße, (Kopierstift), Losung: »Sowjetvolksausplünderer«.

  • Am 30.11.1956 am Schaukasten der SED im Wohnbezirk 2 in Geithain: »Volksverräter«.

Kreis Oschatz

Am 12.11.1956 an einer Fahnenstange und einer Wandtafel der Grundschule Ablaß, [Kreis] Oschatz: »Wir streiken, weil wir nicht Russisch lernen wollen.« (Schüler bekannt).

Kreis Wurzen

Am 13.11.1956 eine Hetzschrift des UfJ unter einer Werkzeugkiste im Bezirkskontor in Wurzen.

Bezirk Schwerin

[Tabelle 24]

[Kategorie]

Oktober [1956]

November [1956]

Verbreitung durch Ballon

7 768

66 304

Verbreitung durch Post

5 244

5 795

a) selbstgefertigte Hetzschriften

5 Fälle

b) Hetzschriften der Feindzentralen, Handverbreitung

2

1 Fall

c) Hetzlosungen

1

d) Hetzschriften, die durch die Post an die Bevölkerung gelangten

75

70 Fälle

[davon im November 1956 in den Kreisen des Bezirks Schwerin – Tabelle 25.1]

[Kategorie]/[Kreis]

Schwerin

Güstrow

Lübz

a)

1 Fall

4 Fälle

b)

1 Fall (70 Stück)

c)

d)

33 Fälle

4 Fälle

4 Fälle

Für folgende Kreise trifft lediglich der Punkt d) zu

  • Kreis Gadebusch: 2 Fälle,

  • Kreis Hagenow: 1 Fall,

  • Kreis Ludwigslust: 3 Fälle,

  • Kreis Parchim: 3 Fälle,

  • Kreis Perleberg: 20 Fälle.

Bezirk Schwerin

Kreis Schwerin

22.11.1956 zwei selbstgefertigte Hetzblätter, Größe 25 × 40 cm, an zwei verschiedenen Stellen in Sukow:133 Hetze gegen Regierung der DDR und der SED.

Kreis Güstrow

  • 1.11.1956 bis 2.11.1956 ca. 80 selbstgefertigte Hetzzettel im Stadtgebiet von Güstrow und Krakow am See:134 Überschrift: »Freiheit im Kreis Güstrow«. Inhalt: Hetze gegen die Sowjetarmee – Forderung nach freier Wirtschaft.

  • 6.11.1956 am Schlossberg in Güstrow ein Flugblatt gegen die Regierung der DDR mit der Forderung nach Absetzung des Genossen Ulbricht und dem Abzug der Sowjetarmee.

  • 7.11.1956 an der Bedürfnisanstalt Am Mühlentor in Güstrow fünf Hetzzettel mit dem gleichen Inhalt.

Kreis Lübz

9.11.1956 vier Hetzschriften der Zope vor der Haustür des Pastors aus Lübz und zwei Hetzschriften der Zope vor dem HO-Lebensmittelgeschäft, 67 Hetzschriften im gleichen Ort verstreut.

Bezirk Karl-Marx-Stadt

[Tabelle 26]

[Kategorie]

Oktober [1956]

November [1956]

Verbreitung durch Ballon

51 306

58 519

Verbreitung durch Post

7 223

10 229

a) selbstgefertigte Hetzschriften

3

20 Fälle (mehrere)

b) Hetzschriften der Feindzentralen, Handverbreitung

4 Fälle (mehrere)

c) Hetzlosungen

15

36 Fälle135 (mehrere)

d) Hetzschriften, die durch die Post an die Bevölkerung gelangten

43

85 Fälle

[davon im November 1956 in den Kreisen des Bezirks Karl-Marx-Stadt – Tabelle 27.1]

[Kategorie]/[Kreis]

Karl-Marx-Stadt

Johanngeorgenstadt

Werdau

Aue

Hohenstein-Ernstthal

a)

2 Fälle

1 Fall

3 Fälle

1 Fall

b)

2 Fälle

c)

9 Fälle

1 Fall

2 Fälle

3 Fälle

3 Fälle

d)

16 Fälle

1 Fall

3 Fälle

4 Fälle

[davon im November 1956 in den Kreisen des Bezirks Karl-Marx-Stadt – Tabelle 27.2]

[Kategorie]/[Kreis]

Rochlitz

Flöha

Reichenbach

Zwickau

Freiberg

a)

1 Fall

1 Fall

1 Fall

2 Fälle

1 Fall

b)

c)

3 Fälle

1 Fall

5 Fälle

3 Fälle

d)

13 Fälle

3 Fälle

12 Fälle

15 Fälle

2 Fälle

[davon im November 1956 in den Kreisen des Bezirks Karl-Marx-Stadt – Tabelle 27.3]

[Kategorie]/[Kreis]

Oelsnitz

Zschopau

Schwarzenberg

Stollberg

Glauchau

a)

4 Fälle

3 Fälle

b)

2 Fälle

c)

2 Fälle

1 Fall

1 Fall

3 Fälle

d)

2 Fälle

2 Fälle

1 Fall

4 Fälle

7 Fälle

Bezirk Karl-Marx-Stadt

Kreis Karl-Marx-Stadt

  • 1.11.1956 gegenüber den Häusern des MfS Karl-Marx-Stadt: »Nieder mit dem SSD«. An einer Bretterflanke in Karl-Marx-Stadt: »Es lebe die SPD.« Auf die Namensschilder mehrerer SED-Mitglieder in der Stollberger Straße, Karl-Marx-Stadt: »Lumpen«.

  • 5.11.1956 122 selbstgefertigte Hetzschriften in Karl-Marx-Stadt: Hetze gegen W. Ulbricht und die SU.

  • 8.11.1956 in einem Grundstück der Walter-Oertel-Straße in Karl-Marx-Stadt an die Haustafel (selbige wurde abgerissen): »Ein Sch…dreck, nieder mit der SED«.

