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Zusammenfassender Bericht über das Manöver Oktobersturm

19. Oktober 1965
Zusammenfassender Bericht Nr. 900–904/65 [904b/65] über die Aktion »Oktobersturm« bis einschließlich 18. Oktober 1965, 24.00 Uhr

1. Gegnerische militärische Maßnahmen1

Bisher sind keine militärischen Maßnahmen über den Rahmen normaler NATO-Manöver hinaus im rückwärtigen Grenzgebiet der Westzone bekannt. (NATO-Übung »Double Deal« im Raum Hannover, Hameln, Paderborn).

Dienstbetrieb in den Truppenteilen der Bundeswehr und NATO-Streitkräfte normal.

2. Gegnerische Aufklärungstätigkeit an der Staatsgrenze

Verstärkung der Aufklärungstätigkeit durch Zollorgane, BGS und US-Armee.

Einsatz von Funkmess- und Aufklärungstechnik durch BGS und US-Armee (z. B. Raum GR Zscharrenmühle, Raum gegenüber Hildburghausen).

Befragung der Reisenden aus der DDR durch Zollorgane nach Kenntnissen über das Manöver.

Gezielte Fragestellungen durch in die DDR einreisende westdeutsche Bürger.

3. Westliche Militärverbindungsmissionen

Erhöhte Aktivität entlang der Grenzen des Sperrgebietes und in den Durchfahrtbezirken (Cottbus, Magdeburg, nördlich Erfurt) der befreundeten Armeen – besonders aktiv britische MVM.

4. Aktive Feindtätigkeit

Vorwiegend gegen das Nachrichtenverbindungsnetz der bewaffneten Kräfte (z. B. Anzapfungsversuch in Teutschenthal, Durchschneiden eines Feldkabels in Schmerbach).

Beachtung der Hetz-Ballonaktion im Manöverraum (am 16./17.10.1965 ca. 3 500 Flugblätter sichergestellt) – bis jetzt nicht über den bekannten Rahmen hinausgehend. Inhalt nicht speziell gegen Manöver gerichtet.

5. Politisch-moralischer Zustand der bewaffneten Organe

5.1 NVA: Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften vollbringen hervorragende Leistungen, Stimmung ist ausgezeichnet. Negative Diskussionen und Disziplinarvergehen bleiben auf sehr geringe Einzelfälle beschränkt. Einzelne Verletzungen im Umgang mit VS-Dokumenten.

5.2 Grenztruppen: Vereinzelt negative Diskussionen in 9., 11. und 13. GB. Die Angehörigen erkennen Notwendigkeit erhöhter Einsatzbereitschaft und verstärkter Grenzsicherung teilweise nicht an.

5.3 Trapo, VP: Im Bereich Meiningen und Suhl wird vereinzelt Notwendigkeit höherer Anforderungen unterschätzt. Unterschätzung der Notwendigkeit der ganztägigen Besetzung der Funkstellen durch Funker der BdVP Suhl. Im Bezirk Erfurt kam es zu Verletzungen der Wachsamkeit durch Sicherungskräfte der VP (Auskünfte von Verkehrsposten über Truppenbewegungen an Zivilpersonen; telefonische Anrufe aus öffentlichen Fernsprechern über Truppentransporte mit Einheitsbezeichnung, Truppenstärke, Fahrtrichtung usw.).

Besonderes Vorkommnis: Unerlaubte Schusswaffenanwendung des VP-Meisters [Name 1] in Gera gegen zwei Jugendliche; eine Person tot, eine Person verletzt.

6. Stimmung der Bevölkerung

Im Allgemeinen positiv zu den Manövern. Unzufriedenheit teilweise über Transportverzögerungen.

Entstehung von Gerüchten durch schlechte Arbeitsweise einzelner Institutionen, z. B. VEB Minol – Eisenach begründet fehlendes Benzin mit hohem Benzinbedarf der Panzer; ähnliche Gerüchte kursieren über künftige Versorgungs- und Transportschwierigkeiten.

Befürchtungen, dass Schadenersatz nicht in genügender Höhe geleistet wird.

Anhang

Kurze Stromausfälle entstanden im Ortsnetz Bittstädt, Kreis Arnstadt, und Meckfeld, Kreis Weimar, infolge des Umfahrens von Leitungsmasten durch Panzer.

Ausbruch von Strafgefangenen am 17.10., gegen 22.00 Uhr, aus dem Haftkrankenhaus Leipzig. Zwei der Häftlinge wurden am 18.10., gegen 2.50 Uhr, an einer Bahnunterführung bei Dabendorf, [Kreis] Zossen, festgenommen.

Darmerkrankungen in Eisenach, vermutlich Salmonellen-Infizierung (Ergebnis der bakteriologischen Untersuchung steht noch aus). Die Krankheitsfälle traten nach Einnahme eines Mittagessens aus der Werkküche des VEB Fahrzug-Elektrik Ruhla, Werk II, [Bezirk] Eisenach, auf.

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    20. Oktober 1965
    Einzelinformation Nr. 905/65 über einen Dachstuhlbrand im ehemaligen Reichstagsgebäude
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    19. Oktober 1965
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