  • 9.11.1956 ein selbstgefertigtes Hetzblatt (Schreibmaschine, Größe 20 × 10 cm) vor der DHZ Chemie in Karl-Marx-Stadt: Hetze gegen die SU, Regierung der DDR und Aufforderung zum Widerstand.

  • 9.11.1956 in Karl-Marx-Stadt an der Hauswandzeitung der Yorckstraße 25, fünf Losungen: Hetze gegen führende Funktionäre, Volksarmee, russischen Unterricht und Aufforderung den Londoner Rundfunk136 zu hören.

  • 10.11.1956 in Diethensdorf137 an Anschlagtafeln drei [sic!] Hetzlosungen: »Raus mit den Russen aus Ungarn. Wir wollen Frieden für Ungarn.«

  • 10.11.1956 an sechs Anschlagtafeln und einer Hauswand in Diethensdorf: Hetze gegen die Sowjetarmee.

  • 12.11.1956 in Pleißa, in der Nähe der Kirche: »Freie Wahlen«. Die gleiche Parole im gleichen Ort mehrere Male an einem Bauunterkunftswagen.

  • 13.11.1956 ein selbstgefertigtes Hetzblatt vor dem Grundstück der VHZ-Schrott Karl-Marx-Stadt, Neefestraße (Schreibmaschine, Größe 20 × 10 cm): »Für die Konterevolutionäre in Ungarn, Sturz der Regierung der DDR.« Unterschrift »Freiheit-Einheit-Wohlstand-Frieden. Regierung der deutschen Freiheit.«

Kreis Aue

  • 1.11.1956 VEB Press- und Schmiedewerke 1 in Brand-Erbisdorf: »Ihr dummen Arbeiter müsst erst mal weiterdenken.«

  • 11.11.1956 zwei Hetzschriften der SPD im Objekt 11 – Aue – auf der Toilette an einem Nagel hängend.

  • 13.11.1956 im VEB IFA Bernbach Aue, Männerklosett der Abteilung Schweißerei: Eine Fahne mit Hakenkreuz und darunter »Vorwärts« angeschmiert.

  • 13.11.1956 im VEB Blechverformungswerk Bernsbach in der Klosettanlage: ein Hakenkreuz und »Vorwärts«.

  • 17.11.1956 eine Postkarte an einem Gartenzaun in der Pestalozzistraße in Eibenstock: »Die Rentenerhöhung138 erfolgt nur aus Angst – Beispiel Polen und Ungarn.«

  • 21.11.1956 zwei Hetzschriften der SPD in der Garage Aue in der Toilette angeklebt.

  • Am 10.11.1956 erhielt der Rat des Kreises Aue von Angestellten der HO Wismut einen Brief mit antidemokratischem Inhalt.

  • Am 13.11.1956 erhielt ein VP-Angehöriger aus Aue einen Drohbrief mit Bilddokumenten aus Ungarn (ermordeter ungarischer Kommunist). »Ein Gruß aus Ungarn sowie Drohungen gegen VP-Angehörige und Mitglieder der SED.« Unterschrift: Ein guter Freund. Aufgabeort: Frankfurt/M. 9.11.1956.

  • Am 18.11.1956 erhielt der Förster O. aus Eibenstock einen anonymen Anruf: »Hier ist ein guter Freund, hau ab, denn die Kripo ist hinter dir her, sonst holen sie dich bald ab.« O. ist Mitglied der SED und zzt. auf Parteischule.

  • Am 18.11.1956 erhielt der Leiter der Abteilung Energie beim Rat des Kreises Reichenbach einen anonymen Brief. Hetze gegen unsere Wirtschaft und Regierung.

Kreis Flöha

  • 2.11.1956 am Spritzenhaus in Dittmannsdorf, [Kreis] Flöha, Hetze gegen W. Ulbricht.

  • 16.11.1956 zwei Zeitungsausschnitte (Bild von W. Ulbricht) und mit Hetze gegen W. Ulbricht in einem Postbriefkasten in Oederan,139 [Kreis] Flöha.

Kreis Freiberg

14.11.1956 eine selbstgefertigte Hetzschrift im VEB Sägewerk Hilbersdorf: »Langsam arbeiten.«

Kreis Johanngeorgenstadt

  • 5.11.1956 im Schacht 1 Johanngeorgenstadt: »Denkt an Ungarn – leistet passiven Widerstand.«

  • 5.11.1956 ein selbstgefertigter Hetzzettel im Schacht 1 Johanngeorgenstadt an der Anschlagtafel des Duschkombinates.140 »Kumpel! Denkt an Ungarn – leistet passiven Widerstand. Die Freiheitskämpfer in Ungarn kämpfen auch für unsere Freiheit. Raus mit den Russenmördern, hängt die Lumpen der SED auf. Wir wollen alle keinen Kommunistenstaat. Es lebe ein freies Deutschland.«

Kreis Hohenstein-Ernstthal

  • 15.11.1956 in Pleißa141 an einem Straßenwärterhäuschen: »Raus mit den Russen«.

  • 16.11.1956 an einem Wasserhäuschen: »Iwan raus«, und am

  • 17.11.1956 an einem Hinweisschild: »Russen raus.«

  • 24.11.1956 fünf selbstgefertigte Hetzzettel in Lichtenstein vor dem Hausgrundstück eines VP-Angehörigen: »Freiheit für Ungarn.« »Raus mit den SU-Truppen aus Ungarn.«

  • Am 30.11.1956 wurde ein Zeitungsausschnitt mit den Bildern von ermordeten ungarischen Funktionären und mit der Randbemerkung: Weg mit Nagel142 – dem Bürgermeister Nagel von der Gemeinde Langenchursdorf in den Briefkasten gesteckt.

Kreis Reichenbach

  • 9.11.1956 an Reklameschildern eines Personenwagens der Reichsbahn (Strecke Rechenberg-Bienenmühle143 – Freiberg):144 Forderung nach Freiheit.

  • 9.11.1956 an einer Hauswand in Reichenbach: Hetze gegen Genossen Pieck und Grotewohl.

  • 12.11.1956 ein selbstgefertigter Hetzzettel an einer öffentlichen Anschlagtafel in Rotschau:145 »Ungarn mahnt.«

  • 19.11.1956 an einem Plakat der SVK im Warteraum des Zahnambulatoriums Reichenbach: »DDRVEB alles Sch…, leck mich am A…«.

  • 19.11.1956 an den Haupteingang des Postamtes Reichenbach: ein Hakenkreuz.

  • Am 9.11.1956 erhielt der FDGB Reichenbach eine Postkarte. Inhalt: »Warum nach zehn Jahren noch keine geregelten Energieverhältnisse?« und sieben weitere wirtschaftliche Fragen. Am Ende des Textes: »Zehn Jahre habt ihr nun die DDR belogen und betrogen, auch euch geht es wie in Ungarn, wenn ihr die Tyrannei nicht aufhebt, ihr Lumpen, Antreiber und Ausbeuter.« Absender: »Die ehrliche Freiheitsbewegung der Arbeiter und Bauern Ungarns, DDR, ČSR, Netzschkau und Mylau.«

  • Am 14.11.1956 wurde die Kreisleitung der SED Reichenbach anonym angerufen (männliche Person): »Ihr kommt alle noch dran.«

Kreis Oelsnitz

  • 3.11.1956 drei Hetzschriften in Oelsnitz: Für die Konterrevolution in Ungarn.

  • 6.11.1956 sieben selbstgefertigte Hetzschriften in der Zentralen Mittelschule in Oelsnitz: Für die Konterrevolution in Ungarn.

  • 7.11.1956 sechs selbstgefertigte Hetzblätter in der Zentralen Mittelschule in Oelsnitz: Hetze gegen führende Funktionäre der Regierung.

  • 8.11.1956 ein selbstgefertigter Hetzzettel in Oelsnitz am Karl-Marx-Platz (Druckkasten): Hetze gegen die DDR.

Kreis Werdau

  • 17.11.1956 an neun verschiedenen Stellen in Crimmitschau »Russen raus«, »Für Freiheit und Demokratie.«

  • 21.11.1956 in der Gaststätte in Neukirchen: Nieder mit der Regierung.

Kreis Rochlitz

  • 6.11.1956 in der Peniger Maschinenfabrik eine faschistische Losung.

  • 6.11.1956 drei selbstgefertigte Hetzzettel in der Peniger Maschinenfabrik an der Umzäunung (Rochlitz):

    • »Hängt die Kommunisten auf.«

    • »Es lebe unser Führer – Heil Hitler.« Darunter zwei Hakenkreuze.

    • »In der DDR ist alles Sch…«.

  • 6.11.1956 in der Peniger Maschinenfabrik in der Klosettanlage: »Arbeiter, nehmt euch ein Beispiel an dem Aufstand der Ungarn. Die Stunde der Befreiung naht.«

  • 9.11.1956 an einer Brücke in Penig (Ölfarbe): Hetze gegen die SU.

Kreis Zwickau

  • 1.11.1956 im VEB Horch Zwickau: Für die Konterrevolution in Ungarn.

  • 4.11.1956 eine Hetzschrift an die KD des MfS Zwickau: Für die Konterrevolution in Ungarn und Hetze gegen W. Ulbricht.

  • 6.11.1956 im VEB Martin-Hoop-Werk Zwickau: zwei Mal »Nieder mit den Russen«.

  • 10.11.1956 ein selbstgefertigter Hetzzettel im Speisesaal des Haftanstaltslagers Steinkohle in Zwickau:146 »Störung der Kohlenförderung«.

  • 17.11.1956 in der Toilette des Steigerhauses des Steinkohlenwerkes Martin Hoop in Zwickau: »Freiheit für Ungarn«.

Kreis Zschopau

  • 2.11.1956 an verschiedenen Straßenbäumen in Zschopau: Forderung nach Abzug der Sowjetarmee, Rücktritt der Regierung und freie Wahlen.

  • 12.11.1956 eine alte faschistische Zeitung »Die Wehrmacht«147 (Bild von Göring)148 am Feuerwerkdepot in Thum, [Kreis] Zschopau.

  • 20.11.1956 im VEB Motorradwerk in den Abortanlagen: »MZ – modernes Zuchthaus«.149

  • 28.11.1956 ein selbstgefertigter Hetzzettel im VEB Motorradwerk150 Zschopau in der Abteilung Galvanik am schwarzen Brett: Inhalt: Hetzerische Tendenzen konterrevolutionärer Art und Aufforderung zur Ausschussproduktion.

  • 28.11.1956 ein selbstgefertigter Hetzzettel im VEB Motorradwerk Zschopau am Schwarzen Brett: »Hier spricht die Stimme der freien Welt. Liebe Mitarbeiter der Galvanik: Warum macht ihr den Zauber hier noch mit. Ihr müsst noch mehr als bisher Ausschuss machen, damit sie hier noch baldigst auf dem letzten Loch pfeifen. In West[deutschland] wartet man bloß darauf, dass die Bonzenwirtschaft bald aufhört.« Des Weiteren werden die Verhältnisse in Westdeutschland verherrlicht und sind für die Konterrevolution in Ungarn.

Kreis Schwarzenberg

  • 2.11.1956 in Schwarzenberg: neun Hakenkreuze.

  • 13.11.1956 mehrere Hetzschriften (unbekannt) an verschiedenen Lichtmasten in Pöhla.151

  • 24.11.1956 fünf Hetzschriften (unbekannt) in Pöhla an verschiedenen Stellen.

Kreis Stollberg

23.11.1956 im Karl-Liebknecht-Schacht Oelsnitz, [Kreis] Stollberg, an einen Hunt: »Wir stecken tief im Dreck – drum muss der Ulbricht weg.«

Kreis Glauchau

  • 5.11.1956 in der Umkleidekabine des Sportplatzes Glauchau: »Es lebe der ungarische Freiheitskampf – Nieder mit dem russischen Kolonialjoch«.

  • 15.11.1956 in Meerane an einer Bedürfnisanstalt: »SED Lumpen«.

  • 19.11.1956 auf einem Plakat, welches am Gemeindeamt Wolzenburg angebracht war: »Nieder mit der Bürgermeisterin«.

Bezirk Rostock

[Tabelle 28]

[Kategorie]

Oktober [1956]

November [1956]

Verbreitung durch Ballon

6 153

7 169

Verbreitung durch Post

6 218

8 475

a) selbstgefertigte Hetzschriften

1

4 Fälle

b) Hetzschriften der Feindzentralen, Handverbreitung

1 Fall

c) Hetzlosungen

7

16 Fälle

d) Hetzschriften, die durch die Post an die Bevölkerung gelangten

66

142 Fälle

[davon im November 1956 in den Kreisen des Bezirks Rostock – Tabelle 29.1]

[Kategorie]/[Kreis]

Rostock

Ribnitz-Damgarten

Grevesmühlen

Rügen

Greifswald

a)

1 Fall

1 Fall

b)

1 Fall

c)

8 Fälle

1 Fall

2 Fälle

4 Fälle

d)

38 Fälle

1 Fall

13 Fälle

6 Fälle

[davon im November 1956 in den Kreisen des Bezirks Rostock – Tabelle 29.2]

[Kategorie]/[Kreis]

Wolgast

Doberan

Bergen

Grimmen

Wismar

a)

2 Fälle

b)

c)

1 Fall

d)

36 Fälle

20 Fälle

15 Fälle

7 Fälle

6 Fälle

Bezirk Rostock

Kreis Rostock

  • Am 4.11.1956 an einem Waggon aus Schweden, der für Ungarn bestimmt war: »Schweden grüßt das freie Ungarn.« (in Deutsch).

  • Am 7.11.1956 Toilette der Warnow-Werft Warnemünde, [Stadtteil von] Rostock: »Wann befreien wir uns vom russischen Joch?«

  • Am 8.11.1956 im Studentenheim Rostock, Thierfelderstraße,152 an einer Wandzeitung: Für die Konterrevolution in Ungarn.

  • Am 21.11.1956 auf einer Stufe der Hellingbrücke153 der Neptunwerft Rostock: »Wir fordern Freiheit« (1,50 m lang, 20 cm hoch, mit Kreide).

  • Am 22.11.1956 in der Neptunwerft Rostock, Abteilung Maschinenbau: ein Hakenkreuz.

  • Am 23.11.1956 am Mauerpfeiler des Einganges zum Objekt der Roten Armee in Rostock: ein Hakenkreuz.

  • Am 24.11.1956 auf der Helling III der Neptunwerft Rostock an einem Frachter: »Freiheit« (80 cm breit und 25 cm hoch).

Kreis Grevesmühlen

  • Am 5.11.1956 in einer Klasse an der Wand der Berufsschule Grevesmühlen: »Mörder – Moskau – Ungarn.«

  • Am 7.11.1956 eine selbstgefertigte Hetzschrift in der Berufsschule Grevesmühlen: »Für die Konterrevolution in Ungarn.«

  • Vier Lehrer der Berufsschule Grevesmühlen erhielten einen anonymen Brief: »Beschuldigung der Lehrer, in der Frage Ungarns eine indifferente und feige Haltung eingenommen zu haben und nicht die Wahrheit gesagt hätten.« [sic!]

  • Ein ehemaliger Angehöriger der Nationalen Volksarmee (Name bekannt) zzt. Landarbeiter in Hohen Schönberg, [Kreis] Grevesmühlen, sagte: »Ich bin aus der Volksarmee entlassen worden, weil ich nicht nach Ägypten zum Einsatz wollte.«154 Die Mutter des oben Angeführten erzählt in der Gemeinde Folgendes: »Alle Offiziere mussten eines Morgens antreten und erhielten den Bescheid, dass sie in Ägypten eingesetzt werden sollen. Alle Offiziere weigerten sich dagegen und wurden daraufhin entlassen.«

Kreis Greifswald

  • Am 3.11.1956 eine Hetzschrift der SPD am Lkw des Kreiskontors für landwirtschaftlichen Bedarf Greifswald.

  • Am 14.11.1956 in der MTS Züssow, [Kreis] Greifswald, wurde eine Losung »Unser Ziel ist die verlustlose Einbringung der Ernte« in »Unser Ziel ist die verlustlose Einbringung der Beute« umgeändert.

Kreis Wismar

  • Am 2.11.1956 an der Schiffbaustelle der Mathias-Thesen-Werft Wismar: »Für die Konterrevolutionären in Ungarn und Polen. Deutschland soll dem Beispiel folgen.«

  • Am 7.11.1956 auf der o. g. Werft in der Herrentoilette der Halle I: »Raus mit den Russen aus Ungarn.«

Kreis Ribnitz[-Damgarten]

Am 1.11.1956 in der Toilette der Landmaschinenfabrik Barth, [Kreis] Ribnitz[-Damgarten]: »Deutschland erwache«, »Weg mit der Regierung« und »Spitzbart weg«.

Kreis Rügen

Am 1.11.1956 acht selbstgefertigte Hetzschriften in Saßnitz, [Kreis] Rügen (1 × 10 cm): »Folgt dem Beispiel Ungarn.«

Kreis Wolgast

  • Am 1.11.1956 Peenewerft Wolgast Halle 3 in der Toilette: »Russen raus – sonst Streik – helft alle mit.« – »Kollegen wir müssen streiken.« – »Wir müssen streiken – mehr Lohn.«

  • Am 3.11.1956 eine selbstgefertigte Hetzschrift in Ahlbeck, [Kreis] Wolgast, an der Anschlagtafel: Hetze gegen die Volksarmee. Die gleiche Losung wurde vor der Bürgermeisterei mit Kreide geschmiert.

  • Am 3.11.1956 zwei selbstgefertigte Hetzschriften am Feuerwehrhaus und bei einem Friseur in Koserow, [Kreis] Wolgast: »Hetze gegen die Sowjetarmee und gegen die Oder-Neiße-Grenze«.

  • Der Tankstellenbesitzer der Tankstelle Bansin, [Kreis] Wolgast: »Man hat mir in Schwerin gesagt, dass es vorläufig keinen Dieselkraftstoff geben würde, da die Arbeiter des Herstellerbetriebes streiken.«

Verwaltung Groß-Berlin

[Tabelle 30]

[Kategorie]

Oktober [1956]

November [1956]

Verbreitung durch Ballon

5 012

522 490

Verbreitung durch Post

3 772

3 884

a) selbstgefertigte Hetzschriften

2

10 Fälle (mehrere)

b) Hetzschriften der Feindzentralen, Handverbreitung

7

2 Fälle

c) Hetzlosungen

3

2 Fälle

d) Hetzschriften, die durch die Post an die Bevölkerung gelangten

19

13 Fälle

Hetzschriften durch die Post [d)] traten in folgenden Stadtkreisen155 auf:

  • Treptow: 7 Fälle,

  • Prenzlauer Berg: 4 Fälle,

  • Köpenick: 1 Fall,

  • Weißensee: 1 Fall.

Bezirk Groß-Berlin156

  • Am 6.11.1956 in der Binzstraße Berlin-Pankow sechs Hetzschriften (mit Matrize) gefunden. Hetze gegen die SU, SED und die Regierung der DDR.

  • Am 6.11.1956 in der S-Bahn (vom Westen kommend) die gleichen Hetzzettel.

  • Am 6.11.1956 ähnliche Hetzschriften wurden in Pankow in Telefonzellen und an fünf verschiedenen Stellen in Berlin-Mitte gefunden.

  • Am 7.11.1956 in Mahlsdorf mit Tinte geschriebene Hetzzettel aus Klebepapier mit Hetze gegen W. Ulbricht und die Sowjetunion.

  • Am 7.11.1956 auf dem Bahnhof Ostkreuz sechs handgeschriebene Hetzblätter mit Aufruf zum Streik.

  • Am 7.11.1956 Nähe Bahnhof Friedrichstraße mit Maschine geschriebene Hetzzettel mit der Aufforderung zum Streik.

  • Am 7.11.1956 in den Telefonzellen des Bahnhofs Friedrichstraße zehn gleiche Hetzschriften.

  • Am 12.11.1956 in der Greifswalder Straße (Bezirk Prenzlauer Berg) am S-Bahnübergang zum Gelände des VEB Gasversorgung fünf Plaketten mit Runen, darunter zwei mit Hakenkreuzen.

  • Am 13.11.1956 eine Hetzschrift (unbekannt) auf einer Fensterbank im Ministerium für Gesundheitswesen Berlin.

  • Am 20.11.1956 eine selbstgefertigte Hetzschrift im Postamt N 4 an der Zimmertür eines Planers: »Wir haben genug von der SED. Wir sagen zu Ulbrichts Lügen: ›Nee‹!!! Wir haben genug! Gebt freie Wahlen. Der SSD soll am Galgen bezahlen.«

  • Am 22.11.1956 im Bezirk Treptow, Ecke Glienicker/Wassermannstraße auf dem Fahrdamm: »Nieder mit der UdSSR«.

  • Am 24.11.1956 110 Hetzschriften der NTS in dem am Postamt Berlin-Buchholz angebrachten Briefkasten.

  • Am 30.11.1956 in einem Zug nach Grünau: »SED und Russen raus.«

  • Der [Name 10, Vorname] (SED) aus Niederschönhausen erhielt einen Drohbrief, in dem ihm von angeblichen Arbeitskameraden mit dem Galgen gedroht wird.

  • Das SED-Mitglied [Name 11] aus dem Funkwerk Köpenick erhielt einen Drohbrief mit dem gleichen Inhalt.

  • Zwei SED-Mitglieder der BVG (U-Bahn) erhielten anonyme Anrufe, »dass sie ihren Kopf verlieren würden«.

  • Am 9.11.1956 erhielt ein Bürger vom Prenzlauer Berg einen Drohbrief mit Bildausschnitten über ermordete ungarische Funktionäre.157 Inhalt: »In der Gosse wird auch euer Leben enden. Eure ganze Sippe, Du, Deine Frau, Tochter und jüdischer Schwiegersohn. – Das ist die Absicht der Mieter des Hauses.«

  • Zur Vorbereitung der 18. Tagung der Volksvertretung im Bezirk Friedrichshain,158 die sich mit kulturellen Fragen beschäftigen sollte, wurden an Bewohner des Stadtbezirkes Postkarten verteilt mit der Bitte, entsprechende Vorschläge und Anregungen zu machen. Von den zurückgesandten enthalten verschiedene die Forderung nach Senkung der Preise, Aufbesserung der Renten und Erhöhung der Lebensmittelrationen. Einige haben ausgesprochen feindlichen Inhalt: »Macht, dass ihr rauskommt und nehmt die Russen mit, das brauchen wir nicht mehr diskutieren.« »Meine Wünsche sind die Einheit und Frieden in Freiheit und freie und geheime Wahlen.«

Bezirk Potsdam

[Tabelle 31]

[Kategorie]

Oktober [1956]

November [1956]

Verbreitung durch Ballon

221 477

236 680

Verbreitung durch Post

9 339

13 596

a) selbstgefertigte Hetzschriften

8 Fälle (mehrere)

b) Hetzschriften der Feindzentralen, Handverbreitung

13

29 Fälle (mehrere)

c) Hetzlosungen

5

9 Fälle159 (mehrere)

d) Hetzschriften, die durch die Post an die Bevölkerung gelangten

56

73 Fälle (mehrere)

[davon im November 1956 in den Kreisen des Bezirks Potsdam – Tabelle 32.1]

[Kategorie]/[Kreis]

Potsdam

Belzig

Brandenburg

Jüterbog

Königs Wusterhausen

Nauen

a)

2 [Fälle]

1 [Fall]

2 [Fälle]

1 [Fall]

b)

4 [Fälle]

5 [Fälle]

3 [Fälle]

2 [Fälle]

3 [Fälle]

c)

10 [Fälle]

1 [Fall]

3 [Fälle]

3 [Fälle]

3 [Fälle]

d)

12 [Fälle]

9 [Fälle]

3 [Fälle]

3 [Fälle]

12 [Fälle]

[davon im November 1956 in den Kreisen des Bezirks Potsdam – Tabelle 32.2]

[Kategorie]/[Kreis]

Oranienburg

Rathenow

Kyritz

Neuruppin

Wittstock

Zossen

a)

1 [Fall]

1 [Fall]

b)

7 [Fälle]

1 [Fall]

1 [Fall]

3 [Fälle]

c)

1 [Fall]

1 [Fall]

1 [Fall]

d)

3 [Fälle]

1 [Fall]

2 [Fälle]

3 [Fälle]

18 [Fälle]

4 [Fälle]

[davon im November 1956 in den Kreisen des Bezirks Potsdam – Tabelle 32.3]

[Kategorie]/[Kreis]

Gransee

Pritzwalk

a)

b)

c)

d)

1 [Fall]

2 [Fälle]

Bezirk Potsdam

Kreis Potsdam

  • Am 1.11.1956 im Institut für Agrarökonomie Potsdam die Losung »Russen raus« angeschmiert.

  • Im DEFA-Gebäude Potsdam-Babelsberg: »Heil Hitler« und mehrere Hakenkreuze.

  • Am 5.11.1956 eine selbstgefertigte Hetzschrift im Briefkasten eines Angehörigen der Intelligenz in Stahnsdorf, [Kreis] Potsdam[-Land]: Forderung nach freien Wahlen und Aufstand.

  • Am 5.11.1956 eine Hetzschrift der SPD in einem Postkasten in Potsdam.

  • Am 6.11.1956 50 Hetzschriften der NTS vor den Objekten der Sowjetarmee und der Kreisdienststelle des MfS in Potsdam.

  • Am 8.11.1956 zwei Westzeitungen in einem Postkasten in Potsdam (der Wortlaut der internen Rede des Genossen Chruschtschow,160 das Bildmaterial über die Ermordung eines ungarischen Parteifunktionärs). Dazu war Folgendes geschrieben: »Im eigenen Folterkeller seiner vornehmen Villa des Genossen Parteifunktionärs«. Freie Wahlen für Ungarn und für uns.

  • Am 9.11.1956 eine selbstgefertigte Hetzschrift an einem Telegrafenmast in Glindow, [Kreis] Potsdam-Land: »Achtung, Achtung, Russe – Mörder der Ungarn.«

  • Am 12.11.1956 auf dem DEFA-Gelände Potsdam-Babelsberg, Haus 3, Herrentoilette (Größe 40 × 40 cm): 1. Der Feind steht in unseren eigenen Reihen. 2. Hetze gegen die SU, für die Konterrevolutionäre in Ungarn, Vergleich zum 17. Juni, Aufforderung zum Kampf für Frieden und Einheit. Unterschrift: UfJ.

  • Am 12.11.1956 in Saarmund, [Kreis] Potsdam-Land, an die Agitationstafel der Nationalen Front (Kreide): »Russen raus« (Größe 10 × 10 cm).

  • Am 12.11.1956 im DEFA-Gelände Potsdam-Babelsberg in der Südhalle: »Aufforderung zum Sturz der Regierung und Hetze gegen die SU«.

  • Am 13.11.1956 im DEFA-Gelände in einer Toilette des Hauses 3: »Arbeiter kämpft gegen die SED

  • Am 14.11.1956 in der VP-Bereitschaft der BdVP Potsdam im Kellereingang ein Hakenkreuz, Größe 25 × 25 cm.

  • Am 15.11.1956 eine Hetzschrift (unbekannt) in einer Straße in Potsdam-Babelsberg (Wohnobjekt der Mitarbeiter des MfS).

  • Am 15.11.1956 eine Westzeitung »Der Abend«161 im Türschlitz der Geschäftsstelle der Taxi-Genossenschaft Potsdam. Inhalt: Ausführlicher Bericht der Mordtat an dem Taxi-Chauffeur162 aus Geltow.163

  • Am 16.11.1956 im DEFA-Gelände in Potsdam-Babelsberg, in einer Toilette im Haus 3: »Arbeiter der Feind ist in unserem Land. Er hat die Macht in der Hand.«

  • Am 17.11.1956 in Potsdam-Babelsberg in einer HO-Gaststätte in der Toilette ein Hakenkreuz (Größe 6 cm).

  • Am 24.11.1956 an einem Bretterzaun in Michendorf, [Kreis] Potsdam-Land: »Es lebe die deutsche Partei« sowie drei Hakenkreuze und ein großes Pfeilkreuz.

  • Am 16.11.1956 erhielt eine Volkskorrespondentin aus Potsdam einen anonymen Brief mit einem Zeitungsausschnitt aus der »Märkischen Volksstimme«, Artikel d[es] o[ben] A[ngeführten] über die Situation in Ungarn.164 Im Brief wird die VK beschimpft.

Kreis Belzig

  • Am 5.11.1956 in Brück, [Kreis] Belzig, ein Hakenkreuz an einer Hauswand.

  • Am 30.11.1956 zwei selbstgefertigte Hetzplakate am Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr in Schlalach, [Kreis] Belzig. Der Inhalt richtet sich gegen den ABV und die Lehrer der o[ben] a[ngeführten] Gemeinde.

Kreis Brandenburg

  • Am 11.11.1956 vier Hetzschriften der SPD im Traktorenwerk Brandenburg.

  • Am 5.11.1956 sechs selbstgefertigte Hetzschriften im Stadtgebiet Brandenburgs mit der Aufforderung zum Streik.

  • Am 5.11.1956 eine selbstgefertigte Hetzschrift in einer Straße in Kirchmöser, [Stadtteil von] Brandenburg (Größe 13 × 14 cm): »Achtung, Arbeiter, Bauern, Soldaten und Bürger Deutschlands, helft den ungarischen Freiheitskämpfern. Gebt ihnen eine Waffe. Helft, die Russen verjagen. Arbeiter in den Werken macht einen Generalstreik. Helft dem ungarischen Volke.«

  • Am 10.11.1956 in der Gemeinde Lehnin, [Kreis] Brandenburg, an zwei Schaufensterscheiben eines Lebensmittelgeschäftes zwei Hetzlosungen (Nitrolack und Kreide): 1. lernt kein Russisch (Größe der Buchstaben 20 cm), 2. Hilfe für Ungarn (Größe der Buchstaben 10 cm).

  • 16.11.1956 eine Hetzschrift der SPD vor einem Hausgrundstück in Brandenburg.

  • Am 18.11.1956 zwei Hetzschriften der Zope im Gelände des Brandenburger Traktorenwerkes.

  • Am 20.11.1956 eine Hetzschrift der SPD in Kyritz165 in der Nähe des Krankenhauses.

  • Am 20.11.1956 an einem Brückengeländer der Gemeinde Ziesar,166 [Kreis] Brandenburg: »Helft Ungarn im Kampf gegen die Russen.« (Kreide).

  • Am 24.11.1956 eine Hetzschrift (unbekannt) in Brandenburg an einer Straßenbahnhaltestelle.

  • Am 27.11.1956 an einer Baracke im Barackenlager der Reichsbahn-Bau-Union in Brandenburg: »Nieder mit der SED« (mit Teer).

Kreis Jüterbog

  • Am 25.11.1956 zehn Hetzschriften in Jüterbog in einer Straße.

  • Am 27.11.1956 29 Hetzschriften auf der Verbindungsstraße zwischen Jüterbog und Bochow, [Kreis] Jüterbog.

  • Am 28.11.1956 acht Hetzschriften des UfJ auf einem Wege in die Nähe von Grüna, [Kreis] Jüterbog.

  • Am 14.11.1956 erhielt die Redaktion der »Märkischen Volksstimme« in Jüterbog durch die Post, abgestempelt Treuenbrietzen, einen anonymen Brief. »Hetze gegen die SU und unsere Presse sowie Mordhetze«.

  • Am 23.11.1956 erhielt eine Rentnerin aus Jüterbog, die sich positiv für die Erhöhung der Renten äußerte, eine anonyme Postkarte, die Hetze gegen führende Funktionäre der SED und gegen die HO-Preise zum Inhalt hatte. Unterschrift: »Viele«.

Kreis Königs Wusterhausen

  • Am 11.11.1956 in Kablow, [Kreis] Königs Wusterhausen, an der Anschlagtafel der Gemeinde, »Wenn es anders kommt, sind die ersten, die in Kablow gehängt werden: dann folgen fünf Namen.«

  • Am 12.11.1956 in der Haupt- und Puschkinallee167 in Eichwalde, [Kreis] Königs Wusterhausen, wurde je eine Hetzlosung geschmiert: 1. Krieg in Ungarn bedeutet Untergang der SED. 2. Nieder mit der SED.

  • Am 12.11.1956 zwei Hetzschriften der KgU in einer Telefonzelle in Eichwalde, [Kreis] Königs Wusterhausen.

  • Am 14.11.1956 ein selbstgefertigtes Hetzplakat an der Anschlagtafel der Gemeinde Kablow, [Kreis] Königs Wusterhausen: »Frieden in Ungarn, Raus mit den Russen, Deutsche Patrioten vereinigt euch«.

  • Am 17.11.1956 vor einem Hausgrundstück in Zernsdorf, [Kreis] Königs Wusterhausen, (im Haus wohnt der Sekretär der OPO) ein faschistisches Parteiabzeichen, darauf folgende Worte: »Nun erst recht«.

  • Am 27.11.1956 zehn Hetzschriften der CDU in Eichwalde, [Kreis] Königs Wusterhausen.

Kreis Kyritz

  • Am 5.11.1956 eine selbstgefertigte Hetzschrift im Speiseraum der Zentralschule in Kunow, [Kreis] Kyritz, (Größe 14 × 10 cm), wurde von einem 11-jährigen Schüler gefertigt: »Nieder mit den Russen«. Ein anderer Schüler (13 Jahre) der o. g. Schule hatte zwei selbstgefertigte Hetzblätter gefertigt, die er in der Wohnung seiner Eltern versteckt hatte. Die Eltern arbeiten in der LPG: Hetze gegen die SU.

  • Am 25.11.1956 zwei Hetzschriften der SPD in Nackel, [Kreis] Kyritz, in einem Grundstück.

Kreis Nauen

  • Am 2.11.1956 ein anonymer Anruf bei der VEAB Nauen mit Morddrohungen.

  • Am 6.11.1956 auf dem Bahnhof Falkensee, [Kreis] Nauen, Hetzlosungen gegen die Sowjetunion.

  • Am 23.11.1956 in Falkensee, [Kreis] Nauen, wurde zwischen zwei Bäumen in ca. 2 m Höhe ein Fahnentuch von [sic!] 1,70 m lang und 1,30 m breit gespannt.168 Die Farbe des Fahnentuches war grün-weiß-braun. Auf dem weißen Teil stand das Wort »Freiheit« in 5 cm breiten Buchstaben und hat eine Größe von 1,20 m lang und 35 cm hoch. Ein Meter vor dem Fahnentuch war eine brennende Teerfackel auf einem 1,20 m hohen Weidenstock aufgestellt. Des Weiteren wurde eine Hetzschrift »Hilferuf an die freie Welt« gefunden.

  • Am 26.11.1956 an einem Bretterzaun in Nauen mit Ölfarbe: »Nieder mit dem Kommunismus« (Größe 6,25 m).

  • Am 26.11.1956 in Nauen an einer Mauer der Zuckerfabrik Nauen »Bekämpft den Kommunismus« mit Ölfarbe und 6,25 m lang.

  • Am 26.11.1956 eine Hetzschrift (unbekannt) in Nauen in einer Straße.

  • Am 26.11.1956 eine Hetzschrift (unbekannt) in Nauen in dem Briefkasten der Notenbank.

  • Am 26.11.1956 drei Hetzschriften (unbekannt) in Nauen im Postbriefkasten.

  • Der Bürgermeister aus Falkensee, [Kreis] Nauen, erhielt am 10.11.1956 durch die Post einen Brief, der an einen Volkskorrespondenten gerichtet und von einem »[Vorname Name 12] VP« unterzeichnet war. Im Brief wurde der Bürgermeister aufgefordert, den VK zur Mäßigung zu beeinflussen. Der Brief hatte zum Inhalt, dass die Zeit des faschistischen Gesinnungsterrors vorbei sei und die »Russische Armee« ebenfalls 1945 Gräueltaten vollbracht hat. Der Name des VK sei schon vorgemerkt, da er denunziert hat: »… es ist besser, wenn sie ihren blutigen Namen nicht so oft veröffentlichen, sonst könnten sie die Bilder von den ungarischen Opfern auch als ihr Opfer betrachten.«

Kreis Neuruppin

  • Am 9.11.1956 in Werder, [Kreis] Neuruppin, auf dem Bahnhof vier Hakenkreuze.

  • Am 12.11.1956 eine Hetzschrift der KgU vor dem Wohnhaus des LPG-Vorsitzenden in Lindow, [Kreis] Neuruppin.

  • Ein SED-Mitglied aus Lindow, [Kreis] Neuruppin, erhielt zwei anonyme Briefe durch die Post mit Anfeindungen.

Kreis Oranienburg

Am 12.11.1956 sieben Hetzschriften der NTS im Briefkasten eines VP-Angehörigen in Bergfeld, [Kreis] Oranienburg.

Kreis Rathenow

  • Am 22.11.1956 im Kunstseidenwerk Premnitz, [Kreis] Rathenow, in einer Herrentoilette: »Hoch leben die Freiheitskämpfer in Ungarn« und »Raus mit den Russen aus Ostdeutschland«, »Es lebe die Freiheit«.

  • Am 16.11.1956 erhielt eine Arbeiterin aus dem Kunstseidenwerk Premnitz, [Kreis] Rathenow, einen anonymen Brief, aufgrund eines Zeitungsartikels. Die o[ben] a[ngeführte] Arbeiterin wird in dem Brief beschimpft. Des Weiteren ist Hetze gegen die Sowjetunion enthalten. Unterschrift: »Ein Deutscher«.

Kreis Wittstock

  • Am 5.11.1956 ein selbstgefertigtes Hetzblatt (Größe 10,5 × 13 cm) in einer Straße in Wittstock: Hetze gegen die SU, Freiheit für Ungarn und die DDR.

  • Am 29.11.1956 erhielt der Vorsitzende der LPG in Blesendorf, [Kreis] Wittstock, einen anonymen Brief. Neben persönlichen Beleidigungen stand noch Folgendes: »Für Sie wird auch noch mal die Zeit kommen, denn die Zeiten werden sich noch ändern, dann werden Sie und Ihre Frau die ersten sein, die aufgehängt werden.« Der Vorsitzende der LPG ist Volkskammerabgeordneter und Mitglied der CDU. Des Weiteren erhielt er seit September 1955 bis heute fünf Briefe aus Westdeutschland mit Hetzschriften der CDU, die er nicht abgab.

Kreis Zossen

  • Am 11.11.1956 eine Hetzschrift der KgU im Gelände des Industriewerkes Ludwigsfelde, [Kreis] Zossen.

  • Am 11.11.1956 eine Hetzschrift der Zope in einem Kinderwagen eines Einwohners aus Ludwigsfelde, [Kreis] Zossen.

  • Am 13.11.1956 48 Hetzschriften (unbekannt) in Zossen im Briefkasten.

  • Am 30.11.1956 in Neuhof, [Kreis] Zossen, an einem Zaun ein Hakenkreuz.

  • Der ABV aus Gadsdorf, [Kreis] Zossen, erhielt am 18.11.1956 einen anonymen Anruf. Die Ehefrau des Genossen nahm das Gespräch entgegen und ihr wurde durch eine weibliche Person erklärt, »machen Sie sich fertig, in fünf Minuten werden Sie abgeholt«.

  1. Zum nächsten Dokument Zwei Eisenbahnunglücke mit Personenschaden
    18. Dezember 1956
    Information Nr. 384/56 – Betrifft: Zwei Eisenbahnunglücke mit Personenschaden
  2. Zum vorherigen Dokument Gasversorgung im Glühlampenwerk Oberweißbach
    14. Dezember 1956
    Information Nr. 383/56 – Betrifft: Gasversorgung im VEB Glühlampenwerk Oberweißbach, [Kreis] Neuhaus, [Bezirk] Suhl